Kriminell: Kurt Kaschke handelt mit Startgeld-Einbehalt betrügerisch

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Assafora/Krefeld, 30. März 2020)
Mitunter fällt der Groschen pfennigweise. Soll heißen, dass es der Sache dienlich ist, die Tragweite im Gedankenaustausch noch mal in aller Ruhe zu rekapitulieren und sondieren. Das Ergebnis: Was da EMA-Präsident Kurt Kaschke (im Bild) aus seinem portugiesischen Exil in Assafora in dem Fragebogen-Katalog mit der angekündigten Einbehaltung von 50 Prozent des Startgeldes für die aus mehrfach geschilderten Gründen nicht stattgefundene Hallen-/Winterwurf-EM in Braga (ebenfalls Portugal) absonderte, kam in unserer gestrigen Kolumne „mit modernem Raubrittertum“ viel zu niedlich weg. Nennen wir das Kind knallhart und glasklar beim Namen: Bei diesem Willkürakt in der von ihm sattsam bekannten Gutsherrenart handelt es sich schlechterdings um Betrug, ist mithin ein krimineller Akt und strafbar. Basta!
All‘ jene unter den 3.150 Gemeldeten europaweit, die an dem beabsichtigten Nachholtermin im Januar 2021 nicht teilnehmen können oder wollen, sind sehr gut beraten, eine 100-prozentige Rückerstattung der Startgelder zu verlangen. Sollte Kaschke nicht vorher einlenken, notfalls mit rechtlichen Mitteln und einer Anklage. Wobei sich hierfür die Staatsanwaltschaft schon von Amts wegen interessieren könnte.

WMA liefert ein leuchtendes Beispiel mit der abgesagten WM

Denn Fakt ist nun einmal, dass es für eine zu einem bestimmten Anlass vorab geleisteten Zahlung keine Gegenleistung geben wird. Damit entbehrt sie der Grundlage und muss in voller Höhe erstattet werden. Da müssen wir erst gar nicht über den Zaun zu kulturellen Veranstaltungen schielen, die heutzutage in Zeiten der Corona-Krise zu Hauf unwiederbringlich ausfallen oder bestenfalls verschoben werden. Hier behalten die Tickets auf ausdrücklichen Wunsch der Inhaber entweder ihre Gültigkeit oder das Eintrittsgeld wird in vollem Umfang zurückgezahlt. Aber, wie schon erwähnt, bedarf es zur Veranschaulichung dieser Eselsbrücke genau genommen nicht.
Kaschke braucht sich lediglich ein leuchtendes Beispiel bei seiner deutschen Amtskollegin Margit Jungmann (im Bild) vom Senioren-Weltverband World Masters Athletics (WMA) zu nehmen, die ebenfalls mit einer Absage konfrontiert worden ist. Nämlich den Senioren-Weltmeisterschaften vom 20.Juli bis 01.August 2020 in Toronto (Kanada). In Absprache mit dem Lokalen Organisationskomitee (LOC) ließ sie in ihrer Verlautbarung (siehe Link) wissen, dass zeitnah eine Rückerstattung der bereits von Startwilligen bezahlten Meldegelder erfolgen wird. So einfach und richtig kann das laufen!

Senioren-WM in Toronto wird laut LOC-Chef Smith nicht nachgeholt

Übrigens wird es laut einer noch taufrischen Mitteilung von LOC-Chef
Doug Shaggy Smith aus Toronto keinen Nachholtermin für die Senioren-WM geben. Dies sei der Tatsache geschuldet, dass es in 2021 wegen der vielen Verschiebungen aus 2020 und der originären Ereignisse in 2021 einen dicht gedrängten Terminkalender nicht nur, aber auch in der Senioren-Leichtathletik geben würde. Der smarte Smith rüffelte zugleich öffentlich via Facebook Kaschke, der sich in seinem Fragebogen-Katalog (die WM wird auf 2021 verschoben, wollen Sie daran teilnehmen?) über ungelegte Eier (unsere Formulierung) und seine Zuständigkeit hinaus geäußert hatte.

Rechtliche Würdigung bei Wirtschaftsjurist Heiko Wendorf abgesichert

Noch zum besseren Verständnis eine Replik zur rechtlichen Würdigung. Abgesehen von ein bisschen gesundem Menschenverstand, einigermaßen ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn und laienhaftem Rechtsverständnis haben wir uns in dieser Angelegenheit selbstverständlich sachkundig gemacht. Namentlich bei Wirtschaftsjurist Heiko Wendorf aus Eisenach, seines Zeichens zudem DLV-Seniorensprecher (nicht getarntes Verbandsorgan, wie sein Vorgänger). Er bestätigte in dem sehr ausführlichen, fast einstündigen Telefonat am gestrigen Abend unsere nunmehr in diesem Kommentar dargestellte Auffassung. Auch dahingehend, dass der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) die erhobene Organisationsgebühr in Höhe von 15 Euro nach eigenem Gutdünken nicht für sich behalten könne. Denn auch hier mangele es an einer vollwertigen Gegenleistung (zum Beispiel Betreuerstab vor Ort et cetera), die nicht allein durch die obendrein automatisierte Startpassprüfung abgegolten wäre.
Hätten wir das bei dieser Gelegenheit in einem Abwasch gleich mit geklärt.