Siegbert Gnoth sprang spät in "Später Saison" Europarekord mit dem Stab

(Nordkirchen/Bad Bentheim/Krefeld, 30. November 2020) Es gibt nach Volkes Mund Zufälle im Leben, die würde es gar nicht geben. Was nichts anderes heißen soll, dass sie halt doch vorkommen. Da haben wir nicht nur diesen, sondern noch einen weiteren Beweis von Thesen. Erst gestern haben wir in dem Beitrag über den DLV-Verbandstag von der Service- und Informationswüste dieses in vielerlei Belangen ziemlich unterbelichteten Verbandes mit seinen „über 50 hauptamtlichen Kräften“ (O-Ton Präsidialherr Kessing) geschrieben, da flattert uns über den Äther die E-Mail eines Veranstalters ins Haus, der sich völlig zu Recht beklagt.
Siegbert Gnoth (*1940; im Bild) vom TuS Gildehaus in Bad Bentheim stellte zu einem sehr späten Zeitpunkt einer ohnehin durch die Corona-Situation „Späten Saison“ am 31.Oktober 2020 beim von seinem Klub in Nordkirchen organisierten Stabhochsprung-Meeting mit 2,73m einen neuen Europarekord für die M80 auf. Die bisherige Höchstmarke hielt seit 2015 der Schwede Lars Wennblom mit 2,60m. Ob der Mann mit dem verpflichtenden Vornamen in dem Moment daran gedacht hat (er weiß es natürlich), dass der zwölf Jahre alte Weltrekord des US-Amerikaners Bud Held nur zwei Zentimeter höher bei 2,75m notiert wird?

DLV schweigt sich mal wieder aus

Sei’s drum. Natürlich wurde der guten Ordnung halber eine Ergebnisliste er- und ins Netz gestellt, ein Rekordprotokoll angefertigt und weitergeleitet, da es ja automatisch zugleich deutscher Rekord ist (der Verband nennt es bei seinen „Fitten Alten“ verschämt wie despektierlich lediglich Bestleistung), den er zuvor mit 2,50m schon selber hielt. Obendrein ist der DLV-Senioren-Statistiker verständigt worden, der sich bisweilen neben etlichen anderen als Literat in der Senioren-Spielecke der Verbandsnetzseite verdingt. Dort prangt seit 01.November die wegen der vermeintlich vielen bösen schwarzen Schafe unter der Ü30-Generation die unheimlich wichtige „Anti-Doping-Newsletter“. Die Rekordliste, nicht mal auf den oben genannten von Juli 2020, wurde (bislang) nicht aktualisiert. Erbärmlich! Alles!

Alfred Achtelik hat ein im doppelten Sinne hohes Ziel

Es gab in der westfälischen Gemeinde mit dem imposanten Wasserschloss, in dem die Landesfinanzschule untergebracht ist und sich in einem der Türme Hochzeitspaare das Ja-Wort geben können, noch ein weiteres bemerkenswertes Resultat eines jüngeren Seniors. Alfred Achtelik (*1960) vom gastgebenden FC Nordkirchen verbesserte seinen Westfalen-Rekord der M60 vom August in Siegburg um drei Zentimeter auf 4,03m und setzte sich damit an die Spitze der wohl nicht mehr zu verbessernden Freiluft-Weltrangliste 2020. Achtelik, der sich zwischenzeitlich mal als passabler Diskuswerfer betätigte, hat in seiner ursächlichen Spezialdisziplin große Pläne und Ziele. So es irgendwie und irgendwo hier zu Lande einen Hallenwettbewerb 2020/21 geben sollte, will er den Weltrekord (4,16m) von Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen, dem Achtelik auch mal angehörte, bescheiden im Konjunktiv formuliert anzugreifen versuchen. Der Stadion-Weltrekord von Ritte hat mit 4,32m noch mal eine andere Dimension und scheint zumindest vorerst in Stein gemeißelt. Bleibt freilich noch zu erwähnen, dass der Westfale von einem enorm hohen Niveau kommt und trotz eines ständig aktiven Weltrekord-Verbesseres Ritte seit 2005, noch für das LAZ Rhede startend, die deutschen Rekorde der M45 mit 4,80m (Halle) und 4,82m (Freiluft) hält. Hätten wir das auch geklärt.

Corona hat manch neuen Rekord verhindert

Noch so viel zu Corona. Selbstverständlich verursacht dieser vermaledeite Virus unendlich viele größere Sorgen und Kümmernisse. Aber den in eine neue Altersklasse aufrückenden Spitzenkönnern hat diese Seuche eingedenk mangelnder Wettkampf-Angebote gehörig die Suppe bezüglich Rekordjagden versalzen. So wenig neue Bestmarken in einer Saison vom Kreis angefangen hat es speziell bei den Senioren*innen garantiert noch nie gegeben.