Regionale Titelkämpfe der Ü30 standen unter keinem guten Stern

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Kolumne

Moment mal

(Bielefeld/Düsseldorf/Heuchelheim/Ingelheim/Krefeld, 30. August 2021)
Einfach zu viel – des Guten wäre schamlos übertrieben. Das bezieht sich schlicht darauf, dass es einer Herkulesaufgabe gleich kommen würde, in einem Beitrag alle vier regionalen Senioren-Meisterschaften von Westfalen in Bielefeld, vom Nordrhein in Düsseldorf, von Hessen in Heuchelheim und Südwest in Ingelheim selbst nur in Glanzlichtern be-, geschweige denn ausleuchten zu wollen. Dennoch habe ich mich pflichtgemäß zumindest im Schnellverfahren durch den Wust der unübersichtlichen Ergebnislisten nach Art des österreichischen Software-„Dienstleisters“ SELTEC gearbeitet. Alles in allem rein oberflächlich bilanziert: Häufig sehr dünn besetzte Felder, nicht nur erfahrungsgemäß in den Eingangsstufen von M/W 30 und 35, und oftmals auch mäßige Zeiten, Höhen und Weiten. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Corona hat seine tiefen Spuren hinterlassen

Dafür gibt es neben dem allgemeinen, seit Jahren zu beobachtenden durchgängigen Sinkflug des Leistungsvermögens viele gute, richtiger: schlechte Gründe. Corona hinterlässt seine tiefen Spuren, gerade bei der Ü30-Generation. Die Trainingsmöglichkeiten waren bei geschlossenen Anlagen sehr lange Zeit stark eingeschränkt bis gar nicht vorhanden. Das fehlende Wettkampf-Angebot tat sein Übriges, ließ die Motivation ins bodenlose sinken. Speziell der Nordrhein, von dem ich es ganz genau weiß, ist regelrecht zum Leichtathletik-Niemandsland verkommen. Für viele waren die genannten vier Titelkämpfe die erste Startgelegenheit seit eineinhalb Jahren oder länger überhaupt. Da sind nun mal keine Leistungen auf dem ureigenen, eben auch sehr unterschiedlichen Niveau zu erwarten. Das wäre nicht nur, das ist vollkommen illusorisch. Erschwerend kamen die teilweise außerordentlich ungünstigen, leistungshemmenden äußeren Bedingungen (regnerisch, entsprechend kühl) hinzu. Definitiv ist es mir aus eigenem Erleben von Düsseldorf bekannt, aus Heuchelheim und Bielefeld via Überlieferung buchstäblich Betroffener.

Mitunter schweigt besser des Sängers Höflichkeit

Demzufolge wäre es ungerecht, einige hervorzuheben und damit andere automatisch zurück zu setzen. Obendrein ist es mitunter geboten, sich an jenem Sänger zu orientieren, der aus purer Höflichkeit geschwiegen hat. Besonders augenfällig wird es an dem grundsätzlich tollen Service der Westfalen, die in der Dachleiste der Ergebnisliste den jeweiligen Verbandsrekord führen. Besser nicht hinschauen. Da kann einem regelrecht angst und bange werden, wie es früher aussah und heutzutage aussieht. Bisweilen liegen Welten dazwischen.

Wer den DLV zum Freund hat, braucht keine Feinde mehr

Nun jedoch wieder ganz allgemein gesehen: Gleichwohl ist es bei aller Unbill manchem/mancher gelungen, auf der allerletzten Rille die Norm für die Senioren-DM in Baunatal zu erfüllen. Ob er/sie bei den angesagten Teilnehmer-Beschränkungen pro Disziplin einen Startplatz erhält, steht wiederum auf einem anderen Blatt: Dem irrwitzigen Pamphlet (er nennt es Ausschreibung), Diktat und Willkürakt des ach so innovativen Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) mit seiner weltweiten Strahlkraft von eigenen Gnaden. Ein neues Leuchtturmprojekt von ihm, bei dem allerdings vergessen worden ist, das elektrische Licht einzuschalten. Mehr als eine Kerze ist es nicht geworden. Gute Nacht „Freunde"! Stichwort: Wer den DLV zum Freund hat, braucht keine Feinde mehr.   
Nun aber: Überlassen wir es zu guter Letzt dem Auge und der Beurteilung des geneigten Betrachtes mit seinem privatem Studium der verlinkten Ergebnislisten aus Westfalen, vom Nordrhein, aus Hessen und Südwest selber zu gewichten.