DLV ist für sein Stiefkind Ü35-Generation das Billigste gerade gut genug

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Linz/Baunatal/Darmstadt/Krefeld, 28. September 2021)
Es war einmal. So fangen alle Märchen an. Das hier wird allerdings keine Geschichte aus Tausend und einer Nacht oder der Gebrüder Grimm. Vielmehr handelt es sich um die blanke, ungeschminkte Realität. Fast schon eine Realsatire. Deutschland, Made in Germany, stand unter anderem mal für seine perfekte Organisation von Sportveranstaltungen aller Art. Mithin auch in der Leichtathletik. Aber da gibt es ja den „Deutschen Leuchtturm-Verband“ mit seiner selbst ernannten weltweiten Strahlkraft, der insbesondere bei der Ü30-Generation alles kaputtreformiert, was sich ihm in den Weg stellt. Trauriger (vorläufiger?) Höhepunkt mit einem Armutszeugnis ohnegleichen waren jüngst die Achtung: kein Tippfehler verunstalteten Deutschen Senioren-Meisterschaften in Baunatal.

Beschämendes Gebaren gegenüber seiner stärksten Fraktion

Das wurde, so es dieses Beweises überhaupt noch bedurft hätte, besonders augenfällig an den Internationalen Österreichischen Masters-Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Linz für jene Deutschen, die beides erlitten respektive erlebt haben. Sprinter Winfried Heckner (*1950) vom STV Hünxe hat
und brachte es in unserem gestrigen Beitrag auf den Punkt. Das wollen und müssen wir nicht wiederkäuen. Nur noch dies: Die Österreicher können für viel weniger Startgeld pro Disziplin (12 zu 19 Euro) auch dekorative Medaillen und keine „billigen Dinger mit Plastikaufkleber“ (O-Ton Heckner). Dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) mit seinen über 50 hauptamtlichen, teuren Kräften am Feudalsitz in Darmstadt ist für die Talente von gestern und vorgestern das Billigste gerade gut genug. Einkaufspreis bei Massenbestellung maximal 70 Cent.
So wenig sind dieser unsäglichen Dachorganisation seine stiefmütterlich behandelten Senioren*innen, der mitgliederstärksten Fraktion im Verband, bei einer nationalen Meisterschaft wert, die er dann zu allem Überdruss bis zu 52 Minuten auf die Siegerehrung warten lässt. Schlechterdings beschämend – alles!