Sportsch(l)au: Sportler müssen Schmerzen ignorierend leidensfähig sein

(Köln/Krefeld, 17. Februar 2022) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ und anderen Publikationsmedien sowie seinem eigenen Internet-Portal an. Dank seiner freundlichen Genehmigung haben wir honorarfrei seit nunmehr über zehn Jahren in loser Folge bislang 107 Kapitel zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Kein Reservoir ist auf Dauer unerschöpflich, selbst wenn hin und wieder etwas Neues dazukommt. Deshalb werden wir gelegentlich frühere, allgemeinverbindliche und zeitlose Beiträge zur Auffrischung oder aber für im Laufe der Zeit hinzugekommene LAMPIS-Leser wiederbeleben.  As

Leistungssportler weisen uns den vermeintlich richtigen Weg

Leistungssportler weisen uns den Weg, wie etwa die einstige Basketball-Ikone Charles Barkley aus den USA, der bekannt war für seine Unfreundlichkeit auf dem Spielfeld. So wenig nett er gegenüber seinen Konkurrenten war, so hart war er jedoch auch gegen sich selbst. „Sport heißt Schmerz. Ich habe immer Schmerzen… Solange ich bezahlt werde, habe ich das zu ertragen. Wer bei schmerzt aussetzt, kann kein Profi sein“, erklärte Barkley dereinst in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL.
Ein ganzer Kerl also. Genau wie Fußballer, die sich fit gespritzt auf dem Spielfeld tummeln, oder Radrennfahrer, denen man – ob mit oder ohne Doping – die Schmerzen in fast allen Körperteilen bei Bergankünften geradezu ansieht. Leistungsbereit sein heißt also auch bereit zu sein Schmerzen zu ertragen. Und was für Spitzensportler gilt, sollte für Amateure ein Vorbild sein.

Nicht nur für Amateure ist das blanker Unsinn

Das ist natürlich blanker Unsinn. Selbst bei Barkley & Co. Erst recht bei durchaus engagierten Hobbysportlern, die sich an Wettkämpfen beteiligen. Die werden nämlich nicht ständig medizinisch betreut, haben keinen Psychologen und Ernährungsberater an ihrer Seite. Sie sollten vielmehr auf die gut funktionierenden Warnsignale ihres Körpers achten. Dazu gehört unter anderem auch der Schmerz. Das können schon Muskelkater, leichte Zerrungen und Übermüdungssyndrome oder eine läppische Erkältung infolge Überlastung des Immunsystems sein, durch die der Körper sich eine Auszeit erzwingen will. Darauf gilt es zu hören und ist nicht nach dem Motto „Gelobt sei was hart macht“ zu ignorieren.
Fazit: Habe ich Spaß beim Sport, bin ich nachher ausgeruht, fühle mich fit und verspüre eine innere Zufriedenheit, dann bin ich sicher auf dem richtigen Weg und trainiere innerhalb meines persönlichen Leistungsvermögens. Dies sollte der Maßstab sein.