Was will die WMA: Welt- oder Geldmeisterschaften für "Sporttouris"?

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(Tampere/Arneburg/Krefeld, 19. Februar 2022) Nicht sehr originell, der Einstieg. Stimmt aber trotzdem: Nach der Hallen-EM ist vor der Stadion-WM der Ü35-Generation. Und schon geht der ständig währende, von uns schon vor Jahren angeprangerte Ärger bei der Reisebuchung mit Horrorpreisen für die Hotellerie los, kaufen die Veranstalter getreu der Devise von Angebot und Nachfrage zum eigenen Wohle der provisionierten Aufbesserung des Budgets en bloc Hotel-Kontingente auf. So werden aus Welt- oftmals Geldmeisterschaften der Bepelzten und Betuchten auf diesem derzeit besonders schnöden Globus. Die Leidtragenden sind die außerordentlich vielen Rentner und Pensionäre unter den Talenten von gestern und vorgestern, die den Euro oder welche Währung auch immer nicht beliebig lockersitzen haben. Erschwerend kommt hinzu, dass sich in Skandinavien die Preise für Kost und Logis ohnehin schon im oberen Segment befinden.

Hotelpreise für viele schlechterdings nicht bezahlbar

So klagte uns als einzig wahrer Interessenvertretung mit öffentlicher Wirkung der nicht nur werfenden Ü30-Generation Wurf-Allrounder Lothar Huchthausen (*1935; im Bild) von der LG Altmark aus Arneburg in Sachsen-Anhalt seine Sorgen und Kümmernisse. Der nicht am Segen und Fluch des World Wide Web, auch Internet genannt, teilnehmende 86-Jährige möchte zum krönenden Abschluss seiner herausragenden Karriere mit x internationalen Titeln und Weltrekorden an den Masters-Weltmeisterschaften vom 29.Juni bis 10.Juli 2022 im finnischen Tampere mit dem vollen Programm von fünf Einzelstarts plus Wurf- Fünfkampf in der M85 gehörig mitmischen, für ihn verbunden mit einem zwölftägigen Aufenthalt vor Ort des Geschehens.
Doch das nächstgelegene Reisebüro seines Vertrauens meldete „Land unter“ für seinen Etat von maximal 90 Euro für Übernachtung mit Frühstück im Einzelzimmer (= 1.080 €). Keine Chance, ergab auch meine Recherche bei der schon stark ausgedünnten Offerte des großen Buchungsportals von booking.com, begann die Skala bei 1.188 Euro (nur noch ein Zimmer verfügbar) und endete bei 2.692 Euro für diesen Zeitraum. Die vom Lokalen Organisationskomitee (LOC) und der federführenden World Masters Athletics (WMA) auf der Veranstalternetzseite vier angepriesenen Hotels der oberen Kategorie liegen zwischen 1.536 und 1.680 Euro.  

LOC und WMA müssen mit Alternativangebot für Abhilfe sorgen

Aus meiner Erinnerung etlicher früherer WM-Starts, ausnahmslos in Europa, zuletzt bei der Hallen-WM 2012 in Jyväskylä (ebenfalls Finnland), sind alternativ preiswerte Unterkünfte in Studenten-Wohnheimen oder sonstigen derartigen Einrichtungen bis hin zu Jugendherbergen (die auch Erwachsenen zur Verfügung stehen) auf offizieller Schiene angeboten worden. Allerdings nicht sehr profitabel für die Organisatoren.
Doch: Da der gute Lothar beileibe keinen Einzelfall darstellt, sondern sich in großer Gesellschaft befindet, ist WMA-Präsidentin Margit Jungmann (im Bild) mit ihrem Präsidium und dem LOC gefordert, schnellstens für eine entsprechende Abhilfe Sorge zu tragen, damit es eben vorrangig keine „Geldmeisterschaften“ von Sporttouristen aus aller Welt werden.