Iberische Meisterschaften mit internationaler Beteiligung von 40 Ländern

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(Braga/Krefeld, 20. Februar 2022) Was lange währt, wird endlich gut. Naja! Nämlich leider nicht auf die uns immer noch alle miteinander weltweit ziemlich im Würgegriff haltende neue Geißel der Menschheit bezogen. Es geht schlicht um die Hallen-Europameisterschaften mit Winterwurf der Ü35-Generation sowie den überflüssigen Anhängseln von Geländelauf und Straßengehen der beabsichtigten wunderbaren Teilnehmermehrung nach Art des präsidialen „Zeremonienmeisters“ Kurt Kaschke. Diese zweimal  aufgeschobenen und ohne jede Not erstmals auf acht Tage aufgeblasenen Titelkämpfe beginnen heute um 9:30 Uhr Ortszeit (10:30 Uhr MEWZ) in Braga nach Aufhebung fast aller Corona-Maßnahmen durch Portugal nahezu ohne Einschränkungen für alle Beteiligten. Bei einem Großteil davon dürfte es vorher bei der Anreise im Flieger bis Porto mit Direktiven freilich anders ausgesehen haben.

Es ist mit einer hohen Ausfallquote zu rechnen
  
(Un-)Sinnigerweise findet der erste Wettbewerb neun Stunden vor der eigentlichen Eröffnungsfeier statt. Gegenüber dem Original von März 2020, als beim Meldeschluss die Pandemie noch nicht absehbar war, mit 3.150 Startwilligen (kalkuliert waren über 4.000) aus 40 Nationen, darunter 259 Germanen, sind es diesmal nach sich mehrfach widersprechenden offiziellen (!) Darstellungen 2.348 Gemeldete aus 42 Ländern. Und die aus den verschiedensten Anlässen eh schon handelsübliche Ausfallquote zwischen zehn und 20 Prozent dürfte aufgrund des bekannten und benannten Hauptübels noch getoppt werden.

Sportliche Stellenwert dürfte zumeist nicht für den Briefkopf taugen

Ungeachtet dessen ist der sportliche Stellenwert bei diesen Iberischen Meisterschaften (629 Spanier, 347 Portugiesen = 976) mit teelöffelweiser internationaler Beteiligung in der normenfreien Komfortzone eher gering. Selbst für unumstrittene Könner ihres Fachs ist die Konkurrenz an Masse, noch mehr an Klasse, meist sehr überschaubar. Vergessen wir nicht, dass sich unter Abzug von 483 „Crossern“ und „Walkern“ lediglich noch theoretisch 1.865 Athleten*innen in je 18 Disziplinen auf nochmal zwölf Altersklassen von M/W35 bis 90 verteilen. Das wird garantiert mitunter eine recht einsame Angelegenheit, wo von vornherein Edelmetall winkt. Nicht allein deshalb sollte sich im Erfolgsfalle jede/r genau überlegen, ob er/sie diese im doppelten Wortsinne „Angabe“ auf dem Briefkopf verewigt. Es sei denn, damit wäre ein Europa- oder gar Weltrekord verbunden.

Deutsche Startwillige werden von DLV fürstlich betreut

Die ebenfalls sporttouristisch unterwanderten nominell 188, in Wirklichkeit so um die 150 Deutschen dürfen sich durch einen siebenköpfigen DLV-Begleittross auf Dienstreise fürstlich betreut fühlen. Selbstverständlich nicht finanzierbar von einer insgesamt abgeknöpften Bearbeitungsgebühr von 2.820 Euro. Obendrein in dieser „Kompaniestärke“ vollkommen unnötig für eh finanziell gescheute etwaige Proteste und der Aufstellung von Staffeln, so sie überhaupt mangels von Quartetten zustande kommen. Es ist sowieso eine Einmischung, die dem nationalen Verband nicht zusteht. Denn die Ü35-Generation entsendet sich selber, wird nicht nominiert, allerdings in ein Trikot mit dem Aufdruck Germany genötigt. Und wie zum Hohne nennen sie es in ihren Verlautbarungen dann „Team D“. Natürlich auch Masters, obwohl der zum 31.Dezember 2020 aufgelöste Bundesausschuss Senioren sich mit 11:3 Stimmen klar gegen diese Bezeichnung anstelle der alt hergebrachten ausgesprochen hatte.

Neuwahlen wichtigster Tagesordnungspunkt bei der Generalversammlung

Und das Beste kommt wie stets zum Schluss: Bei der an die EM (bis 27.Feburar) angehängten Generalversammlung am Montag, den 28.Feburar stehen als wichtigster Punkt der Tagesordnung die Neuwahlen des gesamten fünfköpfigen geschäftsführenden Präsidiums auf der Agenda. Diese aberwitzige Terminierung ist der ultimativ letzte Winkelzug des endlich scheidenden, schon lange höchst umstrittenen, selbstverliebten Präsidenten Kurt „Kuddel-Muddel“ Kaschke mit Wahlwohnsitz in Assafora im Bezirk Lissabon. Um seine Nachfolge bewerben sich in einem friedlichen Duell der Geschlechter Ex-Kugelstoßerin Valentina Fedjuschina aus Österreich und Noch-Mehrkämpfer Jerzy Krauze (beide im Bild) aus Polen (wir berichteten) vor aus erwähntem Grund höchstwahrscheinlich wenigen anwesenden Delegierten jener 52 Mitgliedsstaaten der kontinentalen Dachorganisation European Masters Athletics (EMA).