EM-Wunschkonzert: Kessing wünscht sich zweistellige Medaillenbilanz

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Glosse

Neben der Tonspur

(Darmstadt/München/Krefeld, 02. August 2022)
 Kaum dass die (un-)verantwortlich handelnden Personen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) mit ihrer total überladenen Nationalmannschaft und ihren Vorbereitungsmaßnahmen gehörigen Schiffbruch bei den Weltmeisterschaften der Männer/Frauen in Eugene (USA) erlitten haben, werden die nächsten Luftschlösser im Wolkenkuckucksheim Darmstadt gebaut. Bei der Heim-EM zum „Jubiläum 50 Jahre Olympische Spiele von 1972 in München“ vom 15. bis 21. August 2022 im Olympiastadion der bayerischen 1,472-Millionen-Metropole soll alles viel besser werden gegen „lediglich“ kontinentale Konkurrenz. Dazu DLV-Präsident Jürgen Kessing (im Bild), seit der Strukturreform des Verbandes auch offiziell nur noch ein Papiertiger und Frühstücksdirektor: „Ich würde mir wünschen, dass wir ein zweistelliges Medaillenergebnis erreichen könnten.“

Ein Hirngespinst fernab jeglicher Realität

An der Aussage hätte der 65-jährige Ehrenamtsinhaber und Oberbürgermeister der Kreisstadt Bietigheim-Bissingen (42.500 Einwohner) vorher nicht allein sprachlich gesehen feilen sollen. Ein Wettkampf ist nämlich alles andere als ein Wunschkonzert. Um so mehr, als es an wirklichen deutschen Hits jeglicher Grundlage entbehrt. Der „Kessingflicker“ wäre gut beraten gewesen, sich rein vorsorglich mal in aller Ruhe die aktuelle europäische Rangliste anzuschauen. Da bleiben nicht viele Disziplinen übrig, bei denen sich deutsche „Schlagersstars“ eine goldene, silberne oder bronzene „Schallplatte“ verdienen könn(t)en. Aber selbstverständlich lassen sich die nimmermüden Leichtathletik-Enthusiasten liebend gerne überraschen und Fachleute, zu denen Kessing definitiv nicht gehört, eines im doppelten Wortsinne Besseren belehren. Auf dass die deutsche Nationalhymne in der Weltstadt mit Herz ein Hit werden möge.

Fördermittel der öffentlichen Hand gehören der Wirklichkeit angepasst

Jetzt lassen wir uns alle miteinander erst mal überraschen, wer da so alles nominiert wird und ob der dirigierende Vorstandsvorsitzende Cheik-Idriss Gonschinska sowie seine sich oftmals verträllernde „Vorsängerin“ Annett Stein (Chefbundestrainerin) aus dem kapitalen Schaden bei der WM zumindest ein bisschen klüger geworden sind. Zumal bei sich diametral widersprechenden Aussagen dieses unabgestimmten Duos letztlich nicht klar geworden ist, inwieweit die Fördermittel des Bundes hauptsächlich durch die Masse oder Erfolge des Aufgebotes generiert werden. So oder so ist der Geldhahn der öffentlichen Hand fortan gehörig zuzudrehen. Der Bund der Steuerzahler hat bereits aufgemuckt. Und das ist gut so…