Präsidialer Stuhl von Kaschke längst keine Sitzgelegenheit mehr

Kolumne

Moment mal

(Krefeld/Freudenstadt/Lausanne/Basel, 02. Dezember 2015)
Tue Gutes und rede (schreibe) darüber. Dieses Zitat hat EMA-Präsident Kurt „Kuddel" Kaschke aus Freudenstadt im Schwarzwald wie kein Zweiter verinnerlicht. Wann immer der „Frühstücksdirektor und Grüßaugust” des kontinentalen Senioren-Dachverbandes mit Briefkastenadresse in Lausanne (Schweiz) auf Reisen geht, spiegelt sich das auf der Netzseite der European Masters Athletics (EMA) wider. Das trägt fast schon narzisstische Züge. Ein bisschen mehr Demut täte gut. Mittlerweile wird in der Szene das Kürzel EMA nicht zuletzt zum Schrecken von Schatzmeister Jean Thomas (Nancy/F) und der Beitragszahler mit „European Miles & More Association” übersetzt. Kaschke sollte wissen, dass er von einer interessierten Öffentlichkeit, bei seinen Präsidiumskollegen und den angeschlossenen Mitgliedsländern argwöhnisch beäugt wird.

Auch was die Gunstbeweise des Frauenverstehers von eigenen Gnaden mit gelegentlich wechselnden Lebensabschnittsgefährtinnen (was selbstverständlich seine Privatsache ist) angeht. Es ist sicherlich lobenswert, dass er der allseits geschätzten ehemaligen DLV-Vizepräsidentin Ilse Bechtold zur Vollendung des 88. Lebensjahres gratuliert. Wenn schon denn schon ist es allerdings höchst befremdlich, dass ausgerechnet Wilhelm Köster, einer der drei noch lebenden Gründerväter der EVAA (so hieß die EMA vor ihrer Umbenennung im August 2014) bei seinem 81ten am 25.November von ihm geflissentlich übersehen wurde. Das eine Wiegenfest ist so wenig „rund” wie das andere und kann deshalb als Begründung nicht herhalten.
Dabei wäre K.K. aus F. gut beraten, sich seinen originären Aufgaben zu widmen und sich nicht ohne jede Not das Heft des Handelns abnehmen zu lassen. Aber das werden sie ihm bei der Präsidiumssitzung am kommenden Samstag in Basel (Schweiz) sicherlich außerhalb der Agenda zum Nachtisch servieren. Ursächlich steht der Antrag auf Satzungsänderung auf der Tagesordnung, wonach der Präsident drei- statt bisher zweimal wiedergewählt werden können soll (will er sich zu Lebzeiten schon ein Denkmal setzen?). Aber genau hier scheiden sich nicht nur wegen dieses Faktes als solchem die Geister. Seine turnusmäßige vierjährige Amtszeit als Nachfolger von Dieter Massin aus Ahlen in Westfalen anlässlich der Senioren-EM im August 2012 im sächsischen Zittau endet folglich im kommenden Jahr. Also ultimativ in 2016. So sehen es die „Laws & Rules” unter Constitution Punkt 6.2 und 7.4 vor. Kaschke setzt sich jedoch in eigener Selbstherrlichkeit darüber hinweg und stellt sich auf den Standpunkt, dass die nächsten Wahlen durch den Turnuswechsel erst bei der Stadion-EM 2017 in Aarhus (Dänemark) anstehen würden.
Die Meinung hat er indes nach unserer sorgfältig recherchierten Kenntnis ziemlich exklusiv. Hinter den Kulissen, mit dieser Aussage jetzt freilich nicht mehr, laufen Bestrebungen auf Anberaumung einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung mit Neuwahlen. Aus Gründen der Praktikabilität im Rahmen der 11.Hallen-EM vom 29.März bis 03. April 2016 in Ancona an der italienische Adriaküste.
Wenn einer nicht mehr weiter weiß, dann gründet er ’nen Arbeitskreis. Dieses Kaschke nachgesagte geflügelte Wort aus Volkes Mund zur Abwälzung von Verantwortung und Abwendung weniger ersprießlichen Pflichten könnte schon sehr bald der Vergangenheit angehören. Sein präsidialer Stuhl hat nur noch drei Beine und ist demzufolge die längste Zeit eine Sitzgelegenheit gewesen.