Drohende "Palastrevolution" blieb bei EMA-Präsidiumssitzung aus

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Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Basel/Krefeld, 19. Dezember 2015)
Mitunter dauert es über den Flurfunk oder Obergefreiten-Dienstweg ein wenig länger, bis ein Vorgang zur Weiterverbreitung in die richtigen Hände gelangt. Eigentlich wäre es in diesem Falle die vornehme Bringschuld des kontinentalen Senioren-Dachverbandes European Masters Athletics (EMA) gewesen, auf seiner Netzseite aus dem Nähkästchen zu plaudern. Wenngleich die durchaus drohende „Palastrevolution“ bei der EMA-Präsidiumssitzung, bezeichnenderweise am „Internationalen Tag des Ehrenamtes“ (05.Dezember), im schweizerischen Basel ausblieb und der höchst umstrittene Präsident Kurt Kaschke (im Bild) aus Freudenstadt seinen Kopf aus der Schlinge ziehen konnte, wurde immerhin eine Außerordentliche Generalversammlung der angeschlossenen 50 nationalen Verbände von Albanien bis Ukraine anberaumt. Die findet aus nachvollziehbaren Gründen der Praktikabilität am 31. März 2016 im Rahmen der 11. Senioren-Hallen-Europameisterschaften mit Winterwurf in Ancona an der italienischen Adria statt. Einziger Tagesordnungspunkt wird der Antrag von Kaschke auf Satzungsänderung sein, wonach die Präsidiumsmitglieder bei eigener Bereitschaft und einer entsprechenden Wiederwahl statt bisher für zwei Legislaturperioden von je vier Jahren dreimal wieder gewählt werden können. Dazu ist jedoch ein Zweidrittelmehrheit aller anwesenden Mitgliedsländer erforderlich.
„Rentenverträge“ haben sich allerdings nach allen bisherigen Erfahrungen gerade bei Ehrenamtsinhabern als zumeist untaugliches Mittel erwiesen. Einfach deshalb, weil sich hier allzu oft ein großer Bodensatz aus Platzhaltern und Pöstchenjägern tummelt, die ohne wirkliche Leistungen zu erbringen an ihrem Stuhl kleben wie die Fliegen auf dem Mist. Hinsichtlich der dazu gehörigen Namen sind der Fantasie keinerlei Grenzen gesetzt. Jedenfalls tun die Delegierten am Tage X gut daran, Um- und Einsicht walten zu lassen. Aber auch da sind Zweifel angebracht. Doch ungeachtet des gescheiterten „Putschversuchs“ bleibt im Raum stehen, dass in 2016 turnusmäßige Neuwahlen des Präsidiums statt zu finden haben. Ansonsten läge eine justiziable Regelbeugung vor (siehe Kolumne). K.K. aus F. ist noch lange nicht aus dem Schneider. Skatspieler wissen, was gemeint ist.
Kurzum: Es bleibt genügend Zündstoff und mithin spannend.