Kugelstoßerin Christina Schwanitz deutsche Sportlerin des Jahres 2015

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(Baden-Baden/Krefeld, 21. Dezember 2015) Es war eine Art Zentimeter-Entscheidung, ganz der Leichtathletik angemessen. Die knappste überhaupt in nunmehr 69 Jahren der Durchführung dieser höchsten ideellen Auszeichnung im deutschen Sport. Kugelstoßerin Christina Schwanitz (im Bild) aus Thun im Erzgebirge wurde nach dem Abstimmungsergebnis der teilnehmenden berufsständisch organisierten Sportjournalisten mit der Winzigkeit von vier Abstimmungspunkten Vorsprung gestern Abend zur Sportlerin des Jahres 2015 vor der Speerwerferin Katharina Molitor aus Leverkusen gekürt. Das ist in der Relation noch weniger, als jene sieben Zentimeter mehr, mit denen sie im Vogelnest von Peking Weltmeisterin (20,37m) vor der chinesischen Lokalmatadorin mit dem im doppelten Wortsinne klangvollen Namen Gong geworden war. Auch die drittplatzierte Moderne Fünfkämpferin Lena Schöneborn aus Berlin lag noch in Schlagdistanz zu den beiden weltmeisterlichen Vertretererinnen der sehr erfolgreichen Fraktion Stoß/Wurf.

Schon vier Tage vor Weihnachten Bescherung

Für den Schützling von Bundes- und Heimtrainer Sven Lang war als leibhaftiges Christkind (geboren am 24.Dezember 1985) schon vier Tage vor Weihnachten Bescherung und zudem eines vorweg genommenen Geburtstagsgeschenks. Die Freude war verständlicherweise riesig, und sie verdrückte auch ein paar Tränchen. Zumal ihr eingeweihter, aber dicht haltender Ehemann, der ihren Namen angenommen hat, ihr auf der Bühne im Festsaal des Kurhauses Baden-Baden vor 700 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Sport und der kunterbunten Medienwelt die Trophäe überreichte. Es steht für mich als bekennendem Kugelstoßer natürlich außer Frage, dass die Richtige gewonnen hat. Sie ist ein echter Wonneproppen, ein Sonnenschein. Dazu schlagfertig, humorvoll und einer positiven, charismatischen Ausstrahlung. Und interessant für uns Sehleute im Pantoffelkino der Übertragung im ZDF, sie – wie allen anderen – einmal in Abendrobe statt im Wettkampfdress zu sehen.
Wenn man(n) so will, und ich will, habe ich Zünglein an der Waage bei Schwanitz' Inthronisierung als Königin des Sports anno 2015 gespielt. Bei meinem digitalen Stimmzettel hatte ich sie auf Platz eins (5 Punkte) und Molitor auf Rang fünf (1 Zähler). Das sind sie also, die vier Punkte Unterschied. Als Beweis mag der gestrige Beitrag in dieser Rubrik dienen. Und da ich schon gerade dabei bin mir selber auf die Schulter zu klopfen: in allen drei Kategorien hatte ich je viermal die richtige Tendenz unter den fünf Erstplatzierten, bei Schwanitz, Carina Vogt (Skispringen), Johannes Rydzek (Nordische Kombination), Erik Lesser (Biathlon) und der Biathlon-Staffel der Frauen gar die exakte Endplatzierung. Ovationen sind nicht erforderlich. Die bin ich gewöhnt. Späßle g'macht!
Die jeweiligen Top Five: Frauen: 1. Schwanitz 1.264 Abstimmungspunkte, 2. Molitor 1.260, 3. Schöneborn 1.241, 4. Vogt 1.196, 5. Natalie Geisenberger (Rennrodeln) 1.100.
Männer: 1. Jan Frodeno (Triathlon) 2.491, 2. Severin Freund (Skispringen) 2.352, 3. Rydzek 753, 4. Lesser 730, 5. Marco Koch (Schwimmen) 719.
Mannschaften: 1. Nordische Kombination (Edelmann, Frenzel, Rießle, Rydzek) 1.987, 2. Biathlon-Staffel Frauen 1.761, 3. Biathlon-Staffel Männer 1.631, 4. 1. FFC Frankfurt (Frauen-Fußball) 1.101, 5.. Mixed-Team Skispringen 760.
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