Nach normalem Weihnachtswahnsinn unvermittelt in die Silvester-Mania

  • Drucken

Kolumne

Moment mal

(Krefeld, 2. Weihnachtstag 2015)
Weihnachten – das Fest der Superlative in vielerlei Beziehung, des ganz normalen Wahnsinns. Insbesondere des Konsumrausches. Der Einzelhandel wird nach ersten Schätzungen 85,5 Milliarden Euro umgesetzt haben, wir alt eingesessenen Bundesbürger werden im Durchschnitt 1,9 Kilogramm an Körpergewicht zulegen von der Völlerei und den Süßigkeiten in Endlosschleife, etwa 500 Mal am Tag wird von allen möglichen Radiostationen bundesweit „Last Christmas“ von der Gruppe „Wham“ abgenudelt, übrigens ein „One-Hit-Wonder“ (gebe zu, dass ich mittels CD auch darunter bin, nicht jedoch beim höheren Ausschlag auf der Waage, womit irgendein anderer 3,8kg zugenommen haben muss), und was nicht sonst noch alles. Schön war's allenthalben und allerorten hoffentlich auch.
Allerdings mindestens genauso schön, finde ich, dass der Hype heute Abend vorbei ist, damit wir uns unvermittelt in die Silvester-Mania mit Party, Knallerei (Feuerwerk) und Gefühlsduselei stürzen können. Dabei ändert sich lediglich die Jahreszahl. Abgesehen von Vollmond wird auch schon manch eine/r ungeduldig mit den Hufen scharren und endlich wieder trainieren wollen. Die wenigsten Senioren/innen haben schließlich die komfortable Situation auf eine klubeigene Halle wie die drei Bayer-Vereine in Dormagen, Krefeld-Uerdingen und Leverkusen sowie das LAC Quelle in Fürth zurückgreifen zu können. Die im Arena-Sportpark in der selbst ernannten Sportstadt Düsseldorf ist jedenfalls an den Feiertagen geschlossen. Nur ein Beispiel.
Noch ist allerdings knapp Gelegenheit uns der eigentlichen, ursprünglichen Bedeutung von Weihnachten zu vergewissern. Da sähe es bei Straßenumfragen von Fernsehsendern, was das ZDF-Magazin und „DAS“ vom NDR schon praktiziert haben, relativ finster aus. Vorsorglich zur Erinnerung: Der Überlieferung nach soll vor nunmehr 2015 Jahren Christus geboren worden sein. Zeitzeugen gibt es freilich bereits seit 
Ewigkeiten" nicht mehr. Aber der Glaube(n) versetzt ja angeblich Berge. Nur zu groß sollten sie nicht sein.