Trotz Korruptions- und Dopingsumpf erhöht IAAF die Olympianormen

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Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Krefeld, 27. Dezember 2015)
„The Games must go on“, hatte dereinst der damalige IOC-Präsident Avery Brundage (USA) nach dem perfiden Terroranschlag auf die Olympischen Spiele 1972 in München staatstragend verkündet. Allein bei uns lief in den einschlägigen Netzseiten für die Senioren-Leichtathletik auch an den Weihnachten die Berichterstattung ungebremst weiter. Eine weise Entscheidung, wie die Besucherzahlen (nicht Seitenklicks!) an den „drei tollenTagen“ außerhalb von Karneval belegen. Heiligabend: 1.544, 1. Weihnachtstag: 1.355 und 2. Weihnachtsgag 1.529 mit insgesamt 15.420 Seitenaufrufen durch unsere verschiedenen Schaufenster. Lampis sagt DANKE! Denn niemand schreibt schließlich für den elektronischen Schredder. Die sehr ordentliche Einschaltquote für unser Nischenengagement (siehe Dachleiste) entspricht bis auf saisonale Ausreißer nach oben (diesjähriger Rekord 2.463) und unten (934) dem herkömmlichen täglichen Durchschnitt um die 1.500.
Nun aber kehren wir zur ganz normalen Tagesordnung zurück. Zumindest bis uns Silvester und Neujahr einholen. Bleiben wir beim olympischen Stichwort. Da überkommt einen nicht nur eingedenk des Korruptions- und Dopingsumpfs, der bislang mit Russland, Kenia und Italien vermutlich lediglich die Spitze des Eisberges offenbart, das kalte Grauen. Der in Verruf geratene internationale Leichtathletik-Verband IAAF hat getreu dem Motto „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt's sich völlig ungeniert“ die eh bislang schon happigen Normen für die Olympischen Spiele für 2016 im brasilianischen Rio de Janeiro sage und schreibe in neun von 21 Frauen-Disziplinen sowie acht von 22 Männer-Wettbewerben erhöht. Darunter bei den Letztgenannten im Diskuswurf auf 65 und Hammerwurf auf 77 Meter. Dann gehen teilweise die nationalen Verbände, wie auch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV), noch hin, um hier und da noch einen obendrauf zu setzen. Das ist außer von Hochbegabten allein mit gaaanz viel Training, Dr.Oetker-Müsli und vom Biobauern produziertem Muskelfleisch von Highland- oder Angus-Rindern nicht zu leisten. Ausgeschlossen!
Da bekommt der plakative Werbespruch „Nutze jeden Vorteil“ des US-amerikanischen Ausrüstungssponsors mit dem stilisierten Fleischerhaken als Unternehmenslogo ein ganz neue Attitüde. Doping ist praktisch vorprogrammiert. Wenn wundert es da noch, dass nach jüngsten Meinungsumfragen die einstige olympische Kernsportart in der Beliebtheit des Betrachters sich nicht nur im Sink-, sondern geradezu im Sturzflug befindet. Rund Zweidrittel der Sportinteressierten wollen bei Fernseh-Übertragungen von der Leichtathletik weg- statt hinschauen. Biathlon und, schon mit Abstand, Skispringen haben außer dem Moloch Fußball allen anderen Sportarten den Rang abgelaufen.
Besserung ist bei der Totengräber-Mentalität der nationalen und globalen Verantwortlichen der Fachverbände nicht in Sicht. Quo vadis (Wohin gehst du), einstmals so schöne Leichtathletik? Liefern wir die Antwort gleich mit: Sie steht, positiv formuliert, nur noch einen Meter vor dem Abgrund!