Ingrid Meier sprintete bis in die Spezialausgabe vom FOCUS

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Kolumne

Moment mal

(Zirndorf/Krefeld, 30. Dezember 2015)
Wann immer ein Vorzeige-Senior gesucht wurde, musste Medaillen-Moloch Guido Müller (*1938)  aus Vaterstetten als Fleisch gewordener medialer Wanderpokal herhalten. Außenstehende konnten den Eindruck gewinnen, die Senioren-Leichtathletik fängt bei ihm an und hört danach auch gleich wieder auf. Der Sache war das nicht uneingeschränkt dienlich. Zumal der fraglos enorm erfolgreiche Bajuware mitunter einen ausgeprägten Hang zur Selbstdarstellung offenbarte und nicht als Werbebotschafter des Gesamtpaketes agierte.
Schön, dass ein höchst angesehenes Magazin mal ein anderes Gesicht mit der dahinter steckenden Persönlichkeit zeigte. Wenngleich es in Bayern und bei einem deutschen „Allerweltsnamen“ blieb. Aber das ist wirklich nicht mehr als eine Randnotiz. Der FOCUS widmete der für das LAC Quelle Fürth startenden Sprinterin und Weitspringerin Ingrid Meier (*1947) aus Zirndorf in der Spezial-Ausgabe 11/12 2015 eine doppelseitige Geschichte mit großformatigem Foto. Dafür musste sich die attraktive End-Sechzigerin mit der kessen roten Strähne im schwarzen Haar (ihr Markenzeichen, wie sie selber sagt) einem zweistündigen „Fotoshooting“ bei durch die Ausleuchtung propperen 30 Grad stellen. Auch eine Art sportliche Leistung. Spaß gemacht hat es natürlich trotzdem. Schließlich ist sie gut trainiert, sodass ihr nicht ständig störende Schweißperlen von der Stirn getupft werden mussten.
Da sie nun einmal gebucht wurde und auch die Medien-Konkurrenz hinschaut, war es womöglich nicht ihr letzter Auftritt mit bundesweiter Ausstrahlung. Immerhin kann der FOCUS in dem stark umkämpften Wettbewerbssegment rund 500.000 verkaufte Exemplare vorweisen.

Redaktionelle Anmerkung: All jene, die den gestern Abend eingestellten ehrlich verdienten Verriss im Fenster „Flurfunk“ noch nicht gelesen haben, sollten ihn sich keinesfalls entgehen lassen.