EMA-Präsident Kaschkes zweiter Wohnsitz ist das Fettnäpfchen

Glosse

Neben der Spur

(Sindelfingen/Freudenstadt/Krefeld, 17. Januar 2016)
Moderatorin, Talkmasterin und die sich selbst auf die Schippe nehmende „Sängerin“ (Und nun singt sie auch noch) Barbara Schöneberger, die mit den blauen Kulleraugen, nachempfunden: Und nun stößt er auch noch – Kugel. Getreu der Devise „Jeder blamiert sich so gut er kann“. Er kann. Und wie, der EMA-Präsident Kurt Kaschke (*1955) aus Freudenstadt am Kniebis im Schwarzwald. Anfangs war es noch einigermaßen amüsiert registriert worden (auch von uns), dass „der Chef selbst kocht“ und die Sprintstaffel des VfL Sindelfingen bei Senioren-Meisterschaften gelegentlich komplettiert (verstärkt wäre schamlos übertrieben).
Doch das Amüsement hielt nicht lange an, als er bei der Straßenlauf-EM Mitte Mai 2015 in Grosseto (Italien) seine ganze Bandbreite von 100 bis 10.000 Meter demonstrieren wollte. Das ging gründlich in die kurze Hose. „Kuddel on Tour“ passierte im 10-Kilometer-Straßenlauf der M60 unter 39. „Finishern“ in 52:33 Minuten das – glücklicherweise noch nicht abgebaute – Ziel als 33. Da dürfte der Sieger (36:43) bereits vom Duschen zurück gewesen sein, um seinem „Präses“ gebührend zu huldigen und applaudieren.
Aus Schaden wird der normal strukturierte Mensch gemeinhin klug, zumindest vorsichtiger, überlegt sich Genauer was er tut oder eben besser lässt. Nicht so K.K. aus F. Sein pathologisches Geltungsbedürfnis, das schon verdächtige Züge von Selbstzerfleischung trägt, veranlasste ihn bei der Stadion-WM im August 2015 in Lyon über 100 Meter in die Blöcke zu gehen. Das sollte sich als Super-GAU (größter angenommener Unfall) erweisen. Unter 53 mehr oder weniger flotten Sprintern wurde er in 21,52 Sekunden Letzter. Der Vorlaufschnellste rannte 12,29 Sekunden.
Nunmehr ist er bei den Baden-Württembergischen Senioren-Hallenmeisterschaften heute in Sindelfingen neben einem neuerlichen Staffeleinsatz für das Kugelstoßen der M60 gemeldet. „Der ist sich einfach für nichts zu schade“, wurde in der Szene gefrotzelt. Das ist noch eine vergleichsweise niedliche Umschreibung. Genauer betrachtet bringt er mit seinem völlig überflüssigen sportlichen Aktionismus die angestrengt um Reputation und Anerkennung ringende Senioren-Leichtathletik fatalerweise in gehörigen Misskredit. Dabei sein ist eben nicht immer alles. Schon gar nicht für den „Steuermann“ des kontinentalen Dachverbandes, der eigentlich Vorbildfunktion haben sollte. Weniger ist mitunter mehr. Klar wird jetzt allerdings, weshalb er gegen Normen bei europäischen und globalen Titelkämpfen ist...
Wenn er, der Kaschke Kurt, ganz offensichtlich nicht selber zur Besinnung kommt, sollte er die Dienste eines PR-Beraters in Anspruch nehmen, damit das Fettnäpfchen nicht sein zweiter Wohnsitz bleibt. Der könnte ihm vielleicht auch bei der Führung der Amtsgeschäfte auf die Sprünge helfen. Da liegt nämlich ebenfalls einiges im Argen.