Schweizer Anti-Doping-Agentur beendet Zusammenarbeit mit der IAAF

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(Zürich/Monte Carlo/Krefeld, 20. Januar 2016) Traue keinem über 80 Jahre. Es sei denn, er ist in Begleitung seiner Eltern. Das lässt sich inzwischen im übertragenen Sinne leider auch auf die einstmals herrlichste Nebensache der Welt, den Sport, transportieren. Korruption bei Funktionären der FIFA (Fußball) in Zürich, dazu bei der IAAF (Leichtathletik) in Monte Carlo noch garniert mit unsäglichen Schweinereien in Sachen Vertuschung von positiven Dopingbefunden. Und nun soll es den ehedem „weißen Sport“ Tennis ebenfalls ereilt haben. Die BBC (Großbritannien), nicht gerade Laufkundschaft unter den Rundfunk- und Fernsehanstalten dieser großen weiten Medienwelt, will herausgefunden haben, dass Profis aus den Top Fünfzig der Weltrangliste auf der ATP-Tour Spielausgänge bis hin ins „Mekka“ Wimbledon manipuliert hätten. Die dahinter stehende erklärte Absicht: Wettquoten zu pushen und obendrein Schmiergelder bis zu 50.000 Euro einzusacken. Als ob sie das nötig hätten, die Millionaros in kurzen Hosen?
So es stimmt, stänke auch das zum Himmel. Und unsereins sitzt arglos vor dem Pantoffelkino und schaut sich derzeit auf EUROSPORT Matches von den Australian Open in Melbourne mit vermeintlich offenem Ausgang an, die in Wirklichkeit abgesprochen sind. Aber wie stets, wenn noch nichts hieb- und stichfest bewiesen ist (die BBC nannte keine Namen), gilt zunächst mal die Unschuldsvermutung. Nur ganz so vorurteilsfrei wird der Konsument nicht mehr zuschauen können. Was bleibt, ist ein Geschmäckle und großes Unbehagen. Und das wird uns alle auch weiterhin in und bei der Leichtathletik beschleichen. Außer, wir wenden das Prinzip der mit uns verwandten abgebildeten drei berühmten Affen an.
Die neutrale Schweiz zog derweil schon einmal die Reißleine. Deren nationale Anti-Doping-Agentur beendete die Zusammenarbeit mit der IAAF, da sie kein vertrauenswürdiger Partner in der Dopingbekämpfung sei. Was freilich nicht heißt, dass bei den eidgenössischen Spitzensportlern jedweder Couleur künftig keine Kontrollen mehr durchgeführt würden.