Alle Jahre wieder beim DLV: Nehmen ist seliger als Geben!

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Kolumne

Moment mal

(Bonn/Darmstadt/Krefeld, 21. Januar, 2016)
Ob in Text oder auf Textilien, niemand kann behaupten, dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) seien seine Senioren/innen gleichgültig; kümmert er sich doch nachhaltig und intensiv um deren kulturelle Weltläufigkeit in allen Arenen auf diesem Erdball.
Von Polen, Franzosen, Italienern, Ungarn und vielen anderen mehr werden unsere älteren Herrschaften bestimmt bewundert, wenn sie – viele davon mit sich und ihrem Verband identisch und dem GERMANY auf der schmaler werdenden Brust – auf der Zielgeraden "finishen".
Für solch intensive Bemühungen darf sich der DLV mit seiner polyglotten Funktionärskaste auch pekuniär etwas gönnen, schließlich setzt er – ohne dass irgend jemand ihn darum gebeten hätte – mit Nachdruck und mit der Peitsche einer eventuellen Disqualifikation in der Hinterhand durch, dass seine von niemanden nachgefragten Auflagen in der Trikotfrage auch erfüllt werden.
Durch die Funktionärsbrille betrachtet ist der, der vermutet, das alles habe etwas mit NIKE und seinen servilen Filialleitern im Südhessischen zu tun, entweder ein Rechter  (weil antiamerikanisch), ein Kommunist (weil antikapitalistisch) oder ein ewig Gestriger, der noch auf sein (Deutsch-)Land stolz ist, den aber der Zeitgeist vor sich hertreibt.
Irgendetwas stimmt nicht in Darmstadt: Wer nimmt und bestimmt, sollte auch eine Gegenleistung bieten. Nur: ich finde keine! Den DLV interessieren seine Senioren nur finanziell, und der Seniorensprecher schwebt weiter sanft auf Kumuluswolken über den Problemen, wirft bestenfalls mit Wattebäuschen um sich in der Hoffnung, sie würden explosiv dazu beitragen, die von ihnen selbst finanzierte Randexistenz der Senioren zum Besseren zu wenden.
Eigentlich wollte ich 
 mit berechtigten Endkampfchancen  nach Ancona zum Kugelstoßen. Habe aber keine Lust mehr, mir von amateurhaft agierenden, an der Senioren-Leichtathletik uninteressierten Bürokraten vorschreiben zu lassen, wie meine Teilnahme auf internationalem Parkett auszusehen habe und dafür auch noch blechen zu müssen! Habe auch keine Lust, mich für diese Zeitgeistritter und deren durchschaubare Absichten im fernen Italien fremdschämen zu müssen.
Das wäre doch was: In Ancona ist Senioren-EM und keiner geht hin! Und unsere Vertreter (Betreuer) tun das, was sie immer tun: Sie vertreten sich selbst. Der Clou: Sie würden es gar nicht merken!