DLV verhunzte den plakativen "Trimmtrab ins Grüne" zum RUN UP

(Darmstadt/Krefeld, 24. März 2016) Ein altes Volkslied verheißt uns in den ersten Textzeilen: „Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt. Er setzt seine Felder und Wiesen instand.“ Heutzutage holt er den Traktor und die entsprechenden Gerätschaften aus der Scheune. Aber das eine wie andere signalisiert/e halt, dass es Frühling ist im Kalender. Der lockt dann auch die weniger hartgesottenen Läufer, Jogger und Walker wieder ins Freie. Als der DLV-Ausrüstungssponsor noch aus Herzogenraurach im Frankenland kam, der mit den berühmten drei Streifen und nicht der Raubkatze aus dem selben Ort der „feindlichen Brüder“ Adolf und Rudolf Dassler, wurde der bundesweite Auftakt von Lauftreffs aller Art noch „Trimmtrab ins Grüne“ genannt. Unter us-amerikanischen Vorzeichen lautet dieselbe Nummer „RUN UP“. Blöder geht’s nimmer mehr und kaum einer weiß, was damit gemeint sein soll.
Nun muss man indes wissen, dass der DLV-Amtssitz Darmstadt bis 2008 Standort der US-Streitkräfte war und in der Spitze bis zu 10.000 GIs beherbergte. Das prägt natürlich. Offenbar auch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), der sich irgendwann in einer Mischehe unheilvoll mit der „Glücksgöttin“ aus Beaverton im US-Bundesstaat Oregon, inzwischen ausgestattet mit einem elendig langen Rentenvertrag bis 2028, verbandelte. Seither ist die nationale Dachorganisation in stetig zunehmendem Maße bis zur kulturellen Selbstverleugnung (GERMANY) anglizistisch geprägt. Preise wie im Freudenhaus und der Umgangssprache Englisch eingeschlossen.
Die neue gestaltete Medaille (übersichtliche 2,30€) zum Trimmtrab lässt sich der aufgepumpte Verwaltungswasserkopf namens DLV plus Nebengeräuschen mit 9 (in Worten: neun) Euro bezahlen. Wer braucht sowas? Der Uller als Talismann am Hosengürtel ist völlig aus der Mode gekommen. Da dürfte der Kauf für einen Kasten alkoholfreies Weizenbier (muss ja nicht Erdinger sein) als von Sportwisschenschaftler Prof.Dr. Ingo Froböse empfohlenen Elektrolytgetränk nach getanem (Fuß-)Werk sinnvoller angelegt sein.