Kaschke-Berater Pierre Weiss wieder bei IAAF in Amt und Würden

  • Drucken

(Monte Carlo/Krefeld, 26. März 2016) Nicht ganz so weiß wie es sein Name verheißen könnte, ist seine Weste. Sicherlich lehnen wir uns nicht zu weit aus dem Fenster, den Franzosen Pierre Weiss als zwielichtige Figur, zumindest als Mitwisser in dem Korruptions- und Dopingskandal beim Internationalen Leichtathletik-Verband IAAF mit noblem Amtssitz in Monte Carlo (Monaco) zu bezeichnen, wenn es schon die angesehene Nachrichten-Agentur Associated Press (AP) berichtete. Schließlich war er bis 2011 der hauptamtliche, mithin offiziell und im Fürstentum vermutlich fürstlich honorierte Generalsekretär der Dachorganisation, über dessen Schreibtisch alles lief. Dazu veröffentlichten wir am 15. Januar 2016 eine aufschlussreiche Kolumne unseres Gastautoren Knut Reimann. Und, dass just dieser wahrscheinlich beileibe nicht blütenweiße Weiss aus dem Elsass von EMA-Präsident Kurt Kascke aus Freudenstadt, das ist nicht gar so weit voneinander entfernt, als Rechtsberater und Anti-Doping-Fachmann (das passt/e) angeheuert wurde.
Das waren für den einstigen „General“ streng genommen Peanuts, entsprach weder dem Ego, noch dem Geltungsbedürfnis des Mannes, der als einstiger Dreispringer an große Sprünge gewohnt war. Passend zum Osterfest feierte der 69-Jährige eine Art sportliche Wiederauferstehung. Nicht ganz so fett wie der einstige UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino (schon der Name ist ein Quell von Associationen) aus der Schweiz, der bei der gleichfalls umstrittenen FIFA seinen Landsmann Joseph „Sepp“ Blatter als Präsident beerbte. Kurzum: Er, Weiss, wurde bei der Präsidiumssitzung der IAAF vor vier Tagen in Monte Carlo den Akt der beabsichtigten Selbstreinigung lässig außer Acht lassend als Leiter der Masterskommission berufen. Ob da die Erkenntnis vorherrschte, dass er hier nicht allzu viel Unheil anrichten kann? Aber halt: Hatte diese Position nicht „Verbandsoberschwester“ Margit Jungmann aus Rehlingen inne, die zugleich WMA-Vizepräsidentin und Vorsitzende des Bundesausschuss‘ Senioren ist? Oder war/ist sie lediglich Mitglied dieses Gremiums? Das wiederum wäre unter ihrem Selbstverständnis.
Nicht so einfach, bei derartiger Amterhäufung und -vielfalt noch den Durchblick zu bewahren.