Obacht: Vorige Nacht wurden Uhren eine Stunde auf MESZ vorgestellt!

Kolumne

Das Wort zum Ostersonntag      

(Krefeld, 27. März 2016) Wer heute Morgen auf einer Funkuhr eine andere Zeit wahrnimmt als auf seinen herkömmlichen analogen Geräten sonst wo in seinem trauten Heim, der muss sich keine Sorgen machen. Denn in der vergangenen Nacht (2 Uhr) wurden die Uhren um eine Stunde auf die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) vorgestellt. Wie erwähnt und gerne nochmal wiederholt: die Uhren. Nicht die Zeit! Die ist, was sie ist. Sie lässt sich nicht anhalten, vor- und später wieder zurückstellen. Das ist von irgendwelchen furchtbar wichtigen Parlamentariern bei der EU in Brüssel ersonnener Nonsens. Das haben zwischenzeitlich erstellte wissenschaftliche Studien längst er- und bewiesen. Aber wenn sie sich in der EU-Hauptstadt schon bei der dringend erforderlichen gemeinsamen vorsorglichen Terror-Bekämpfung aller 28 Mitgliedsstaaten nicht einig werden, wie soll das bei derartig banalen Dingen geschehen?! Der Salto rückwärts zu Mutter Natur eben.

Ein hausgemachtes heilloses Durcheinaner

Also wird weiterhin mit dem Vor- respektive Zurückstellen der Uhren im Frühjahr und Herbst ein hausgemachtes heilloses Durcheinander angestiftet. Personen, die vorige Nacht im Zug unterwegs waren, blieben von 2 bis 3 Uhr für eine geschlagene Stunde irgendwo stehen. Günstigstenfalls in einem Bahnhof. Aber da war zu der Zeit auch nix los, womit für Kurzweil hätte gesorgt werden können. Zug bedeutet eben nicht nur Eisenbahn, sondern auch Bewegen, Fortbewegen. In diesem konkreten Falle wird es ad absurdum geführt. Ganz zu schweigen von den bei der Deutschen Bundesbahn stets im Fahrpreis kostenfrei mitgebuchten Verspätungen, die sie allerdings nicht immer alleine verschulden. Unappetitliche Beispiele, die ich schon selber erlebt, aber nicht verursacht habe, lasse ich mit Rücksicht auf das Osterfest jetzt weg.
Doch viel schlimmer erwischt es die Welt der Haus- und Nutztiere europaweit. Denen kann nicht erklärt werden, dass die Zeitmesser seit heute 60 Minuten vorgehen. Die haben eine innere Uhr, die sich nicht überlisten und austricksen lässt. Meine bald 8-jährige Boxerhündin Jolie steht gewohnheitsmäßig jeden Morgen plus/minus eine Minute um 6.30 Uhr als fröhlicher Wecker an meinem Bett und macht sich bemerkbar, dass es Zeit für ihr Frühstück ist. Die Uhrumstellung ist ihr herzlich egal. Übrigens ihrem Stoffwechsel auch.
Doch nicht nur Tiere leiden unter diesem ausgemachten Unfug. Insbesondere ältere Menschen. Darum gibt es in vielen Tageszeitungen und Magazinen durchaus sinnvolle Ratschläge, wie sich der homo sapiens zu einer möglichst schnellen und dennoch schonenden Anpassung verhalten sollte. Das wollen wir an dieser Stelle nach Art des ebenfalls betroffenen Rindvieches nicht wiederkäuen.
Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen einen schönen Ostersonntag und eine geschmeidige, durch den montäglichen Feiertag arbeitstechnisch verkürzte 13. Kalenderwoche!