Zehnkampf-Weltrekord von Wolfgang Ritte vom DLV tot geschwiegen

(Stendal/Darmstadt/Krefeld, 04. Juni 2014) Stellt euch vor, dass ein 38facher Stabhochsprung-Weltrekordler, mithin eine unbestrittene Ikone der Senioren-Leichtathletik, nunmehr zur Verblüffung der Fachwelt einen Weltrekord im Zehnkampf der M60 aufgestellt hat, und der eigene Dachverband schweigt sich dazu auf seiner Netzseite aus. Unvorstellbar? Denkste! So geschehen und nicht gesehen in der Senioren-Spielecke des DLV. Nunmehr am dritten Tag nach dem Ereignis, dass „Stabi“ Wolfgang Ritte (im Bild) vom SC Bayer 05 Uerdingen am vergangenen Sonntag in Stendal die fast neun Jahre alte globale Bestmarke von Rolf Geese (*1944) von der LG Göttingen in einem „Hitchcocktail“ für starke Nerven um 16 auf 8.123 Punkte verbesserte, noch immer kein Sterbenswörtchen.
Das kann nicht so einfach unter den Redaktionstisch in Darmstadt gekehrt werden, nur weil Lampis zeitnah exklusiv berichtete und Ritte in seiner kurzen Ära als äußerst engagierter Athletensprecher manch einer/einem im Bundesschuss (B
A) Senioren sinnbildlich empfindlich auf die ziemlich unbeweglichen Füße getreten ist. Es ist schlicht und ergreifend Chronistenpflicht, darüber zu berichten, sind bei irgendwelchen Animositäten Person und Sache fein säuberlich voneinander zu trennen. Basta!
Die Online-Ausgabe der Rheinischen Post Moers (sein Wohnort), machte heute die lokale Sportseite mit einem großformatigen Foto und ausführlichem Text sowie Ergebnisblock vom Ritteschen Weltrekord auf. Der lief so auch 1:1 in der Printausgabe mit. Die RP Krefeld (sein Vereinsort) berichtete ebenfalls. Dass diese Beiträge aufgrund langjähriger Kontakte als Sportjournalist jeweils meinen Gehirnwindungen entsprangen, ist dabei lediglich eine Randnotiz. Es ge
ht allein darum: Ehre, wem Ehre gebührt. Normalerweise müsste die überschaubare Zahl wirklicher Asse gehegt und geplegt werden, ist die öffentlich gemachte Anerkennung der Applaus für den Athleten. Erst recht für einen Senior, der keine fetten Startgelder zu kassieren pflegt. 
Stattdessen langweilt uns der DLV gestern mit der Meldung, dass Mitte Juli bei der DM in Erfurt die – obendrein turnusgemäße (also Routine) – Wahl zu beiden Athletensprechern anstehen würde.  Es wäre fraglos besser, der fast gesamte träge Moloch des BA’s stünde zur Wahl und könnte in die Wüste geschickt werden. Aber diese Pöstchenjäger und Sesselkleber werden ja per Abstimmung durch Zuruf (Akklamation) bestellt, weil sie gerade so erwartungsschwanger dreinschauten oder sich vorher schon eingeschleimt hatten.         

Dachverband modernisiert und saniert die gute alte DAMM kaputt

Kommentar

Unter uns gesagt

(Fürth/Darmstadt/Krefeld, 04. Juni 2014)
Traurig, aber wahr: Lediglich neun Mannschaften in der M 60 absolvierten bislang in 2014 einen Durchgang zur Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM), die nach neuer Lesart des DLV in „Team DM Senioren“ umgetauft wurde. Die LG BEC aus Hessen, die LG Radolfzell aus Baden-Württemberg und die StG Hamburg-Oldies sind erst gar nicht bei Landesmeisterschaften oder zu einem Qualifikationsdurchgang angetreten. Ansonsten stehen die sechs Teams für das Finale in Essen am 06. September 2014 mit ziemlicher Sicherheit fest.
In 2013 war es noch 14 Mannschaften (beim DLV stehen zwar 15 in der Rangliste, da wird allerdings Radolfzell gleich zweimal geführt). Jetzt kann eventuell noch Hondelage mit cirka 6.400 Punkten hinzukommen. Dann sind es zehn Klubs respektive Startgemeinschaften. Mehr gibt es anscheinend in Deutschland nicht.
Das Problem dürfte allerdings eher hausgemacht sein. Dem DLV mit seinen wundersamen Änderungen, Neuerungen und Ungereimtheiten (Joker setzen, Streichergebnis und  Cuperwertung im Finale), die kein Mensch will und genau so wenig braucht, wird es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit gelingen, auch noch die letzten Seniorenmannschaften mit seinem groben Unfug zu vergraulen.
Früher war es üblich, dass DAMM-Zwischenstände auf der Netzseite des Verbandes veröffentlicht wurden. Mittlerweile haben gut 80 Prozent der potenziellen Teams ihren Qualifikationswettkampf durchgeführt. Das hat in Darmstadt aber offenbar noch niemand bemerkt.
Still ruht der See in der schlecht gepflegten, armseligen Senioren-Spielecke.

Anmerkung der Redaktion: Dieter Krumm hat eine DAMM-Rangliste erstellt, die von Seniorensprecher Alfred Hermes aktualisiert und auf seiner Netzseite www.ue30leichtathletik.de veröffentlicht wurde.



Für die Offenen "Westfälischen" ist heute Meldeschluss

(Gladbeck/Krefeld, 02. Juni 2014) Fast so etwas wie ein Auswärtsspiel haben die allermeisten Einheimischen bei den Offenen Westfälischen Senioren-Meisterschaften am 15. Juni 2014 in Gladbeck. Denn die gastgebende Stadt im Ruhrgebiet liegt mal so gerade hinter der Grenze vom Nordrhein zu Westfalen. Eigentlich ein guter Grund für die Nordrheiner, die Etikettierung „Offene“ mit einem Start in diesem schmucken Stadion in unmittelbarer Nachbarschaft eines Naherholungsgebietes (eignet sich prima zum Einlaufen in sauerstoffhaltiger Luft) für sich zu nutzen. Für Werfer/innen ist sogar der Hammerwurf im Programm, was zum Beispiel bei den Nordrhein „Open“ vergangenen Samstag in Aachen nicht der Fall war. Da hielten sich die Gaststarter indes mit 14, davon zehn aus Westfalen, allerdings in sehr überschaubarem Rahmen. All’ jene, die jetzt vielleicht auf den Geschmack gekommen sein sollten, völlig egal woher sie kommen, müssen sich freilich sputen. Denn heute ist unter www.flvw.de im Fenster Leichtathletik Meldeschluss für diese Titelkämpfe. Später wäre es mit Mehrkosten verbunden.

Roland Wattenbach geht diesmal als Veranstalter in den Ring

(Bad Honeff/Krefeld, 03. Juni 2014) Wenn nicht wir, wer dann?! Ehrensache, dass wir die Veranstaltung eines Mitgliedes von Lampis werberisch unterstützen. Kugelstoß-Spezialist Roland Wattenbach (im Bild) von der LG Siebengebirge, der bei unserem Meeting an Christi Himmelfahrt und jüngst bei den Nordrhein „Open“ in Aachen jeweils die M 55 gewann, geht nunmehr als Chef-Organisator in den Ring. Nach der von anerkennendem Applaus der Beteiligten bedachten vorjährigen Premiere des Joseph Bellinghausen Cups, mit der ehemaligen Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius aus Leverkusen als gefeiertem Ehrengast, erlebt dieses lupenreine Werfermeeting am kommenden Pfingstsamstag seine zweite Auflage. Auf dem Programm (Beginn 12 Uhr) stehen Kugel, Diskus, Speer mit Altersklassen-Wertung ab M/W 30. Für die beste Tagesleistung ist ein Wanderpokal ausgelobt. Schauplatz ist das Stadion Menzenberg in Bad Honeff. Damit wären wir zugleich beim Stichwort: Das hübsche Kurstädtchen am Rhein eignet sich vor oder nach getanem Handwerk bestens zu einem Bummel mit Einkehrschwung. – Alle weiteren Details zur Veranstaltung unter diesem Link.    

Wolfgang Ritte steigerte den Zehnkampf-Weltrekord um 16 Punkte

(Stendal/Krefeld, 01. Juni 2014) Es sah bei Halbzeit noch so aus, als würde Stabhochsprung-Überflieger Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen beim Stendaler Hanse Cup den Weltrekord im Zehnkampf der M 60 (8.107 Punkte) im Beisein des Rekord-Inhabers Rolf Geese (*1944) von der LG Göttingen nach allen Regeln seiner sich nicht auf den Glasfieberstab beschränkenden Kunst pulverisieren. Doch es wurde heute zum Abschluss des Zwei-Tage-Werks bei der Krone der Vielseitigkeit noch einmal knapp. Extrem knapp. Der satte, scheinbar nicht mehr verspielbare Vorsprung nach neun Disziplinen schmolz beim ultimativ letzten Wettbewerb, dem 1.500-m-Lauf, der blanke Horror für fast alle „Könige der Athleten“, dahin wie Butter in der Stendaler Abendsonne. Der Mann, dessen Initialen WR (= World Record) für Qualität bürgen, rettete noch 16 Punkte ins Ziel, verbuchte mit 8.123 Zählern einen neuen Weltrekord. Übrigens sein 39. nach zuvor 38 in verschiedenen Altersklassen in seiner Paradedisziplin. Der „Einbruch“ auf den 3 ¾ Stadionrunden im Jogger-Tempo von 7:06,64 Minuten war freilich vorprogrammiert. Ritte verfügt über ein Defizit an roten Blutkörperchen und gerät deshalb bei Ausdauerleistungen sehr frühzeitig in eine Sauerstoffschuld. Phänomenal, wie schon gestern das Kugelstoßen, der heutige Diskuswurf von 38,74 m. Allein im Speerwurf  schwächelte er mit 35,98 m unprogrammgemäß. Dazu gesellten sich zum Auftakt 15,33 sec. über 100 m Hürden und 4,00 m im Stabhochsprung. Geeses Leistungen an Tag zwei im Vergleich in der richtigen Reihenfolge: 100 m H 15,77 sec., Diskus 39,84 m, Stab 3,40 m, Speer 37,18 m, 1.500 m 5:33,42.