Aufgepasst: Zeitplan für LVN-Meisterschaften der Ü30 teilweise geändert

(Euskirchen/Krefeld, 30. Juni 2022) Wo es einen vorläufigen Zeitplan gibt (gab), muss es irgendwann auch einen endgültigen geben. Jener für die Offenen Nordrhein-Meisterschaften der Ü30-Generation kommenden Samstag und Sonntag im Erftstadion in Euskirchen  wurde nach Eingang der Meldungen zumindest teilweise überarbeitet. Jedenfalls sind die Startwilligen gut beraten, da vorher noch einmal reinzuschauen, um am Ort der Handlung kein böses Erwachen zu erleben. Denn wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben.
Wo eventuell überall geändert wurde, vermag ich nicht zu beurteilen. Doch beim Kugelstoßen der M70 bis 85 weiß ich es ganz genau, habe im Interesse der Sache LVN-Seniorenwartin Gisela Stecher (Grevenbroich) selber um eine Entzerrung des ursprünglich  insgesamt 17 künftige Teilnehmer starken Feldes gebeten. Nunmehr gesplittet macht Samstag um 10 Uhr die M80/85 (6 Starter) den Auftakt, schlägt anschließend um 11 Uhr die M70/75 (11) auf.

DLV plant 80 WM-Starter: Der Laie staunt, der Fachmann wundert sich

Kolumne

Moment mal

(Darmstadt/Eugene/Krefeld, 29. Juni 2022)
Nicht kleckern, sondern klotzen. Chef-Bundestrainerin Annett Stein „kalkuliert“ für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Männer/Frauen vom 15. bis 24.Juli 2022 in Eugene im US-Bundestaat Oregon mit 80 Athleten*innen (siehe Link ). Der Laie staunt und der Fachmann wundert sich. Die unter dem dicken Strich enttäuschende DM vom vergangenen Wochenende in Berlin spiegelt eine DLV-Mannschaft fast in Kompaniestärke jedenfalls nicht wider. Noch weniger die 23 Normenerfüller/innen in den Stadionwettbewerben (plus elf beim Marathon und Gehen). Gut, da kommen noch vier weitgehend chancenlose Staffeln hinzu. Ein paar Schlupflöcher werden dann noch über ein komplett undurchsichtiges „Worldranking“ des Weltverbandes World Athletics (WA, früher IAAF) gesucht und gefunden. Übrigens nicht zu verwechseln mit der aktuellen Weltrangliste.
Der Zweck heiligt die (Bundes-)Mittel, gilt die Devise
„Nutze jeden Vorteil“ getreu seines us-amerikanischen Ausrüstungssponsor mit dem stilisierten Fleischerhaken. Denn: Die Quote der Protagonisten setzt noch mal ungefähr die gleiche Zahl eines Begleittrosses von Bundestrainern, Ärzten, Physiotherapeuten, Offiziellen, Offiziösen, Frühstücksdirektoren, Grußonkeln und –tanten sowie was da sonst noch alles kreucht und fleucht über den großen Teich in Bewegung. Ganz zu schweigen von den vorgeschalteten Nebengeräuschen eines elftägigen „Pre-Camps" im 1.400 Kilometer entfernten Santa Barbara (Kalifornien) zur Aklimatisierung an den neunstündigen Zeitunterschied. Was „lacostet" die Welt? 

Mehr Augenmaß und Sinn für die Realität vonnöten

Ehedem lautete aus grauer Vorzeit der Nominierung schlagkräftiger Nationalmannschaften die Prämisse „realistische Endkampf-Chance“. Davon ist dieser nationale Dachverband, der nach Gutsherrenart agiert, bei dem Aufwand und Ertrag in krassem Missverhältnis stehen, schon lange abgerückt. Er wird aus Kollateralschäden auch kein Jota klüger. Da sei nur an die Hallen-WM im März in Belgrad erinnert, sollte selbst das wesentlich kleinere Team gemäß der weissagenden Frau Stein „für Aufsehen sorgen“. Heraus kam ein desaströses Abschneiden mit einem achten Rang als beste Platzierung (wir berichteten). Ein bisschen mehr Augenmaß und Sinn für die blanke Realität wären vonnöten. Wobei ein gewisser Bodensatz unvermeidbar, nicht kalkulierbar ist.  
Gleichwohl bleibt die Frage: Wie lange schaut sich das für den Sport zuständige Bundesministerium des Inneren (BMI) dieses verschwenderische Treiben von öffentlichen Mitteln, mithin der Steuerzahler, noch an? Schenken wir uns an dieser sportlichen Stelle die Aufzählung drängenderer Baustellen in allen möglichen Bereichen unserer Republik.

"Zugpferd" erwies sich in öffentlicher Wahrnehmung als lahmer Ackergaul

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Berlin/Krefeld, 27. Juni 2022)
 Da haben die (un-)verantwortlich Handelnden des DLV im Vorfeld ihrer vermeintlichen Leuchtturmprojekte mit weltweiter Strahlkraft den Mund mal wieder (erwartungsgemäß) zu voll genommen. Als lahmer Ackergaul erwiesen sich in der öffentlichen Wahrnehmung die als „Zugpferd“ gepriesenen Deutschen Meisterschaften der Männer/Frauen am Wochenende im Olympiastadion in Berlin im Rahmen „Der Finals 2022“. Pustekuchen!
Nach Darstellung seiner Marketing-Tochter DLM interessieren sich 43  Prozent unserer Bevölkerung (= 35,7 Millionen) für die Leichtathletik. Aber auch für die, wenn ausschließlich deutsche Akteure am Werk sind?  Das darf nach den jüngsten Erfahrungen und heruntergebrochen auf die 3,7 Millionen Berliner getrost veneint werden. Deren rechnerische Anteil von 1,59 Millionen zeigte bei heißen Temperaturen diesen zweitägigen Titelkämpfen durch leibhaftiges Erscheinen weitgehend die kalte Schulter.

Überwiegend gähnende Leere im weiten Rund

Bei den so genannten „Morning Sessions“ herrschte im weiten Rund des 74.475 Zuschauer fassenden Sporttempels gähnende Leere. So drückte es auch der locker-flockige Livestream-Kommentator Tim Tonder treffend aus. Wenngleich der DLV uns garantiert etwas anderes weismachen will, war die Arena am gestrigen Schluss-Nachmittag allenfalls zu einem Zehntel gefüllt. Losgelöst vom Inhalt kamen die Stadionansagen über die Außenmikrofone bezeichnenderweise ausgesprochen hohl schallend im heimischen PC oder Fernseher an.

Faszinierend für die Bürger, für die Leichtathletik eine Nummer zu groß

So faszinierend es natürlich für die Bürger und Touristen einer Weltstadt wie Berlin ist, sich in einer Art Selbstbedienungsladen aus 14 nationalen Meisterschaften die Filetstücke heraussuchen zu können, dazu noch oftmals bei freiem Eintritt attraktiver Wettbewerbe im Außenbereich (zum Beispiel Triathlon), so „tödlich“ ist es für die Leichtathletik bei einem zu entrichtenden erklecklichen Obolus als familienhaftes Vergnügen von so und so viel Personen. Erschwerend gesellte sich hinzu, dass die sich bis auf wenige Ausnahmen in einer riesigen Talsohle befindende und um Reputation ringende heimische Szene (dazu genügt für Fachleute ein tieferer Blick in die Ergebnislisten; das Niveau war teilweise in Spitze und Breite erschreckend schwach) die Aufmerksamkeit und Wertschätzung vor Ort eben mit 13 weiteren Sportarten teilen musste.

Symptomatischer Stromausfall im Olympiastadion

Der DLV sollte sich mit seinem Chef-Vordenker, dem geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden Cheik-Idriss Gonschinska, und seinen vielen Gremien sehr genau überlegen, ob er sich künftig an einem solch multiplen Spektakel noch beteiligt. Weg vom Größenwahn, kleine „Flamme“ an einem heimeligeren Schauplatz scheint angezeigter als ein Leuchtturm ohne Licht. Es war geradezu symptomatisch, dass zu allem Überdruss gestern auf der Zielgeraden der Meisterschaften noch zeitweise der Strom im Olympiastadion ausfiel und eine Unterbrechung bedingte. 

Olympiafahne findet an Fred Schladens einstiger Wirkungsstätte Platz

(Bonn/Dannenberg/Krefeld, 28. Juni 2022) Aus einer blitzgescheiten Idee wurde eine wahre Odyssee. Wolfgang Knüll (*1946) hatte aus dem Nachlass seines verstorbenen langjährigen Klubkameraden beim LC Bonn und Freundes Ferdinand „Fred“ Schladen (*24.05.1939 †29.03.2021; im Bild) die riesige, über sechs Meter lange Original-Fahne des Olympischen Dorfes der Sommerspiele von 1972 in München geerbt. Der als promovierter Allgemeinmediziner im seligen (Un-)Ruhestand inzwischen mit seiner Frau Brigitte im niedersächsischen Dannenberg an der Elbe beheimatete Ex-Bonner wollte sie jedoch nicht in irgendeiner Schublade verstauben lassen. Sein erster Gedanke: Sie sollte just zum 50-jährigen Jubiläum der Olympischen Spiele und damit verbundenen Feierlichkeiten an den Schauplatz der damaligen Handlung zurückkehren, wollte sie also dem Stadtmuseum der bayerischen 1,47-Millionen-Metropole stiften. Quintessenz: Danke für das Angebot, jedoch zu groß, um sie entsprechend zu platzieren (wir berichteten mehrfach, siehe Link). Nächster Versuch Deutsches Sport- und Olympiamuseum in Köln mit ähnlichem Ergebnis.

Hartnäckigkeit von Erbe Wolfgang Knüll wurde schlussendlich belohnt

Doch der Erbe dieses einzigartigen Reliktes der Sporthistorie ließ nicht locker, stieß weiter rheinaufwärts in der ehemaligen Bundeshauptstadt nicht auf taube Ohren. Verkürzt dargestellt: Die Fahne wird im Sportpark Nord, dort also wo Fred als Platz- und Hallenmeister 33 Jahre gearbeitet hat, der zudem seine bevorzugte Trainingsstätte gewesen ist, mit weiteren Devotionalien seiner jahrzehntelangen erfolgreichen Karriere, hauptsächlich als Weltklasse-Kugelstoßer bei den Männern und Senioren, einen angemessenen Platz finden. Die kleine Einweihungsfeier wird dort vor Ort im Kreise ehemaliger enger sportlicher Wegbegleiter und Freds letzten zehnjährigen Lebensgefährtin Uschi Sieglohr morgen um 12 Uhr zelebriert. „Was lange gewährt hat, wird nun endlich gut“, resümiert Wolfgang Knüll, der Hartnäckige. Mitunter führen auch Umwege zum einzig richtigen Ziel. Denn passender geht es schlussendlich in Verbindung zu Schladen nicht

Heiko Wendorf muss den Termin für 6. Neustädter Kugel-Cup verschieben

(Neustädt/Krefeld, 26. Juni 2022) Eigentlich sollte die sechste Auflage des sich vom Jedermann-Wettbewerb als Schnupperkurs zu einem Stelldichein eines Teils der deutschen Elite von jung bis reif entwickelnde Neustädter Kugel-Cup an der hessisch-thüringischen Landesgrenze eine Art Ritterschlag erfahren: Als Normen- und Qualifikationswettkampf für verbliebene Startplätze der deutschen Männer (allerdings eher unwahrscheinlich bei der Norm von 20,85m) und Frauen zu den Europameisterschaften vom 15. bis 21.August 2022 im Münchner Olympiastadion. Konjunktiv halt. Nicht, dass Sven Lang als Leitender Bundestrainer Stoß/Wurf wankelmütig geworden wäre und diese Zusage für „Das größte Dorfsportfest Deutschlands“ in der 311-Seelen-Gemeinde zurückgezogen hätte. Die Ursache ist noch gravierender. Initiator und Organisator Heiko Wendorf muss die ursprünglich für den 09.Juli 2022 vorgesehene Veranstaltung auf seiner hauseigenen Anlage schweren Herzens absagen.

Nachholtermin im September 2022

„Aufgrund von unaufschiebbaren privaten und geschäftlichen Anlässen, die zudem eine größere Reisetätigkeit erfordern, sehe ich mich außer Stande die mannigfaltigen Vorbereitungen in gebotener Weise zu treffen“, bedauert der 51-jährige Wirtschaftsjurist. Wer im Juli 2021 vor Ort war und womöglich selber schon einmal selbst ein nur kleines Meeting organisiert hat (ich weiß, wovon ich in beiderlei Hinsicht schreibe), der hat eine Vorstellung davon, was da so alles zu stemmen ist. Und für halbe Sachen ist der DLV-Seniorensprecher und Kommissionsvorsitzende Breitensport im Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV) nicht zu haben, hat schließlich auch den inzwischen ihm vorauseilenden guten Ruf und den seines Klubs ASV Erfurt zu wahren.
Aber auch hier gilt der seit Corona noch häufiger als zuvor strapazierte Spruch aus Volkes Mund „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“. Wenngleich nicht mit der oben genannten Wertigkeit ist der Nachholtermin für den 03. oder 17.September 2022 angedacht. Ehrensache, dass wir zu gegebener Zeit Flagge zeigen, die wir dieses Kleinod für Kugelstoßer/innen von Beginn an journalistisch begleiten. Da sei bei Interesse nur an zwei verlinkte Beiträge aus dem Vorjahr in den Fenstern Nachrichten und Ergebnisse erinnert.