Lettland und der etwas andere, höhere Stellenwert der Leichtathletik


(Riga/Krefeld, 29. Januar 2019)
Wenngleich die Sportarten Basketball, Eishockey, Tennis und auch Bobfahren die Medien Lettlands dominieren, ist doch der Stellenwert der Leichtathletik in der Bevölkerung enorm. Die Erfolge der Leichtathleten im knapp zwei Millionen Einwohner starken Land des Baltikums sind ungebrochen hoch.

Speerwerfer Janis Lusis ziert eine Werbewand

Gerade erst vor wenigen Tagen hat die Leichtathletik eine besondere Wertschätzung erfahren: Im Flughafengebäude der Landeshauptstadt Riga wurde eine 30 Meter lange Werbewand zu dieser olympischen Kernsportart eingeweiht. Selbst EAA-Präsident Svein-Arne Hansen (Norwegen) kam zu der feierlichen Zeremonie und erwähnte gerne die Erfolge lettischer Sportler aus der Leichtathletik. Allen voran Speerwurf-Ikone Janis Lusis, der im Mai sein 80.Lebensjahr vollendet.

Dreimal nahm Lusis an Olympischen Spielen teil, dreimal kehrte er mit Edelmetall zurück, wobei der Deutsche Klaus Wolfermann in München mit zwei Zentimeter Vorsprung die Wiederholung seines Olympia-Erfolges von 1968 in Mexiko City verhinderte. Beim Debut 1964 in Tokio gewann Lusis Bronze. Seine Frau Elvira Ozolina hatte bereits 1960 in Rom Olympia-Gold geholt und über Jahre den Weltrekord im Speerwurf der Frauen gehalten.

Ehrung für das Lebenswerk des bald 80-Jährigen

Nach dem „Erwachen“, der Befreiung Lettlands und Loslösung von der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre, ging Janis Lusis noch bei den Meisterschaften der Senioren in Europa und der Welt an den Start. Bei der Sport-Gala der lettischen Leichtathleten wurde er für sein Lebenswerk geehrt. Seine Dankesrede endete mit stehenden Ovationen der knapp 200 geladenen Gäste.