Kugelstoßerin Jana Müller-Schmidt erlebte bei WM absoluten Super-GAU

(Torun/Krefeld, 26. März 2019) Wer den Schaden hat, braucht bekanntlich für den Spott nicht zu sorgen. Doch uns liegt nichts ferner, als Fachorgan und Internet-Portal von und für Senioren-Werferinnen in dieselbe Kerbe hauend Hohn und Häme über einen ausgesprochenen Pechvogel (die weibliche Version ist mir leider nicht bekannt; schon sind wir beim Gender-Wahnsinn, den ich nur noch sehr bedingt mitmache) auszugießen. Da wäre eher Mitgefühl und Trost angezeigt. Sofern überhaupt möglich. Denn Kugelstoßerin Jana Müller-Schmidt (*1964) von der SG Osterholz in Niedersachsen erlebte, richtiger: erlitt, bei den Hallen-Weltmeisterschaften im polnischen Torun den absoluten Super-GAU (größter angenommener Unfall).
Während wir aus der Ferne in unserem Beitrag noch herumrätselten, weshalb die haushohe Favoritin und Weltranglisten-Erste (14,56m) der W50 nicht angetreten sei und den abholbereiten Titel generös an die Ukrainerin (13,61m) Sorochuk „abschenkte“, spielte sich für sie bei der vermeintlich herrlichsten Nebensache der Welt ein sportliches Drama in mehreren Akten ab.

Kugel-Andy versuchte ein wenig Trost zu spenden

Die gemeldete 54-Jährige war keineswegs durch eine simple Erkältung oder sonst irgendetwas verhindert. Vielmehr war sie topfit, vor Ort, hat sich akkreditiert, also ihre Startunterlagen abgeholt, ihre private Kugel rechtzeitig vor dem Wettkampf abnehmen lassen und sich in der Wurfhalle für das kalkulierbare Unternehmen Gold vorbereitet. Eine kleine, aber folgenschwere Winzigkeit hatte die international erfahrene Athletin und amtierende Freiluft-Weltmeisterin von Malaga indes vergessen – sich via Unterschrift für den Start einzuschreiben. Folglich fehlte sie auf der Wettkampfliste und war zum Zuschauen verurteilt.
Sparen wir uns und ihr solch schlaue Sprüche wie „Hart, aber fair“ und „Regeln sind für alle da und einzuhalten“. Das irrende Nordlicht war ob ihres Anfängerfehlers und dem entgangenen WM-Titel einfach am Boden zerstört. Wobei, so wird kolportiert, der ebenfalls herausragend kugelstoßende 140 Kilogramm schwere Gute-Laune-Bär Andy Dittmar aus Gotha sich mächtig ins Zeug legte, um zumindest verbal ein bisschen Trost zu spenden und Aufbauhilfe zu leisten. In wie weit es geholfen hat, ist von unseren verschiedenen Informanten (Dank dafür!) in gleicher Sache freilich nicht überliefert worden.
Eine Flasche Wodka, eine beliebtes Grundnahrungsmittel in Polen, auf Ex wäre vermutlich das probatere Mittel gewesen. Jedenfalls bis zum Ende des Rausches.
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