Kugelstoßerin Sara Gambetta machte es ungewollt spannend

(Tokio/Krefeld, 30. Juli 2021; 14.30 Uhr) Wenn man(n)/frau schon kein Glück hat, kommt meistens noch Pech hinzu. Doch Kugelstoßerin Sara Gambetta vom SV Halle hatte das Glück der Tüchtigen. Die 28-jährige Hallenserin hätte mit ihrem Auftakt von knapp über 19 Metern (Bestleistung 18,86m) die gegenüber der Olympianorm von 18,50m auf 18,80m heraufgesetzte Qualifikationsweite bereits abhaken können. Halt Konjunktiv, da sie diesen Versuch leider um eine Winzigkeit fehlender Ausbalancierung nicht im Ring halten konnte. So musste sie mit ihrer Tagesbestweite von 18,57m aus dem zweiten Durchgang buchstäblich bis zur jeweils letzten Athletin aus beiden Gruppen bangen, ob sie auf dem zwölften Platz verbleiben würde. Es taten ihr alle den unbeabsichtigten Gefallen. Nun sollte die Interpretin der konventionellen Rückenstoßtechnik mit diesem schönen Teilerfolg im gestärkten Rücken das Finale am Sonntag mit der nötigen Lockerheit angehen können und hier vielleicht die 19 vor dem Komma nachliefern.

Christina Schwanitz und Katharina Maisch chancenlos
 
Für ihre beiden Teamkameradinnen war die „Quali“ die befürchtete Schuhnummer zu groß. Das wäre beim sich drehenden 24-jährigen „Nesthäkchen“ Katharina Maisch (15. mit 17,89m) bei einem „Hausrekord“ von 18,51m und dem ersten Auftritt auf der größten internationalen Bühne überhaupt auch ziemlich vermessen gewesen. Und bei der „Mutter der Kompanie“, der 35-jährigen Ex-Weltmeisterin Christina Schwanitz (beide LV 90 Erzgebirge), vermochte es die Routine allein in einer durch und durch verkorksten Saison auch nicht zu richten. Es muss auch in einem sein, um es rauslassen zu können. Mit 18,08m landete „La Schwanitz“ einen Rang vor ihrer jungen Klubkameradin.

Nele Eckhardt-Noack knapp gescheitert, Mixed-Staffel weiter

„Endstation Sehnsucht“ hieß es auch für die beiden deutschen Dreispringerinnen. Kläglich die Vorstellung von Kristin Gierisch (TuS Bayer 04 Leverkusen), die mit indiskutablen 13,02m den 30.und  drittletzten Platz belegte. Den finalen dritten Durchgang ließ sie aufgrund einer mutmaßlichen Verletzung aus. Nele Eckhardt-Noack von der LG Göttingen hatte allen Grund mit ihrem letzten Versuch zu hadern. Gerade mal mit der Schuhspitze das Brett berührend und rund 18 Zentimeter ungewollt verschenkend, fehlten bei 14,20m (14.) letztlich nur zwei Zentimeter am Weiterkommen. Das ist schade und extrem ärgerlich. Ein Binsenweisheit, dass es Bestandteil der Disziplin ist, den Balken vernünftig zu treffen und zudem noch die Katapultwirkung mitzunehmen.
Für sie wird es kein Trost sein, dass die Mixed-Staffel über 4x400m in der Besetzung Marvin Schlegel, Corinna Schwab, Ruth Spelmeyer-Preuss und Manuel Sanders in einem äußerst spannenden Rennen mit Belgien (3:12,75) und Irland (3:12,88) als Vorlauf-Dritte mit neuem deutschen Rekord von 3:12,94 Minuten ins Finale einzog.
Alle Resultate des ersten Wettkampftages der Leichtathletik.