Kommende Nacht werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt

(Krefeld und die Republik, 30. Oktober 2021) Nicht gerade täglich, aber zumindest zweimal im Jahr grüßt in den Staaten der Europäischen Union (EU) in selber Sache das Murmeltier. Kommende Nacht ist es mal wieder so weit. Da werden die Uhren um 3 Uhr auf 2 Uhr von Sommer- auf Winterzeit zurückgestellt. Längst sind sich die gelehrten und geleerten Politiker bei der EU in Brüssel einig, dass dieses Bäumchen-verwechsle-dich-Spiel ausgemachter Humbug ist. Nur können sie sich seit Jahren nicht mehrheitlich darauf einigen, ob auf eine durchgängige Normal- oder Sommerzeit. Und so drehen wir dann entgegen besseren allgemeinverbindlichen Wissens weiterhin an den analogen Zeitmessgeräten. Digital geht es in aller Regel hierzulande und der EU auf ein Signal der Atomzeituhr in Braunschweig. Sie ist seit 1978 für die gesetzliche Zeitbestimmung verantwortlich.
Sei‘s drum: Wohl dem, dessen innere Uhr sich auf Kommando umstellen lässt. Der kann morgen, so noch Termingebundenes anstehen sollte, eine Stunde länger schlafen.
So oder so: Angenehme Ruh‘! Immer! Denn ein guter, fester Schlaf ist wichtig für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Nicht nur, aber auch beim Sport. Hätten wir das gleich mit geklärt.

DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf nimmt sich 760 km unter die Räder

(Roermond/Krefeld, 29. Oktober 2021) Traditionell bitten unseren westlichen Nachbarn von Swift Atletiek in Roermond/NL am letzten Samstag im Oktober zur Douwe Smit Trofee: Ein Werfertag mit Senioren-Wertung im Kugelstoßen, Diskus-, Speer und Hammerwurf. Gemeldet haben dazu 57 Athleten*innen aus dem Gastgeberland (45), Belgien und Deutschland (je 6). Letztere nicht allein aus dem grenznahen westdeutschen Raum. Denn mitunter kann auch ein weiterer Anreiseweg lohnen. DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf (*1970) vom Eisenacher LV in Thüringen nimmt sich 380 Kilometer (einfache Fahrt) unter die Autoräder, um seine gute Spätform auf dem allerletzten Drücker zu einer Verbesserung der Saisonbestleistung im Kugelstoßen der M50 zu nutzen. Auf dass es bei dem Riesenaufwand gelingen möge.
Passen muss leider der deutsche Ex-Meister Ralf Unger (*1947; im Bild) vom TuS 1889 Buir in Kerpen bei seiner geplanten Abschiedsvorstellung aus der M70. Der Drehstoß-Interpret zog sich beim Abschlusstraining eine schwere Zerrung oder gar einen Muskelfaserriss in der rechten Wade zu. Eigentlich hatte auch er vor noch ein „Schöppchen“ draufzulegen und in der deutschen Bestenliste unmittelbar vor ihm auf Position vier Bald-Siebziger Johann Stein (*01.11.1951) vom TV Werther einzufangen (12,39 zu 12,13m). Die Trainingsweiten hätten es hergegeben.
Alle weiteren Details auf der famosen Meldeplattform atletiek.nu, die hierzulande ihresgleichen sucht und nicht findet.

Abstimmungsverfahen zur Wahl NRW-Sportler des Jahres eröffnet

(Düsseldorf/Krefeld, 27. Oktober 2021) Nach der Wahl ist vor der Wahl. Das gilt jetzt allerdings lediglich rein statistisch bezogen auf die Politik, wo gerade von einem Dreierbündnis eine neue Bundesregierung zusammen gezimmert wird. Unterdessen wählt das einwohnerstärkste Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) auf Initiative und Nominierung von Landessportbund (LSB), Land NRW und Sportstiftung NRW in einem Online-Verfahren seine Asse in den Kategorien Sportlerin, Sportler und Mannschaft des Jahres 2021. Die Proklamation mit der Verleihung der begehrten Felix Awards findet am 10.Dezember 2021 bei einer Gala in der Mitsubishi Electric Halle in der Landeshauptstadt Düsseldorf statt.
Das Abstimmungsverfahren ist bereits eröffnet. Mitmachen lohnt sich neben der Wahl des/der eigenen Favoriten auch insofern, da unter allen Teilnehmern insgesamt 13 Preise verlost werden. Als Hauptgewinn winkt ein Wochenende für zwei Personen im Sport- und Tagungszentrum Hachen in Sundern im Sauerland. Alles Weitere zur Wahl unter dieser Verlinkung.

Aline Rotter-Focken feierte historischen Olympiasieg im Ringen
 
Nun kommt freilich durch meine eigene Lesebrille betrachtet noch ein wenig Lokalkolorit ins Spiel. Bei den fünf nominierten Sportlerinnen musste ich nicht lange überlegen, wem ich die Gunst meiner Wählerstimme erweise: Ringerin Aline Rotter-Focken (siehe Wikipedia). Die 30-jährige Krefelderin erklärte vor den Olympischen (Nachhol-)Spielen im  Sommer in Tokio, dass sie in der japanischen Metropole ihren unwiderruflich letzten Kampf absolvieren und ihre eh schon sehr erfolgreiche Karriere beenden würde. Den sollte sie in der Klasse bis 76kg mit einem deutlichen finalen 7:3-Punktsieg über die mehrfache Weltmeisterin Adeline Gray aus den USA mit der Goldmedaille krönen. Ein historischer Triumph obendrein als erste deutsche Olympiasiegerin in dieser klassischen olympischen Sportart (griechisch Páli) der Antike. Mehr geht nicht!
Doch noch dies: Die attraktive, sympathische Blondine wusste sich und ihre Kampfkunst beim anschließenden Medien-Marathon bestens ins Szene zu setzen. Vorgestern wurde sie von ihrer Heimatstadt im Rathaus zusammen mit den Ruder-Silbermedaillengewinnern Jonathan Rommelmann (Leichtgewichts-Zweier) und Laurits Follert (Achter) geehrt. Womöglich wird ihr noch ein „Denkmal“ gesetzt. Während der Feierstunde wurde unter großem Beifall der illustren Gästeschar laut darüber nachgedacht, die bislang namenlose städtische Trainingsstätte ihres Klubs KSV Germania Krefeld in Aline-Rotter-Focken-Halle zu benennen.
Das wäre dann das Tüpfelchen auf dem i.

Ü30: NRW-Winterwurf-Meisterschaften verzeichnen schwache Resonanz

(Düsseldorf/Krefeld, 28. Oktober 2021) Eine ausgesprochen schwache Resonanz verzeichnen die Offenen NRW-Winterwurf-Meisterschaften der Ü30-Generation am 07.November 2021 im Arena Sportpark in Düsseldorf. Mit 50 Startwilligen (36 Männer, 14 Frauen) wurde das Meldeergebnis zu den letzten Titelkämpfen dieser Art vor Corona 2019 in Leichlingen auf den absoluten Negativrekord mehr als halbiert. Das ist schlicht der hausgemachten Tatsache der Abspeckung des Wettkampf-Angebotes auf die reinen Meisterschaftswettbewerbe der Langwürfe Diskus, Speer und Hammer geschuldet,  Die bisherigen Rahmendisziplinen Kugel, Gewichtwurf und Wurf-Fünfkampf wurden aus dem Programm genommen. Wegen latentem Kampfrichtermangel, wie LVN-Seniorenwartin Gisela Stecher (im Bild) vom veranstaltenden Leichtathletik-Verband (LVN) unter dem Ausdruck des Bedauerns gegenüber LAMPIS erklärte.
Allerdings schwerlich vorstellbar, dass der für den dauerhaften Gastgeber Leichlinger TV, dessen Anlage nach der Flutkatastrophe noch nicht wieder zur Verfügung steht, einspringende örtliche Ausrichter TV Angermund bei diesem von ihm zunächst als Werfertag konzipierten Wettbewerb kein Kugelstoßen angeboten hätte. Damit wäre 1.) diese schwerpunktmäßige Spezies angelockt worden und 2.) jene, die ohne das klassische Double Kugel/Diskus fernbleiben. So oder so allemal ein Schuss in den Ofen.
Eine kleine Vorschau auf diese Meisterschaften veröffentlichen wir in der nächsten Woche. Vorab geht es mit der nachfolgenden Verlinkung zur Meldeliste.

Kein Interesse: Drei von 20 Regionalverbänden waren nicht vertreten

(Wetzlar/Krefeld, 26. Oktober 2021) Still ruht der See auf dem offiziellen DLV-Mitteilungsorgan leichtathletik.de zur konstituierenden Sitzung der „Ständigen Konferenz für Sportentwicklung“ vorigen Samstag/Sonntag im Hotel Michel in Wetzlar (siehe Vorschau). Genügen also wenigstens wir in Geschäftsführung ohne Auftrag der Informationspflicht. Als Delegierter des Thüringer Leichtathletik-Verbandes (TLV) zusammen mit dessen Vizepräsidenten Jens Panse vermittelte uns Heiko Wendorf (im Bild) in seiner neuen Eigenschaft als Kommissions-Vorsitzender Breitensport im TLV einen kleinen Eindruck von der Veranstaltung. Bei dem 51-jährigen Wirtschaftsjuristen saß der DLV-Seniorensprecher jedoch imaginär mit am Verhandlungstisch. Er sollte in dem Orthopäden und früheren Mittelstreckler Prof.Dr.Thomas Wessinghage (zu meiner großen persönlichen Überraschung) einen glühenden Mitverfechter für die Senioren-Leichtathletik haben. Der 69-jährige Mediziner stellte in seinem 60-minütigen Impulsvortrag heraus, dass neben sozialen Kontakten Bewegung und Sport im Alter eminent wichtige Bausteine zur Stärkung des Immunsystems und der Gesundheit seien. Mithin auch eine Aufgabenstellung des Fachverbandes für die mit fast 50 Prozent weitaus größte Altersgruppe unter seinem Dach.

Es bewegt sich was in die richtige Richtung

Die Prioritätenliste sieht indes anders aus, stehen die Senioren*innen – verständlicherweise – nicht an erster Stelle der Großbaustelle Leichtathletik in Deutschland. Dennoch betonte Wendorf in seinem Kurzreferat am Sonntagvormittag, dass die DLV-Akademie nicht allein dem Spitzensport vorbehalten bleiben dürfe. „Die Leichtathletik besteht aus einer riesigen Familie von klein bis groß, jung bis alt, die in allen Bereichen Wertschätzung und Anerkennung verdiene“, rekapitulierte er für LAMPIS. Alles in allem habe ihm dieses von ARD-Sportreporter Volker Hirth professionell moderierte Symposium gut gefallen. Es müsse noch an vielen Stellschrauben, unter anderem neuen Veranstaltungskonzepten, der Transparenz, Kommunikation und medialen Präsenz, gedreht werden, aber es würde sich zumindest etwas in die richtige Richtung bewegen. Er selber will mit Visionen und Ideen seinen Beitrag dazu leisten.
Das mal an die Adresse jener drei von 20 Regional-/Landesverbänden, die von all dem nichts mitbekommen haben, da deren Vertreter nicht vertreten waren. Das nennt sich dann wohl Interessenlosigkeit.