Ü30: NRW-Winterwurf-Meisterschaften verzeichnen schwache Resonanz

(Düsseldorf/Krefeld, 28. Oktober 2021) Eine ausgesprochen schwache Resonanz verzeichnen die Offenen NRW-Winterwurf-Meisterschaften der Ü30-Generation am 07.November 2021 im Arena Sportpark in Düsseldorf. Mit 50 Startwilligen (36 Männer, 14 Frauen) wurde das Meldeergebnis zu den letzten Titelkämpfen dieser Art vor Corona 2019 in Leichlingen auf den absoluten Negativrekord mehr als halbiert. Das ist schlicht der hausgemachten Tatsache der Abspeckung des Wettkampf-Angebotes auf die reinen Meisterschaftswettbewerbe der Langwürfe Diskus, Speer und Hammer geschuldet,  Die bisherigen Rahmendisziplinen Kugel, Gewichtwurf und Wurf-Fünfkampf wurden aus dem Programm genommen. Wegen latentem Kampfrichtermangel, wie LVN-Seniorenwartin Gisela Stecher (im Bild) vom veranstaltenden Leichtathletik-Verband (LVN) unter dem Ausdruck des Bedauerns gegenüber LAMPIS erklärte.
Allerdings schwerlich vorstellbar, dass der für den dauerhaften Gastgeber Leichlinger TV, dessen Anlage nach der Flutkatastrophe noch nicht wieder zur Verfügung steht, einspringende örtliche Ausrichter TV Angermund bei diesem von ihm zunächst als Werfertag konzipierten Wettbewerb kein Kugelstoßen angeboten hätte. Damit wäre 1.) diese schwerpunktmäßige Spezies angelockt worden und 2.) jene, die ohne das klassische Double Kugel/Diskus fernbleiben. So oder so allemal ein Schuss in den Ofen.
Eine kleine Vorschau auf diese Meisterschaften veröffentlichen wir in der nächsten Woche. Vorab geht es mit der nachfolgenden Verlinkung zur Meldeliste.

Abstimmungsverfahen zur Wahl NRW-Sportler des Jahres eröffnet

(Düsseldorf/Krefeld, 27. Oktober 2021) Nach der Wahl ist vor der Wahl. Das gilt jetzt allerdings lediglich rein statistisch bezogen auf die Politik, wo gerade von einem Dreierbündnis eine neue Bundesregierung zusammen gezimmert wird. Unterdessen wählt das einwohnerstärkste Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) auf Initiative und Nominierung von Landessportbund (LSB), Land NRW und Sportstiftung NRW in einem Online-Verfahren seine Asse in den Kategorien Sportlerin, Sportler und Mannschaft des Jahres 2021. Die Proklamation mit der Verleihung der begehrten Felix Awards findet am 10.Dezember 2021 bei einer Gala in der Mitsubishi Electric Halle in der Landeshauptstadt Düsseldorf statt.
Das Abstimmungsverfahren ist bereits eröffnet. Mitmachen lohnt sich neben der Wahl des/der eigenen Favoriten auch insofern, da unter allen Teilnehmern insgesamt 13 Preise verlost werden. Als Hauptgewinn winkt ein Wochenende für zwei Personen im Sport- und Tagungszentrum Hachen in Sundern im Sauerland. Alles Weitere zur Wahl unter dieser Verlinkung.

Aline Rotter-Focken feierte historischen Olympiasieg im Ringen
 
Nun kommt freilich durch meine eigene Lesebrille betrachtet noch ein wenig Lokalkolorit ins Spiel. Bei den fünf nominierten Sportlerinnen musste ich nicht lange überlegen, wem ich die Gunst meiner Wählerstimme erweise: Ringerin Aline Rotter-Focken (siehe Wikipedia). Die 30-jährige Krefelderin erklärte vor den Olympischen (Nachhol-)Spielen im  Sommer in Tokio, dass sie in der japanischen Metropole ihren unwiderruflich letzten Kampf absolvieren und ihre eh schon sehr erfolgreiche Karriere beenden würde. Den sollte sie in der Klasse bis 76kg mit einem deutlichen finalen 7:3-Punktsieg über die mehrfache Weltmeisterin Adeline Gray aus den USA mit der Goldmedaille krönen. Ein historischer Triumph obendrein als erste deutsche Olympiasiegerin in dieser klassischen olympischen Sportart (griechisch Páli) der Antike. Mehr geht nicht!
Doch noch dies: Die attraktive, sympathische Blondine wusste sich und ihre Kampfkunst beim anschließenden Medien-Marathon bestens ins Szene zu setzen. Vorgestern wurde sie von ihrer Heimatstadt im Rathaus zusammen mit den Ruder-Silbermedaillengewinnern Jonathan Rommelmann (Leichtgewichts-Zweier) und Laurits Follert (Achter) geehrt. Womöglich wird ihr noch ein „Denkmal“ gesetzt. Während der Feierstunde wurde unter großem Beifall der illustren Gästeschar laut darüber nachgedacht, die bislang namenlose städtische Trainingsstätte ihres Klubs KSV Germania Krefeld in Aline-Rotter-Focken-Halle zu benennen.
Das wäre dann das Tüpfelchen auf dem i.

Heute ist Meldeschluss für NRW-Winterwurf-Meisterschaften und...

(Düsseldorf/Berlin/Krefeld, 25. Oktober 2021) Wohl dem fortgeschrittenen Semester mit einem funktionierenden Gedächtnis und gut gepflegten Terminkalender, auf den freilich auch allmorgendlich ein Blick geworfen werden sollte. Aber für alle Eventualfälle machen wir in unserer unschlagbaren für- und vorsorglichen Art den fröhlichen visuellen Weckruf. Nicht vergessen: Heute um 24 Uhr ist Meldeschluss für die Offenen NRW-Senioren-Winterwurf-Meisterschaften in den Langwürfen Diskus, Speer und Hammer am 07.November 2021 im Arena Sportpark der Landeshauptstadt Düsseldorf (siehe Ausschreibung und unseren Vorbericht).

...den Foto-Wettbewerb "Mehr als Risikogruppe vom (nicht-)alltäglichen Leben"

Aber einen haben wir noch: Für den Foto-Wettbewerb „Mehr als Risikogruppe – vom (nicht-)alltäglichen Leben“ ist ebenfalls heute Schicht im Schacht, sprich: Einsendeschluss. Darauf hatten wir in einem größeren Beitrag an dieser Stelle am 05.Oktober 2021 aufmerksam gemacht. Ganz kurz mit einem Zitat von Mediensprecher Christoph Cöln rekapituliert: „Dieser Wettbewerb hat sich zum Ziel gesetzt, ein lebensnahes, authentisches Bild älterer Menschen während der Corona-Pandemie zu zeichnen.
Das sollte eigentlich ein gefundenes Fressen für Senioren-Leichtathleten sein, die gerade in dem Alterssegment Ü65 besonders stark vertreten sind. Nun werden wir nicht von jeder und jedem eine Resonanz erhalten, die sich an diesem Wettbewerb beteiligt haben und auf dem letzten Drücker noch teilnehmen.


Tolles Beispiel von prallem Optimismus

Doch ein sehr schönes, treffendes Beispiel haben wir, dass in diesen besch…eidenen Zeiten von Corona jede Menge Optimismus sowie Lebensfreude ausstrahlt und mit dem Titel Wir sind zufrieden eingereicht worden ist. Es bildet Marion Ertl, die buchstäblich mit einem Pokal ausgezeichnete Organisatorin Silvia Anzinger und Winfried Heckner zum Abschluss der Internationalen Österreichischen Masters-Meisterschaften am 25./26.September 2021 in Linz ab. In Szene gesetzt und im richtigen Augenklick (keine Tippfehler) abgedrückt von Lászlò Ertl, dem Ehemann von Marion. Vermutlich war es „lediglich“ für die Poesiealben der drei Abgelichteten gedacht. Aber so wird es bei allen anderen Einsendungen ja auch sein. Eben das macht es schlussendlich authentisch und nicht gestellt.

Kein Interesse: Drei von 20 Regionalverbänden waren nicht vertreten

(Wetzlar/Krefeld, 26. Oktober 2021) Still ruht der See auf dem offiziellen DLV-Mitteilungsorgan leichtathletik.de zur konstituierenden Sitzung der „Ständigen Konferenz für Sportentwicklung“ vorigen Samstag/Sonntag im Hotel Michel in Wetzlar (siehe Vorschau). Genügen also wenigstens wir in Geschäftsführung ohne Auftrag der Informationspflicht. Als Delegierter des Thüringer Leichtathletik-Verbandes (TLV) zusammen mit dessen Vizepräsidenten Jens Panse vermittelte uns Heiko Wendorf (im Bild) in seiner neuen Eigenschaft als Kommissions-Vorsitzender Breitensport im TLV einen kleinen Eindruck von der Veranstaltung. Bei dem 51-jährigen Wirtschaftsjuristen saß der DLV-Seniorensprecher jedoch imaginär mit am Verhandlungstisch. Er sollte in dem Orthopäden und früheren Mittelstreckler Prof.Dr.Thomas Wessinghage (zu meiner großen persönlichen Überraschung) einen glühenden Mitverfechter für die Senioren-Leichtathletik haben. Der 69-jährige Mediziner stellte in seinem 60-minütigen Impulsvortrag heraus, dass neben sozialen Kontakten Bewegung und Sport im Alter eminent wichtige Bausteine zur Stärkung des Immunsystems und der Gesundheit seien. Mithin auch eine Aufgabenstellung des Fachverbandes für die mit fast 50 Prozent weitaus größte Altersgruppe unter seinem Dach.

Es bewegt sich was in die richtige Richtung

Die Prioritätenliste sieht indes anders aus, stehen die Senioren*innen – verständlicherweise – nicht an erster Stelle der Großbaustelle Leichtathletik in Deutschland. Dennoch betonte Wendorf in seinem Kurzreferat am Sonntagvormittag, dass die DLV-Akademie nicht allein dem Spitzensport vorbehalten bleiben dürfe. „Die Leichtathletik besteht aus einer riesigen Familie von klein bis groß, jung bis alt, die in allen Bereichen Wertschätzung und Anerkennung verdiene“, rekapitulierte er für LAMPIS. Alles in allem habe ihm dieses von ARD-Sportreporter Volker Hirth professionell moderierte Symposium gut gefallen. Es müsse noch an vielen Stellschrauben, unter anderem neuen Veranstaltungskonzepten, der Transparenz, Kommunikation und medialen Präsenz, gedreht werden, aber es würde sich zumindest etwas in die richtige Richtung bewegen. Er selber will mit Visionen und Ideen seinen Beitrag dazu leisten.
Das mal an die Adresse jener drei von 20 Regional-/Landesverbänden, die von all dem nichts mitbekommen haben, da deren Vertreter nicht vertreten waren. Das nennt sich dann wohl Interessenlosigkeit.

Konstituierende Sitzung der "Ständigen Konferenz für Sportentwicklung"

Kolumne

Moment mal 

(Wetzlar/Darmstadt/Krefeld, 24. Oktober 2021)
Erinnern wir daran, dass der sagenumwobene, schier endlos Leuchtturm-Projekte produzierende Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) bei seinem letzten, notgedrungen digital durchgeführten Verbandstag am 17.April 2021 in Sindelfingen oder Darmstadt (das blieb im Dunkeln) eine neue Satzung und Strukturreform verabschiedete (siehe Link). Damals titelten wir „DLV-Verbandstag soll Weichen in eine bessere Zukunft stellen“. Dass die nicht schon bei dem per Saldo desaströsen Abschneiden bei den Olympischen (Nachhol-)Spielen 2021 in Tokio beginnen konnte, lag bei Fachleuten außerhalb der Dachorganisation vorher auf der Hand. Aber was ist seither geschehen? Zumindest von der Wahrnehmbarkeit in der nicht stattfindenden Außendarstellung herrschte tote Sporthose.

Leichtathletik in Deutschland soll neu erfunden werden

Nun soll es allerdings dem Vernehmen nach über den „Obergefreiten-Dienstweg“ so richtig losgehen. Die „Ständige Konferenz zur Sportentwicklung“ trat gestern (12.30 bis 19) und noch heute (8.30 bis 12 Uhr) im Hotel Michel in Wetzlar mit einem Verbandsgremium und je zwei Vertretern der 20 Landes-/Regionalverbände zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Mit einem prall gefüllten Programm und „Workshops“ soll die vermeintliche olympische Kernsport, die es für die Germanen schon lange nicht mehr ist, in Deutschland neu erfunden werden. Ein staatstragendes Schlagwort daraus: „Vorsprung durch Idee: Leichtathletik 2030“. Da wird also sehr viel Geduld gefragt sein.

Da wurde der Bock zum Gärtner gemacht

Ohne jetzt die ewige Talente von gestern und vorgestern wichtiger zu nehmen als sie trotz ihrer gewaltigen Zahl von rund 390.000 Mitgliedern (gibt es auch Mitgliederinnen?) sind – sie kamen gestern in einem 60-minütigen Impulsvortrag vom einstigen Mittelstreckler und Orthopäden Prof.Dr.Thomas Wessinghage (*1952) mit der Überschrift „Handlungsfelder der Zukunft: Laufen, Gesundheit, Senioren“ auch vor. Das Alter hat er, der 69-jährige Wessinghage! Aber auch die Einsicht und Überzeugung? Namentlich nicht genannt, ist er in unserem Fenster „Über Lampis“ mit seiner früheren Aussage gemeint „Stoß-, Wurf- und Sprungwettbewerbe bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ersatzlos zu streichen“. Da vermuten wir mal verstärkt, dass bei dem Thema der Bock zum Gärtner gemacht wurde.

Aber warten wir mal in Ruhe ab, ob überhaupt und wenn Ja was von diesem Symposium bekannt wird. Damit meinen wir jetzt den Begriff für „wissenschaftliche Konferenz“ und nicht den altgriechischen Sinn für „geselliges, gemeinsames Trinken“.
Einen langen Samstagabend gab es allerdings auch.