Und jetzt politisiert er auch noch - der Seniorensprecher Alfred Hermes

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Glosse

Neben der Spur

(Darmstadt/Krefeld, 30. Juli 2014)  Wer in offiziöser Funktion nicht wirklich wichtig ist und noch weniger genommen wird, der muss halt ein bisserl nachhelfen. Dazu fällt einem in Anlehnung an Plaudertasche Barbara Schöneberger der abgewandelte Spruch ein: Und jetzt politisiert er auch noch! Auf Sport bezogen, versteht sich an dieser Stelle. Gemeint ist Seniorensprecher Alfred Hermes (*1946) aus Jülich. Der für den Pulheimer SC startende Mittelstreckler veröffentlichte gestern in der Senioren-Spielecke auf der Verbandsnetzseite einen staatstragenden Beitrag unter der Überschrift „Wahl bei der EVAA-Generalversammlung“. Das ist ungefähr so interessant, als würde irgendein Nachrichtensender berichten, dass auf einem riesigen Feld in China ein mit Reis gefüllter Sack umgefallen sein könnte.
Was nun die EVAA-Geschichte angeht, tangiert es eh nur jenen relativ überschaubaren Kreis derer, die regelmäßig oder gelegentlich an kontinentalen Meisterschaften teilnehmen. Das allerdings auch nur sehr bedingt. Denn sie haben natürlich überhaupt keinen Einfluss auf die Wahl. Die hat, wie wir erfahren, Hermes, der einer der fünf Delegierten des achtköpfigen DLV-Trosses sein wird. Freilich dürfte er wohl kaum vorher bei allen mutmaßlich 202,5 deutschen Startern bei den Senioren-Europameisterschaften vom 22. bis 31. August 2014 im türkischen Izmir eine repräsentative Umfrage auf den Weg bringen. Zu allem Überfluss stellt er uns gelangweilten Lesern (da habe ich schlicht die Analogie walten lassen), die keinerlei Einfluss auf das Prozedere haben werden, auch noch die Kandidaten in epischer Breite inklusive deren Bewerbungsschreiben im PDF-Format vor. Geht’s noch? Was uns mächtig wundert, dass die Multi-Kulti-Offizielle Margit Jungmann aus Rehlingen ihren „Wikinger-Helm“ nicht in den Ring geworfen hat, um ein weiteres Pöstchen abzugreifen. Da die meist (un-)verbindlich lächelnde Saarländerin ihre Ehrenämter nur halbherzig auszuüben pflegt, zumindest vermittelt sich dieser Eindruck, hätte sie gewiss noch Freiräume zur Verfügung gehabt.
Was indes wesentlich spannender gewesen wäre, letztlich irgendwie alle aktiven Leichathletik-Senioren/innen betrifft, und vor allem bei der gleichen Sitzung am 26. August zur Entscheidung auf der Agenda steht: die beabsichtigte Umbenennung des für ab 35-Jährige diskriminierenden Verbandsnamen European Veterans Athletic Association (EVAA) in European Masters Athletics (EMA). Kein Sterbenswörtchen darüber.
Noch eine Warnung für alle jene, die immer noch der Meinung sein sollten, die angebotene Verlinkung öffnen zu müssen: Nahezu den Bildschirm füllend wird der geneigte Betrachter von einem signalroten Hintergrund erschlagen, auf dem zweizeilig in weißer Großschrift „Athletensprecher Senioren“ prangt.
Hoch lebe ein dekoratives Layout! Das wird jedoch Hermes nicht verbrochen haben. Die Inhalte schon. Dafür bürgt er mit seinem Namen.