Viele Ungereimtheiten rings um die Senioren-Europameisterschaften

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(Izmir, 22. August 2014)"Ich glaub' mein Schwein pfeift", könnte man die erste Info des gestrigen Tages im Atatürk-Stadion überschreiben. Na ja, eher mit nun drei- statt Zwei-Klassen-Gesellschaft. Die Athleten-Akkreditierungskarte berechtigt allein die über 65-Jährigen zur kostenfreien Nutzung des ÖPNV wie Busse und Metro. Alle anderen Teilnehmer sollen ihre täglichen Fahrten zum Wettkampf und zurück zum Hotel gefälligst selber bezahlen! Hallo??? Nicht, dass das falsch ’rüberkommt: Natürlich freut es mich für die Sportkameraden/innen im Rentenalter. Aber die jüngeren "Oldies" haben schließlich genau soviel Meldegeld berappt. Warum also sollen wir nun mehr blechen, bitte schön? Am Abend erreichte mich dann die Mitteilung, dass nun alle entsprechend ausgewiesenen Aktiven den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) kostenlos nutzen dürfen. Allerdings ist das nicht mehr als recht und billig eingedenk der dieses Mal vergleichsweise besonders teuren Meldegelder.
Zweite Begebenheit. Zufällig saß ich daneben und hörte zwangsläufig mit: Eine U-50-Athletin will nach Erhalt ihrer Startunterlagen noch die Begleitpersonen-Rate für ihren nach Augenschein etwa 14-jährigen Sohn buchen, hätte dies daheim vergessen. Antwort des sehr netten und gut in deutscher Sprache parlierenden türkischen Mitarbeiters des Informationszentrums: "Also, die 25 € sind nur dafür gedacht, dass ihr Sohn in den Innenraum darf. Bleibt er auf der Tribüne, muss er ohnehin nichts bezahlen. Das lohnt folglich nicht. Lassen sie's besser bleiben."
Die ursprüngliche Absicht liegt auf der Hand: Wie bereits unter EVAA-Präsident Dieter Massin soll offensichtlich auf Gedeih und Verderb „Kohle“ reingeholt werden. Wofür? Um all die "Nebengeräusche" finanzieren zu können, die die vielen Offiziellen des kontinentalen Dachverbandes fabrizieren. Als da wären private Transfers in edlen Limousinen sowie Kost und Logis in noblen Hotels ab vier Sternen aufwärts.
Das wäre mal eine dankbare Aufgabe für den aktuellen „Präses“ Kurt Kaschke (im Bild) aus Freudenstadt am Kniebis im Schwarzwald in dieser und mancherlei anderer Hinsicht die Daumenschrauben anzusetzen. Aber wer verletzt sich schon gern selber, dazu noch wissentlich?
Gestern war’s übrigens „nur“ 35 Grad warm. Im so gut wie nicht vorhandenen Schatten, versteht sich.
Schönen Tag noch und Grüße nach daheim!