Messner und Pixken könnten sich gegenseitig zum Geburtstag gratulieren

(Südtirol/Krefeld, 17. September 2014) Eine lebende Legende nullt heute zum siebten Mal, erblickte also während des Kriegsjahres 1944 das damals häufig flackernde Licht der Welt oder des Kreißsaales in Brixen (Südtirol/Nord-Italien). Es kann natürlich auch eine Heimgeburt mit oder ohne Hebamme gewesen sein. Das ist nicht überliefert. Jedenfalls entzieht es sich der Kenntnis des Chronisten. Dazu ist ihm der Jubilar auch nicht persönlich bekannt. Dafür umso besser aus unzähligen Besuchen seit 40 Jahren dessen Heimat und das Schloss Juval oberhalb der Staatsstraße 38 zwischen Kastelbell und Naturns am Eingang des Schnalstales etwa zehn Kilometer vor Meran, in dem er wohnt, so er denn mal zufällig zu Hause ist. Gemeint ist der Extrem-Bergsteiger, Buchautor, Bergbauer, Unternehmer, Amateur-Philosoph, Kommunal-Politiker und bei allem bescheiden gebliebener Multi-Millionär Reinhold Messner. Zumindest gibt er sich bei seinen unzähligen öffentlichen Auftritten diesen Anstrich. Pünktlich zu seinem runden Geburtstag kam sein neues Buch mit dem Titel „Über Leben“ heraus. Darin vermittelt er dem gemeinen Volk 70 Botschaften. Nun soll das hier keineswegs eine Rezension seines jüngsten gebundenen Werkes werden, zumal ich es (noch) nicht gelesen habe.
Der geneigte Betrachter wird sich bis hierhin ohnedies leicht verwundert gefragt haben, was der Messner Reinhold mit der (Senioren-)Leichtathletik zu tun hat? Streng genommen null komma nix! Gleichwohl gibt es eine ganz flüchtige Verbindung. Es hat wahrlich nicht sehr viel gefehlt, womöglich nur ein paar Stunden, und er hätte mit dem „Karajan unter den Trainern“, Norbert Pixken (*18.09.1938) vom SC Bayer 05 Uerdingen, am gleichen Tag das „Wiegenfest“ begehen können. Aber eines haben die beiden dennoch gemeinsam: Der berühmteste Sohn Südtirols nach Freiheitskämpfer Andreas Hofer ist zusammen mit Pixken und seinem damaligen Parade-Schützling Jürgen Hingsen (*1958), dem dreimaligen Verbesserer des Zehnkampf-Weltrekordes bis hin zu 8.832 Punkten, so eine Art Mount Everest (8.848 m), Mitte der achtziger Jahre in einer Feierstunde zu Ehrenbürgern der Südtiroler Gemeinde Latsch ernannt worden. Bei Messner liegt es quasi auf der Hand, ist „Latsch Vegas“ doch nur ein paar Kilometer von seinem feudalen Wohnsitz in luftiger Höhe am Berghang entfernt. Derweil haben Pixken und Hingsen den 5.160-Seelen-Ort im wunderschönen Vinschgau, der Apfelkammer Europas, für Trainingsaufenthalte bekannt und hoffähig gemacht. Ohne es damals zu wissen aktuell bis heute hinein. Doppel-Weltmeister David Storl und Kugelstoß-Bundestrainer Sven Lang sind hier Stammgäste. Zuletzt vor dem EM-Titelgewinn in Zürich. Die offizielle Version beim DLV lautete allerdings Kienbaum.
Wie, wo und mit wem Messner Geburtstag feiert vermögen wir nicht zu vermitteln, kann uns allen aber auch herzlich egal sein. Norbert Pixken wird ihn morgen ganz weit weg im fernen Thailand zwangsläufig recht unspektakulär begehen, wohin sich der Sonnenanbeter seit dem Millennium im Jahre 2000 nach seiner äußerst erfolgreichen Trainer-Laufbahn aus klimatischen Gründen als dauerhafte Wahlheimat zurück gezogen hat. Wegen der fünfstündigen Zeitverschiebung (Thailand voraus), könnten sie sich freilich gegenseitig zum Geburtstag gratulieren.