Ein paar Gedanken aus der Sicht eines engagierten Veranstalters

(Mutterstadt, 13. Oktober 2014) Ende dieses Jahres werden wir auf unserer Anlage im Sportpark Mutterstadt 20 Wettkämpfe in der Leichtathletik, im Rasenkraftsport und LSW-Spezialsport durchgeführt haben. Das dürfte bundesweit ziemlich einmalig sein und wirft gleichwohl die wichtigen Fragen auf: Wozu das Ganze? Wozu dieser Gewaltakt? Und: Wer profitiert eigentlich in erster Linie von diesen Wettkämpfen? Eine erste, grobe Analyse verdeutlicht Folgendes: 
a) Grundsätzlich ist dieser gewaltige Aufwand (vor, während und nach der Veranstaltung), den die meisten von uns allenfalls am Rande bemerken, durchaus sinnvoll, da er ALLEN unseren Mitgliedern die Chance einräumt, auf der gewohnten heimischen, oft mit kurzer Anreise verbundenen Sportanlage ein stets sehr geballtes Angebot an Wurfdisziplinen vorzufinden. Dafür benötigen andere in der Regel drei oder mehr Wettkämpfe irgendwo in der Republik. Hierzu gilt all denjenigen großen Dank, die ihren Beitrag zum Gelingen der Veranstaltungen geleistet haben! Ohne diese wertvolle Hilfe wäre das alles nicht zu realisieren gewesen.                                                                                                                                        
b) Eine Zielrichtung dieser “Unterstützungsmaßnahmen durch viele Wettkampfangebote” ist die Förderung der Zusammenarbeit und des Zusammenwirkens, das gemeinschaftliche sportliche Betätigen in angenehmer Umgebung mit anschließendem gemütlichen Zusammensein und die Chance, intensive Wettkampfpraxis zu sammeln. Nicht zuletzt wird durch dieses Zusammenwirken der Zusammenhalt und die Kameradschaft gestärkt. Probleme werden so besser und schneller erkannt, es kommt zu noch mehr gemeinschaftlichem Agieren und Helfen.
Wichtig ist hierbei aber auch die rein sportliche Förderung unserer Athleten allgemein, der Schaffung von Wettkampfangeboten für unsere starken Senioren (im 3. Jahr in Folge absolut stärkster RKS-Seniorenverein bundesweit!) und der Nachwuchswerfer im Speziellen.                                               
c) Besonders positiv ist die Tatsache zu bewerten, dass die meisten unserer Senioren, interessanterweise vor allen Dingen auch diejenigen, die weiter anreisen müssen, fast immer an diesen kleinen Sportfesten teilnahmen. Diese Vorbereitungsmaßnahmen waren sicherlich auch die Ursache für die zahllosen Erfolge unserer Athleten auf höherer Ebene in den zurückliegenden Jahren sowie in der aktuellen Saison. 

Zukunftskonzepte

Die Gebühren für die Sportfestanmeldungen und -genehmigungen inklusive der Fahrt- sowie Tagegeldkosten für die amtlichen Aufsichten beim Leichtathletikverband sind enorm. Dafür wird vom DLV und Landesverband Pfalz schlichtweg nichts geleistet. Nicht mal eine komplette statistische Erfassung beziehungsweise Bearbeitung!. Für unseren kleinen Internationalen Werfertag am 29.September 2014 mit drei ausländischen Teilnehmern mussten wir an den DLV 150 Euro plus 10 Euro für den Landesverband „blechen“. Für was? Daher sollten wir 2015 die Wettkämpfe grundsätzlich nur noch beim DRTV/RTV und LSW-Spezialsport - und nicht mehr beim DLV/LVP anmelden. Dies kann im Einzelfall zwar dazu führen, dass nur die RKS- und LSW-Resultate statistisch erfasst werden, die von der Leichtathletik jedoch überwiegend nicht (Hammer sehr wohl, da auch RKS-Ergebnisse beim DLV anerkannt werden müssen). Aber was soll’s eigentlich? Alternativ können wir die Leichtathletik-Wettkämpfe auch in der untersten Kategorie anmelden (kostengünstig) und darauf vertrauen, dass kein Geld nachgefordert wird.

Alternative Möglichkeit

Eine weitere Möglichkeit wäre eine moderate Kostenbeteiligung derjenigen Teilnehmer, die Wert auf eine komplette statistische Erfassung legen. Oder: Alle Teilnehmer zahlen einen gleichmäßigen Zusatzbeitrag. Dies gilt es zu überlegen, diskutieren und entscheiden. In diesem Zusammenhang stellen wir auch Wettkämpfe wie die mit  Kugelstoßer Reese Hoffa (USA) im Vorjahr oder Diskuswerfer Ehsan Hadadi (Iran) Ende September zur Diskussion und zur Disposition! 
Eigentlich können wir uns dies finanziell und logistisch nicht leisten. Der Nutzen ist eher ein schwer messbarer rein ideeller Art. Wobei es nach Rückmeldungen schon sehr viel Anerkennung von außerhalb gab, was die kleine TSG Mutterstadt so alles auf die Beine stellt. 
Finanziell können wir das bei unserem kleinen Etat allerdings streng genommen nicht stemmen. Logistisch et cetera eigentlich ebenfalls nicht, da wir “bis zum ersten Wurf” eine Fülle von (oft unnötigen) Problemen und Empfindlichkeiten überwinden müssen, was Nerven, Zeit und vor allem Geld kostet. Freilich sollte die Förderung der erfolgreichen Senioren auch 2015 einen Schwerpunkt darstellen. Bewährte Konzepte sollten schließlich ohne Not nicht geändert werden!