Unerträgliche Inkonsequenz des DLV bei Internationalisierung

(Mainz/Krefeld, 02. März 2015) Also, so langsam bekomme ich die Krise... Zum wiederholten Male: Hat denn bis heute niemand von den Gott begnadeten, quasi vom Himmel gefallenen Funktionären/innen ge- und bemerkt, dass die älteren Herrschaften und fortgeschrittenen Mädels, auch LA-SeniorenInnen genannt, sich gelegentlich einen „Aktiv-Urlaub“ gönnen, verbunden mit einer Teilnahme an einem Freizeitvergnügen, das da fälschlicherweise respektive irrtümlich als Europa- oder Weltmeisterschaft" bezeichnet wird?
Alle miteinander sollten sich doch mal sachkundig machen, was bei einer Internationalen Meisterschaft unterhalb der Seniorenklassen zu beachten ist. Meinerseits gehe ich davon aus, dass es einheitliche Regeln/Bestimmungen gibt/geben muss, um daraus nicht eine Art Volksfest zu machen. Und Fakt ist, dass sich niemand der deutschen Kader-AthletenInnen, die daran teilnehmen, sich selbst gemeldet haben, sich die wahrhaftigen NATIONALTRIKOTS (mit dem Bundesadler auf der Brust) selbst kaufen und obendrein noch die Reise- sowie Veranstaltungskosten aus der Privatschatulle finanzieren mussten.
Ganz im Gegenteil. Der DLV nominiert (!) nach dem Leistungsprinzip und nach einer die Doping-Mentalität fördernden intern überhöht angesetzten und zu erbringenden Qualifikationsleistung die KandidatenInnen. Für die übernimmt er selbstverständlich auch alle anfallenden Ausgaben. Und wer dann Medaillen gewinnt, der/die wird dann noch in harter Währung belohnt. Das ist auch gut so und entspricht den allgemeinen Gepflogenheiten bei hochrangigen Meisterschaften wie Olympischen Spielen. Frage: Hat eigentlich jemals irgendeiner der „Sport-Urlauber“ vom DLV, der ja darauf besteht, dass das Nationaltrikot zur Repräsentation des DEUTSCHEN Leichtathletik Verbandes (DLV) getragen werden soll, nach einer erfolgreichen Medaillenausbeute aus dem DLV-Säckel auch nur einen müden Euro erhalten? Auch hier schon die Antwort: Im Gegenteil. Vielmehr wird man(n)/frau „genötigt“ mit dem Hinweis (oder ist das eine Drohung?), dass künftig – bei den inzwischen vielen Kollektionen von Trikots mit Deutschland – ein Leibchen  mit dem Schriftzug GERMANY zu tragen sei. Ansonsten drohe eine potenzielle Disqualifikation – bei der privaten Teilnahme der sich selber entsendenden Ü-35-Generation! Meinem Eindruck nach befinden wir uns hier in einer vom DLV zelebrierten Zweiklassen-Gesellschaft. Und das ist nicht gut so!
Und noch ein Aspekt: Wenn einige Funktionäre auf die Internationalisierung hinweisen und entsprechende Forderungen stellen, so sollten sie eigentlich auch eine adäquate Anpassung des Eintritts in die neue Altersklasse (AK) vornehmen. Und nicht wie auf einem arabischen Basar und nach Gutdünken die Regeln auslegen. In DEUTSCHLAND - nicht GERMANY -  ist die AK-Zuordnung der Jahrgang, bei WM/EM der Geburts-TAG. Das gilt analog auch bei der Aufstellung von Rekorden. Was für ein Durcheinander dadurch entsteht, das wissen wir ja schon lange. Da liegen deutsche Rekorde dann über den Europa- und Weltrekorden. Aktuelles Beispiel ist Lothar Huchthausen im Kugelstoßen der M80 (siehe Fenster Nachrichten). Hinzu kommt der hausgemachte Unsinn verschiedener Termini, sprich: Bestleistungen nationale, Rekorde internationale Lesart. Ein Wolfgang Ritte oder wer auch immer, kann sehr wohl einen Weltrekord aufstellen, was dem Stabhochspringer schon 41 Mal gelang (Zehnkampf eingerechnet), es handelt sich in der Binnenansicht gleichzeitig jedoch lediglich um eine deutsche Bestleistung. Welchem Außenstehenden soll das plausibel und glaubhaft verklickert werden?
Wie sagte doch dereinst der Lyriker Emanuel Geibel (1815 – 1884): Am deutschen Wesen mag die Welt genesen. Dieser heutzutage als Phrase bezeichnete Ausspruch ist verdammt lange her, geistert aber immer noch in irgendwelchen Betonköppen von eitlen, selbstgefälligen Amtsinhabern herum.