Nunmehr kann im Kampf gegen Doping jede/r "Whistleblower" werden

Kolumne

Moment mal

(Köln/Hamburg/Krefeld, 27. Januar 2021)
Es waberte gestern im Stundentakt durch die Nachrichten im WDR-Hörfunk und sonst wo in der Republik. Da habe ich erst mal meinen Ohren nicht getraut. Das hörte sich in der komprimierten Fassung nach Stasi- oder NS-Methoden getreu dem Motto „Wir hassen den Verrat, aber wir lieben die Verräter“ an. Gleichermaßen verkürzt wiedergegeben: Jede/r, der irgendwelche Kenntnisse von Doping-Praktiken hat, kann sich als „Whistleblower“ (Aufdecker, Enthüller) verdingen und, auch anonym, als Art inoffizieller Mitarbeiter (in der DDR unter dem Kürzel IMA bekannt) sein Insiderwissen an die Internet-Plattform reveal.sport weitergeben.
Versteht sich, dass ich bei meiner journalistischen Neugier weiter recherchiert habe und auf einen ausführlichen Beitrag von NDR-Sport in Hamburg nebst Verlinkung jener Netzseite gestoßen bin.

Aufmunterung zur Aufklärung…

Dort heißt es in der von deepl.com vom Englischen ins Deutsche übersetzen Anreißmeldung:
„Jede Information ist wichtig im Kampf für einen sauberen Sport. Ihre Informationen helfen uns, Doping aufzudecken und Betrüger zu fassen. REVEAL ist eine Plattform, die es Ihnen ermöglicht, Gesehenes, Gehörtes oder Erlebtes völlig anonym und sicher zu melden und gleichzeitig die Untersuchung von Verstößen gegen Anti-Doping-Bestimmungen oder kriminelles Verhalten aktiv zu unterstützen.
Wenn Sie sich fragen, ob Ihre Informationen wichtig genug sind, wenn Sie Zweifel haben, ob Ihre Informationen relevant sind, oder wenn Sie Angst haben, sie mitzuteilen - seien Sie versichert, dass wir Ihre Informationen vertraulich und vernünftig behandeln werden.
REVEAL macht es Ihnen wirklich einfach, dabei zu helfen, den Sport real zu halten. Klicken Sie einfach unten auf die Schaltfläche ,Melden‘.
Und wenn Sie sich weiterhin engagieren möchten, können Sie eine sichere Mailbox öffnen oder uns Ihre Kontaktdaten geben, damit wir mit Ihnen in Verbindung bleiben können.“

…oder zum perfiden Willkürakt

Hoppla! Also kann sich jeder, dem es beliebt, sich als Hajo Seppelt für Arme (das ist jener Anti-Doping-Experte der ARD) aufschwingen. Theoretisch und praktisch ließen sich auch missliebige Konkurrenten oder Personen anschwärzen (denunzieren), in dem sie einfach mal unter bloßen Doping-Verdacht gestellt werden. Beim umsichtig gemeinten Ansatz: Das ist meines Erachtens eine höchst zweischneidige Angelegenheit im Kampf gegen Betrug im Sport. Denn damit sind eben auch als sicherlich nicht willkommenem Nebeneffekt der Willkür Tür und Tor geöffnet. Aber ein bisschen Verschnitt ist halt immer und überall. Was es nicht besser macht.
Doch wie stets heißt es auch zu diesem Thema: Bilde sich jeder seine Meinung. Unsererseits liefern wir „lediglich“ Denkanstöße mit beherzter eigener Positionierung.

Kugelstoßerin Christina Schwanitz setzte zum Auftakt ein Ausrufezeichen

(Chemnitz/Fayetteville/Krefeld, 26. Januar 2021) Erstaunlich, was sich mit erklärten und von uns berichteten Motivationsproblemen (siehe Link) so alles erreichen lässt. Christina Schwanitz (*1985/W35; im Bild) vom LV 90 Erzgebirge stieß am Sonntag auf ihrer Heimanlage an ihrem Wohnsitz Chemnitz nach längerer Wettkampfabstinenz zum Auftakt in die womöglich olympische Saison formidable 19,11m. Damit brachte sich die 35-Jährige beim weiteren Aufbau für die kurze Saison unter dem Hallendach mit dem (geplanten) Höhepunkt der Europameisterschaften im polnischen Torun vom 05. bis 07.März 2021 mit einem Wink an die kontinentale Konkurrenz schon mal mit einem dicken Ausrufezeichen in Position.
Allerdings: Momentan ist von der Bundesregierung zunächst bis zum 31.Januar für Polen als coronärem Hochrisikogebiet eine Reisewarnung ausgesprochen worden, gilt für die Einreise mit Bus, Bahn, Flugzeug oder Schiff eine zehntägige Quarantänepflicht. Dies auch bei der Rückkehr (Ausnahme Geimpfte). Das würde einen Start so gut oder schlecht wie unmöglich machen. Und ob bis dahin eine Besserung der Seuchenlage eintritt, ist bei der ungünstigen Winterlage höchst unwahrscheinlich. Selbst Spitzensportler/innen (weshalb auch?) gehören nicht zu dem Personenkreis, der bei den eh schleppend verlaufenden Impfungen in der ersten Reihe steht. Warten wir also in gebotener Demut die weitere Entwicklung ab. Alles andere wäre Kaffeesatzleserei.

Kugelstoßer Ryan Crouser verbesserte den 22 Jahre alten Hallen-Weltrekord

Die Meldung des Wochenendes kommt aus dem einstmals gelobten Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das trifft dann allerdings auf diese erbrachte Leistung noch zu, die bei Insidern Bewunderung und Argwohn gleichermaßen auslösen dürfte. Der 28-jährige Drehstoßer Ryan Crouser aus Portland verbesserte bei einem internationalen Hallensportfest in Fayetteville im US-Bundesstaat Arkansas den 22 Jahre alten Hallen-Weltrekord seines amerikanischen Landsmannes Randy Barnes (er hält mit 23,12m den Freiluft-Weltrekord) um 16 Zentimeter auf 22,82m. Crouser hatte in seiner Serie mit 22,70m noch einen weiteren Versuch über der alten Höchstmarke von griffigen 22,66m. Er ist bereits jetzt der Kugelstoßer mit den meisten Weiten jenseits der 22-Meter-Marke. Das schaffte er im Vorjahr gar mal in allen sechs Durchgängen eines Wettkampfes.
Da kann einem angst und bange werden. Nicht nur wegen der konstanten Leistungen auf extrem hohem Niveau. Ein Schuft, der Böses dabei denkt. Denn es gilt wie immer bis zum Beweis des Gegenteils die Unschuldsvermutung. Den Rest überlassen wir der Fantasie oder Spekulation des geschätzten Lesers mit Sach- und Fachverstand.

Für Hartgesottene gab's gestern rund 13,5 Stunden Sport in der Glotze

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 24. Januar 2021)
Um der meiner Gesundheit und gemütsmäßigen Ausgeglichenheit willen unerlässlichen täglichen sportlichen Betätigung musste ich mir heute Morgen keine Gedanken machen. Die war aufoktroyiert. Obschon der tellerflache linke Niederrhein nicht gerade zu den klassischen Wintersportgebieten der Republik gehört, hatte es die Nacht über geschneit. Keine Massen. Die geschlossene Schneedecke war 2,5 Zentimeter hoch, derweil das nur 35 Kilometer entfernte Essen 16 Zentimeter meldete.
Gleichwohl war also noch vor dem Frühstück um 07:30 Uhr erst einmal Räumdienst auf dem Gehweg vor dem selber bewohnten, denkmalgeschützten Drei-Parteien-Haus Baujahr 1896 im Ortsteil Bockum nahe dem Krefelder Zoo angesagt. Allerdings taute die weiße Pracht bei leichten Plustemperaturen und Nieselregen allmählich, aber stetig von sich aus hinweg. Doch Vorsicht ist bekanntlich die Mutter, in dem Fall Vater der Porzellankiste, ehe ich als Eigentümer noch wegen eines verunfallten „Frühsportlers“ beim misslungenen Salto ins Obligo genommen werde.

Ein bisschen Heimtraining sollte schon auch noch sein

Und was macht der bewegungsaffine Mensch in coronären Zeiten wie diesen sonst so im mehr oder minder aufgezwungenen häuslichen Exil? Klar, irgendwas geht beim Heimtraining mit dem eigenen Körper und/oder leichten Geräten, dem - so vorhanden - Ergometer sowie Gymnastikbändern immer. Das füllt einen natürlich auch nicht den lieben langen Tag aus. Bleibt noch der Blick in die Röhre bei den winterlichen Fernsehfestspielen. Da kann es nach eigener Präferenz der dargebotenen verschiedenen Sportarten schwierig werden, die nötige Nahrungsaufnahme einigermaßen sinnvoll einzubauen.

Deutsche Handballer brachten Pyramiden nicht zum Wippen
 
Für den rundum Interessierten wurde gestern buchstäblich das volle Programm abgebildet. Das ZDF übertrug von 9.50 Uhr bis 18 Uhr ein ziemlich komplettes Potpourri auf Schnee und im Eiskanal. Was meine persönliche Regierungschefin und mich betreffen, ziehen wir uns längst nicht alles rein. Aber als bekennende Biathlon- und Skisprung-Anhänger gehört das bei uns zur Pflicht. All jene, die den Hals nicht voll bekommen, bot sich die Gelegenheit um 18 Uhr nahtlos zum Ballsport durch mehrere Fußball-Ligen in der ARD-Sportschau umzuschalten. Wer schnell genug sein Abendessen zu sich nahm, konnte ab 20:15 Uhr im ZDF der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei ihrem reichlich verkorksten Auftritt bei der WM in Ägypten zuschauen. Die Pyramiden haben sie da nicht zum Wippen gebracht. Diesmal gab es indes als Muster ohne Wert einen 31:24-Erfolg gegen Brasilien. Der verpasste Einzug ins Viertelfinale stand schon vorher fest. Selbstverständlich kein Grund, etwas abzuschenken.
Als Betthupferl hatte das „Zweite“ ab 23.05 Uhr noch das „Aktuelle Sportstudio“ mit der vielseitigen Moderatorin Dunja Hayali im Portfolio. Keine Quotenfrau. Die macht ihre Sache richtig gut, wie ich finde. Das lässt sich längst nicht von allen Damen am Mikrofon und vor der Kamera behaupten. Männern freilich auch nicht. Klasse oder Durchschnitt ist nicht vom Geschlecht abhängig. Dennoch sollte es sich im Bereich Sport bei der Flut an Mädels durch alle Sender nicht auf gestylte Hingucker für
Germany's next Topmodel" beschränken.
 
Olympischen Ringe unter den Augen verflüchtigen sich wieder

Nun muss ich mich durch meinen Schnee-Einsatz ein wenig verspätet aufgenommenem Werk an der Tastatur schon sputen, um noch rechtzeitig auf das heutige Geschehen vor der Glotze hinzuweisen: 10:15 bis 17.00 Uhr Wintersport, 17.10 – 17.55 Uhr Sportreportage, beides im ZDF; 18.30 – bis 19.20 Uhr Sportschau in der ARD. Da wisst ihr Bescheid! Keine Bange: Die Olympischen Ringe unter den Augen verflüchtigen sich auch wieder.
In diesem Sinne einen schönen Sonntag mit oder ohne eigene sportliche Aktivitäten und eine in jeglicher Hinsicht tunlichst unfallfreie 4.Kalenderwoche! Denkt positiv und bleibt insbesondere „negativ“! Schafft ihr schon bei aller gebotenen Vor- und Rücksicht.

TRX- oder Schlingenband ein tolles Gerät fürs heimische Fitnesstraining

(Bad Honnef/Krefeld, 25. Januar 2021) Wer ist schon allwissend, und wer denkt in einer bestimmten Situation spornstreich immer an alles was er an sich auf dem Bio-Computer gespeichert hat?  Eine rein rhetorische Doppelfrage, die keiner Beantwortung bedarf. Allenfalls dieser, dass deshalb nichts über die interaktive Mitarbeit von wohlgesonnenen, bestens informierten Lesern und einstigen Sportkameraden geht. Kaum hatte ich die gestrige Kolumne online gestellt, erhielt ich eine E-Mail von Kugelstoßer, Trainer und Werfertag-Veranstalter  Roland Wattenbach (*1955; im Bild) vom TV Eiche Bad Honnef. Der studierte, promovierte und inzwischen pensionierte Astrophysiker geht aufgrund seiner beruflichen DNA, wenn nötig, auch wissenschaftlich an Aufgabenstellungen heran.

Mittlerweile recht günstig zu bekommen

Roland hatte also einen selber erprobten und bewährten zusätzlichen Tipp für ein Hilfsmittel zum derzeit „angesagten“ (klingt eigentlich nach Trend) Training daheim oder zur problemlosen Mitnahme unterwegs an x-beliebigen Orten. Was derzeit allerdings auch stark eingeschränkt ist. Das eigene oder geliehene fahrbare Hotel (= Wohnmobil), den Waldspaziergang und die Fahrradtour mal ausgenommen. Kurzum: Den Schlingentrainer oder im seinerzeitigen Original das TRX-Band. Das war mal mit jenseits von 100 Euro ziemlich teuer, ist heutzutage in gleichwertigen Ausführungen für ab 30 Euro zu haben.

Fast so etwas wie ein multipler Alleskönner

Dieses multiple, handliche und leicht zu handhabende Trainingsgerät ist fast so was wie ein Alleskönner. Es dient der Kondition, Konzentration, Beweglichkeit, Reaktion, Maximalkraft und Kraftausdauer. Es hat übrigens mit keinem Geringeren als Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr.Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule (DSHS) in Köln einen prominenten Fürsprecher vom Fach. Gerade für ältere Semester, selbst bei Spät- und Wiedereinsteigern, verlangsamt insbesondere Muskeltraining den Alterungsprozess. Ohne das jetzt mit Fakten zu erhärten, ist dies kein fauler Zauber, sondern in wissenschaftlichen Studien längst erwiesen.
Im Internet gibt es teilweise Video-Anschauungsunterricht in bewegten Bildern zur Nutzung des nicht flexiblen Bandes. Eines gestaltet von Prof.Froböse in Zusammenarbeit mit der Gesundheitskasse AOK Rheinland/Hamburg unter diesem Link und die bebilderte Variante mit über 100 Übungen, die uns Roland verlinkt hat.
Und was den eigenen, überlagerten Bio-Computer betrifft: Bereits seit über fünf Jahren habe ich so ein allerdings länger nicht genutztesTeil in meinem Sportgeräteschrank. Gut, daran bei dieser Gelegenheit erinnert worden zu sein.  

Klappe, die 2. zu unserer Vorstellung des Buchs "Reife Leistung"

(Berlin/Krefeld, 23. Januar 2021) Schmieden wir sinnbildlich das Eisen, solange es in unserer schnelllebigen und reizüberfluteten Zeit zumindest noch warm ist. Bekanntlich ist nichts älter als die Zeitung von gestern. Wie soll es da erst bei einem Online-Medium sein?! Also sei unsere Buchbesprechung mit dem Beitrag „Kluger Titel ,Reife Leistung‘ Hommage an 13 Senioren-Sportler/innen“ von vorigen Dienstag in das Gedächtnis des vermeintlich vergesslichen Lesers zurückgerufen.
Vorausgeschickt, dass die meisten bei Wohlgefallen stumm mit den Füßen abstimmen, sich allenfalls via E-Mail mal zu Wort melden, wenn sie sich durch irgendwas beschwert fühlen. Und selbst dann: Aus eigener Anschauung habe ich im Laufe des langen Zeitraumes nach einer Nacht drüber schlafen gefühlt 500 Leserbriefe nicht geschrieben. Eher mehr. Insofern ist eine obschon nicht überbordende positive Resonanz hoch zu bewerten, gewissermaßen x-fach zu multiplizieren. Und die gab es!
Angefangen beim Buchautor Christoph Cöln aus Berlin. Der rief mich an und meinte anerkennend: „Das ist die beste Rezension, die ich über mein Buch gelesen habe. Besonders gefällt mir, dass sie mit Ihrer persönlichen Geschichte verwoben worden ist. Einige Male habe ich herzhaft vor mich hin geschmunzelt. Meiner eher kritischen Freundin hat sie auch sehr gefallen. Diese Besprechung habe ich sofort an die PR-Managerin des riva-Verlages weitergeleitet und auf den Pressespiegel meines Internet-Portals genommen.“ (Siehe Link).

Ein Lichtblick im finsteren Corona-Alltag

Allzu verständlich, dass ich mich darüber selbst als alter Fahrensmann mit bald 55-jähriger Erfahrung im Sportjournalismus gefreut habe. Genauso wie ohne Namensnennung stellvertretend für alle anderen positiven Reaktionen zwei weitere Zitate: „Ein interessanter Hinweis. Das Buch habe ich sofort bestellt“, und „Ein unterhaltsamer Lesestoff gepaart mit vielen Informationen.“
Da Eigenlob ja angeblich stinkt, musste die Wertschätzung Dritter als Lichtblick im finsteren Corona-Alltag einfach mal ge- und benannt werden. Schließlich wird gegen Anerkennung seiner Arbeit niemand immun sein. Und die Moral, der Nebeneffekt und die Quintessenz von dieser heutigen Geschicht‘: Es wurde nochmals auf das lesenswerte Werk hingewiesen, und: „Seid nett zueinander“.  
Kostet nix, kommt aber gut an.