Konstituierende Sitzung der "Ständigen Konferenz für Sportentwicklung"

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Kolumne

Moment mal 

(Wetzlar/Darmstadt/Krefeld, 24. Oktober 2021)
Erinnern wir daran, dass der sagenumwobene, schier endlos Leuchtturm-Projekte produzierende Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) bei seinem letzten, notgedrungen digital durchgeführten Verbandstag am 17.April 2021 in Sindelfingen oder Darmstadt (das blieb im Dunkeln) eine neue Satzung und Strukturreform verabschiedete (siehe Link). Damals titelten wir „DLV-Verbandstag soll Weichen in eine bessere Zukunft stellen“. Dass die nicht schon bei dem per Saldo desaströsen Abschneiden bei den Olympischen (Nachhol-)Spielen 2021 in Tokio beginnen konnte, lag bei Fachleuten außerhalb der Dachorganisation vorher auf der Hand. Aber was ist seither geschehen? Zumindest von der Wahrnehmbarkeit in der nicht stattfindenden Außendarstellung herrschte tote Sporthose.

Leichtathletik in Deutschland soll neu erfunden werden

Nun soll es allerdings dem Vernehmen nach über den „Obergefreiten-Dienstweg“ so richtig losgehen. Die „Ständige Konferenz zur Sportentwicklung“ trat gestern (12.30 bis 19) und noch heute (8.30 bis 12 Uhr) im Hotel Michel in Wetzlar mit einem Verbandsgremium und je zwei Vertretern der 20 Landes-/Regionalverbände zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Mit einem prall gefüllten Programm und „Workshops“ soll die vermeintliche olympische Kernsport, die es für die Germanen schon lange nicht mehr ist, in Deutschland neu erfunden werden. Ein staatstragendes Schlagwort daraus: „Vorsprung durch Idee: Leichtathletik 2030“. Da wird also sehr viel Geduld gefragt sein.

Da wurde der Bock zum Gärtner gemacht

Ohne jetzt die ewige Talente von gestern und vorgestern wichtiger zu nehmen als sie trotz ihrer gewaltigen Zahl von rund 390.000 Mitgliedern (gibt es auch Mitgliederinnen?) sind – sie kamen gestern in einem 60-minütigen Impulsvortrag vom einstigen Mittelstreckler und Orthopäden Prof.Dr.Thomas Wessinghage (*1952) mit der Überschrift „Handlungsfelder der Zukunft: Laufen, Gesundheit, Senioren“ auch vor. Das Alter hat er, der 69-jährige Wessinghage! Aber auch die Einsicht und Überzeugung? Namentlich nicht genannt, ist er in unserem Fenster „Über Lampis“ mit seiner früheren Aussage gemeint „Stoß-, Wurf- und Sprungwettbewerbe bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ersatzlos zu streichen“. Da vermuten wir mal verstärkt, dass bei dem Thema der Bock zum Gärtner gemacht wurde.

Aber warten wir mal in Ruhe ab, ob überhaupt und wenn Ja was von diesem Symposium bekannt wird. Damit meinen wir jetzt den Begriff für „wissenschaftliche Konferenz“ und nicht den altgriechischen Sinn für „geselliges, gemeinsames Trinken“.
Einen langen Samstagabend gab es allerdings auch.