NRW-"Open": Exorbitant hohe Ausfallquote von fast 20 Prozent

(Düsseldorf/Grevenbroich/Krefeld, 15. Januar 2015) Bevor wir unseriös wie eine andere Senioren-Netzseite in einem Schnellschuss nach Daumenpeilung irrlichterndes, falsches Zahlenmaterial (600 Ergebnisse) unters ahnungslose Volk streuen, haben wir uns an der Quelle bei der Landessenioren-Sportwartin Gisela Stecher (im Bild) aus Grevenbroich sach- und fachkundig gemacht. Auf unsere telefonische Nachfrage gestern Abend konnte sie damit nicht auf Knopfdruck dienen. Doch wenig später bekamen wir gewissermaßen – zunächst einmal – exklusiv eine PDF-Datei mit einer ausführlichen, kompletten Statistik zugemailt. Das nennt sich Service und „Dienst an unserem Kunden“, dem Leser! Erinnern wir uns, dass zu den Offenen NRW-Hallenmeisterschaften am vergangenen Sonntag im Arena-Sportpark in Düsseldorf  541 Senioren/innen (+ 45 nur in Staffeln) zu 963 Starts gemeldet waren. Dazu kamen noch 13 Nachmeldungen am Veranstaltungstag (= 976). Wunsch und Wirklichkeit weichen wie stets bei derlei Anlässen aus den verschiedensten Gründen voneinander ab. Nahezu in allen der elf Klassen bei den Männern und zehn bei den Frauen in jeweils acht Wettbewerben waren mehr oder weniger hohe Ausfallquoten zu registrieren. Per Saldo waren es 781 (ergo weit mehr als jene fabulierten 600) von den vorgesehenen 976 Starts. Das macht immerhin einen Schwund von fast 20, exakt 19,98 Prozent aus. Das ist für eine inländische Meisterschaft exorbitant und ungewöhnlich viel. Von einer grassierenden Grippewelle war jedenfalls nichts bekannt. Insbesondere beklagen die Vereine der „Verweigerer“ die erklecklichen Startgebühren quasi für die Katz’ ausgegeben zu haben. Wer zum Zeitpunkt des Ereignisses krank oder verletzt war, ist entschuldigt. Logisch. In allen anderen Fällen dürfte erhebliche Erklärungsnot bestehen.

Trikot-Frage: Untauglicher Rechtfertigungsversuch durch den DLV

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Darmstadt/Krefeld, 14. Januar 2015)
Sie da, sieh da. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) oder sollten wir ihn richtiger German Athletics Association (GAA) schimpfen, hat gestern in der Senioren-Spielecke auf seiner Netzseite endlich auf die brennende Trikot-Frage bei internationalen Starts reagiert. Einmal abgesehen von zwei Fakten (1. internationale Regel, 2. einheitliche Bekleidung), die nicht zu bestreiten sind und zu 2. landläufig unterstützt werden, handelt es sich in Bausch und Bogen argumentativ um dämliches Geschwafel. Allerdings darf von einem hauptamtlichen Mitarbeiter – Entschuldigung, die nennen sich in Darmstadt zur Herausstreichung der ungeheuren Wichtigkeit mal schnell Referatsleiter und Direktoren – allen Ernstes nichts anderes erwartet werden, als dass er Verbandskonformes absondert. Und sei es noch so hanebüchener Unsinn wie in diesem Fall. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Da der gute (Erd-)Mann die Sechzig auch schon überschritten haben dürfte, ist er seiner Generation entsprechend womöglich anderer Meinung, favorisiert er vielleicht auch Deutschland statt GERMANY.
Der Brüller schlechthin in dem sieben Punkte umfassenden untauglichen Rechtfertigungsversuch ist die Länge des Schriftzuges. Tatsächlich ist der Unterschied zwischen Deutschland in normaler Schrift und GERMANY in Großbuchstaben marginal. Und was bis zu den Olympischen Spielen 2012 passte, wird auch weiterhin passen. Dass andere große, größere und weitaus erfolgreichere deutsche Verbände als der DLV keine „kulturelle Selbstverleugnung“ betreiben, ist den eindimensionalen Machern im "Darmstädter Komödienstadl" offenbar noch nicht aufgefallen. Einfach mal über den nachbarlichen Zaun schauen. Notfalls via Glotze derzeit rund um den Wintersport.
Es entspricht einfach nicht der Wahrheit, ist mithin krasser formuliert ein Lüge, dass es die eine uniforme Nationalmannschaftskollektion gibt (siehe Fotos). Genau genommen sind es drei verschiedene Versionen. Bei den Männern/Frauen die werbefreie bei Olympia und bei Europa-/Weltmeisterschaften mit dem hauseigenen Werbepartner, einer Bank (das erleichtert die Kreditvergabe) mitten auf der Brust, als Hoheitszeichnen jeweils der Bundesadler auf der Herzseite. Derweil unterscheidet sich das teure Kauf-Trikot für die Senioren/innen schon durch das Design und rechts oben der Nationalflagge anstelle des Bundesadlers. Aktive zweiter Klasse also. Ein weiterer Affront. Doch wollen wir hier nicht alles nach Rindviechart wiederkäuen, was wir schon mehrfach und hinlänglich ausgeführt haben.
Auf die wirklichen Befindlichkeiten, Bedürfnisse und der aufrichtigen Überzeugung der Ü-35-Generation wird mit keiner Silbe in der neuerlichen Werbebotschaft zur Ankurbelung des Trikotverkaufs eingegangen. Wenn schon die Diskussion nach eigenem Bekunden bis zur Kommandozentrale schwappte, warum wird dem Wunsch und Willen der allermeisten international startenden „ewigen deutschen Talente“ nicht Rechnung getragen?

Bundespräsident Gauck: „Wir alle sind Deutschland!“

Wo soll das Problem bei ohnehin drei unterschiedlichen Ausfertigungen sein, deren Trikot mit Deutschland, denn so und nicht anders heißt unsere Nation (das gilt auch oder gerade in der Außendarstellung), zu beschriften? „Wir alle sind Deutschland!“, sagte gestern Abend Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Rede bei einer Mahnwache am Brandenburger Tor. Germany kam nicht darin vor. Das erspart es uns, alle großen deutschen Dichter, Denker, Schriftsteller und Philosophen von Herder bis Schopenhauer zu zitieren.  
Es wäre an der Zeit, dass der DLV gegenüber dem Diktat seines us-amerikanischen Ausrüstungssponsors Rückgrat zeigt und seine starre, kleingeistige Haltung aufgibt. Aber darauf können wir alle miteinander wahrscheinlich bis zum Sankt Nimmerleinstag warten. Ergo vergeblich.

Diskuswerfer Klaus Albers vollendet heute sein 75. Lebensjahr

(Bremerhaven/Krefeld, 12. Januar 2015) Als 13-jähriger Handballer wurde er mit der noch im Schersprung überwundenen Höhe von 1,55m bei einem Hallensportfest für die Leichtathletik entdeckt. Das ist verdammt lange her. Exakt 62 Jahre. Denn der gemeinte Klaus Albers aus Bremerhaven, geboren in den Wirren des 2.Weltkrieges am 12. Januar 1940, vollendet heute sein 75. Lebensjahr. Nochmalige Rückblende: Schon sehr schnell zeichnete sich bei der mehrkämpferisch angelegten sportlichen Grundausbildung in den folgenden Wettkampfjahren seine gute Veranlagung für das Kugelstoßen ab, gehörte er in der Jugend B und A mit jenseits über 14 Metern zur norddeutschen Spitzenklasse. Er sah sich jedoch auch noch bis in die Männer-Klasse hinein zunächst als Mehrkämpfer mit Schwerpunkt Kugel (BL 14,19m) und Diskus (48,49m). Endgültig ins Werferlager wechselte das „Nordlicht“ von nahe der Waterkant erst Mitte Dreißig, garniert mit gelegentlichen Ausflügen zum Fünfkampf. Dabei gewann er 1987 bei der Senioren-WM im australischen Melbourne die Silbermedaille in der M 45. 

Mit seiner besonderen Begabung und folglich außergewöhnlich hohem Leistungsstandard warf er 1979 als schon 39-Jähriger mit dem 2-Kilo-Diskus 57,18m und dem 7,26-Kilo-Hammer 54,36m. In den höheren Altersklassen steigerte er die Weiten mit der Scheibe. Den 1,5er warf er 1998 auf 59,00m, später den „Einer“ auf 65,40m. Damit war er in der Weltspitze der Senioren angekommen und gewann bei Weltmeisterschaften neun Medaillen. Hinzu gesellten sich Titel bei Europameisterschaften und auf der nationalen Bühne. Aktuell hält er den deutschen Rekord in der M70 mit 53,65m. Legendär sind seine Duelle mit seinem ziemlich genau ein Jahr jüngeren Dauerrivalen und Vornamensvetter Klaus Liedtke (*07.01.1941) aus Lünen in Westfallen. Klaus & Klaus auf andere Art, nicht bei der Polonaise Blankenese und nur einer von der Nordseeküste am plattdeutschen Strand.

Albers gab seine Erfahrungen und sein Wissen als studierter Sportlehrer sowie Pädagoge und langjähriger Dozent der Universität Bremen für den Bereich Leichtathletik als Trainer weiter. Er suchte stets neue Herausforderungen im Sport. Sein Weg ging über den Fußball-, Handball- und Tennistrainer  bis zum Leiter in der Trainerausbildung. Durch Zeitungsberichte wurde K.A. populär, da er sich vor allem in 25-jähriger Tätigkeit als Fitness- und Mentaltrainer bei den Eishockey-Profis des REV Bremerhaven (Bundesliga) einen öffentlich wahrgenommenen Namen machte, was als „Oldie but Goldie“ in der olympischen Kernsportart nahezu unmöglich ist.
Sein nachhaltigster eigener sportlicher Erfolg war der Weltmeistertitel im Diskuswurf  der M45 1985 im Olympia-Stadion von Rom, zu der er in einem alten VW-Bus anreiste. Die Atmosphäre hat ihn damals überwältigt, und nahezu unbegreiflich war für ihn, dass er als "Nobody" die Goldmedaille gewinnen konnte. Rückblickend sagt Albers: „Ich habe viel Positives durch den Sport erlebt. Die vielen Teilnahmen an Weltmeisterschaften in fast allen Erdteilen haben bleibende Erinnerungen hinterlassen.“
Bleibt uns zu guter Letzt von dieser Stelle: Moin moin und Herzlichen Glückwunsch, lieber Klaus!

Fenster Veranstaltungen und Internetseiten wurden ergänzt

(Krefeld, 13. Januar 2015) Nicht nur aus Gründen der Rechtschreibung wird bei uns von je her Service groß geschrieben. Obwohl wir bereits in dieser Rubrik vor Wochen auf die Klassiker unter den Senioren-Hallensportfesten hingewiesen haben, tun wir es hiermit auf vielfachen Wunsch der Verantwortlichen nochmals und haben zudem das traditionsreiche Meeting des LAC Quelle Fürth am kommenden Samstag und das nicht ganz so geschichtsträchtige des LV Pfalz in Ludwigshafen am 31.Januar 2015 in unser Fenster Veranstaltungen eingepflegt. Mit dazu gehörigem Link, versteht sich. Darüber hinaus alle uns bislang bekannt gewordenen Wettkämpfe unter dem Hallendach der laufenden Saison, angegliederte Winterwurf-Wettbewerbe eingeschlossen. Sollte jemand das Sportfest oder die Meisterschaft X,Y,Z vermissen, sind wir für Hinweise dankbar. Allerdings sollte mindestens eine Stoß-/Wurfdisziplin enthalten sein. Des Weiteren haben wir unsere Linksammlung in der Spalte „Internetseiten“ um die 20 regionalen Leichtathletik-Verbände in alphabetischer Reihenfolge von B wie Baden bis W wie Württemberg ergänzt. Das erspart langes und mühseliges Suchen. Klarer Fall – auch hier mit gesetztem Link. Einfach anklicken und Aus die Maus. Schon öffnet sich die entsprechende Netzseite der Begierde.

Einige Ungereimtheiten rund um die 10. Senioren-EM in Polen

(Torun/Krefeld, 12. Januar 2015) Fahren wir noch mal ein Minderheitenprogramm für die potenziellen Starter zu den 10. Hallen-Europameisterschaften mit Winterwurf vom 23. bis 28. März 2015 im polnischen Torun. Dieses kleine Jubiläum scheint hinsichtlich der Anziehungskraft unter keinem besonders guten Stern zu stehen. Bis kurz vor dem offiziellen Meldeschluss für Online-Anmeldungen (18. Januar 2015; über den DLV heute) haben erst 89 deutsche Senioren/innen, exklusive derer, die (zunächst) incognito bleiben wollen, ihre sportlichen Visitenkarte abgegeben. Insgesamt sieht es ähnlich dürftig aus, waren es bis gestern 1.106 Startwillige. Darunter auch 28 von außerhalb Europas aus den USA, Kanada und Argentinien. Und das verstößt aus leicht nachvollziehbaren Gründen (es handelt sich schließlich um Europameisterschaften) ganz klar gegen die Regel nach § 6 der Meldebestimmungen. Danach darf das Lokale Organisationskomitee (LOC) keine Meldungen von Athleten/innen annehmen, deren Verband nicht der EVAA (jetzt EMA?) angehört. Da ist Ärger vorprogrammiert, wäre der mitunter überfordert scheinende Präsident Kurt Kaschke aus Freundenstadt im Schwarzwald gefordert. In diesen Rahmen passt auch, dass es dem Vernehmen nach noch keine Satzungsänderung zum neuen Verbandsnamen European Masters Athletics (EMA) geben soll. Demzufolge würde genau genommen die kontinentale Dachorganisation noch unter alter Flagge segeln.