Hammerwerfer Gassenbauer und Fichtner von der schnellen Truppe

(Wien/München/Krefeld, 06. Januar 2015) Schnelligkeit muss längst nicht mehr an Hexerei grenzen. Erst recht nicht im Zeitalter moderner Kommunikationsmittel und der Möglichkeit der Online-Veröffentlichung. Quasi mit dem Glockenschlag zum Jahreswechsel waren der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) mit den Masters-Bestenlisten und der Bayerische Rasenkraftsport- und Tauziehverband (BRTV) mit den Notierungen aller Klassen für das Jahr 2014 heraus. Die nationale Bestenliste des DRTV ist ebenfalls schon erschienen, muss allerdings noch von kleinen Fehlern bereinigt werden.
Respekt! Anerkennung! Tusch! Applaus! Chapeau! Dahinter stehen logischerweise Menschen, außerordentlich engagierte dazu. Denn eine EDV kann nur so gut sein wie der Anwender. Der Zufall will es, dass beide der Spezies der Hammerwerfer angehören. Bei den „Ösis“ ist der Name gewissermaßen Programm: Gottfried Gassenbauer, von dem schon gestern an dieser Stelle in anderem Zusammenhang die Rede war. Eingedenk göttlichem Beistand im Vornamen baut der umtriebige „Hans Dampf in allen Gassen“ an so manchem Werk federführend mit. Ein wahrer Gassenbauer eben. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich, wo der voll im Berufsleben stehende 55-Jährige bei seinem mannigfaltigen Aufgabengebiet die Zeit hernimmt. Nun weiß ich von den gelegentlichen Mails unseres VIP-Mitgliedes, dass mein Sportfreund aus Ösi-Land häufig die Nacht zum Tage macht.
Nicht viel anders ist es bei Albert Fichtner (im Bild) aus München. Allerdings hat der 70-jährige Pensionär mit Ruhegehalt den unschätzbaren Vorteil, bereits im seligen (Un-)Ruhestand zu sein. Das soll seine immense Fleißarbeit indes nicht schmälern. An ihm und „Gassi“ kann sich so mancher Statistiker eine ganz dicke Scheibe abschneiden. Insbesondere mit Blick nach Darmstadt zum DLV und dem kommerziell orientierten „Zahlen-Jongleur“, der gemeinhin erst im März mit einer kostenpflichtigen Papierversion für die Ü-30-Generation auf den Markt kommt. Schnee von gestern und längst nicht für alle verfügbar. Hinzu kommt, dass sich niemand für alles interessiert, was die Schwarte hergibt. Online ist dagegen der direkte Zugriff möglich. Wer es sich ausdrucken, einrahmen und zur Erbauung der Gäste in den Partykeller hängen möchte – auch das geht.

Gottfried Gassenbauer Master des Jahres 2014 in Österreich

(Wien/Krefeld, 05. Januar 2015) Erstmals wurde bei unserem alpenländischen Nachbarn Österreich eine Wahl zum Senioren-Leichtathleten (Master, wie es dort heißt) des Jahres durchgeführt. Besonders erfreulich aus Werfersicht: die Ehre bei der Premiere wurde für das Jahr 2014 unserem „Ösi“-Repräsentanten, VIP-Mitglied sowie mehrfachen Europa- und Weltmeister im Hammerwurf der Senioren, Gottfried Gassenbauer (im Bild) aus Wien zuteil. Lampis gratuliert ohne große Nachfrage im Namen aller 408 Mitglieder, der Chronist dieser Zeilen eingeschlossen, dem 55-jährigen Hauptstädter recht herzlich zu dieser großen ideellen Auszeichnung!  Der Leitende Direktor des riesigen Sportcenters Donaucity wurde von einer Experten-Kommission (Journalisten und ÖLV-Trainern) und Online-Abstimmung von Aktiven mit überwältigender Mehrheit von 52,15 Prozent und einem Riesenvorsprung an die Spitze der veröffentlichten „Top Five“ gewählt. Auf dem dritten Platz kam mit Wurf-Allrounder Heimo Viertbauer (M70) ein weiterer Vertreter unserer Zunft ein. Über die herausragenden Leistungen von „Gassi“, wie er von seinen Freunden genannt wird, haben wir 2014 mehrfach berichtet. An zwei Glanzlichter sei erinnert: Bei der Hallen- und Winterwurf-WM in Budapest gewann er paritätisch verteilt in der M55 Gold unter dem Dach im Gewichtwurf und Silber unter freiem Himmel mit dem Hammer. Wer seinen Ehrgeiz, seine Zielstrebigigkeit und Passion für das Werfen kennt, der ist sich ziemlich sicher, dass der Namen Gassenbauer auch in 2015 den Stoff zum Gassenhauer haben wird.  – Hier geht es zu den Abstimmungsergebnissen.

Sportsch(l)au: Mit Schwung und Bewegung durch den Alltag

(Köln/Krefeld, 03. Januar 2015) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ an. Mit seiner freundlichen Genehmigung werden wir in loser Folge diese Beiträge veröffentlichen, wobei wir aus Platzgründen gelegentlich den Sinn wahrende Kürzungen vornehmen. Das ist nunmehr das 62. Kapitel zu diesem Themenkomplex. A.H.
Egal, ob bei der Arbeit oder zu Hause, ein Großteil der Tageszeit wird im Sitzen verbracht, ohne große Bewegungsunterbrechungen. Zunehmende sitzende Tätigkeiten bestimmen den Alltag. Die Folgen der hohen Inaktivitätszeiten sind gravierend! Der Stoffwechsel fährt auf ein Minimum herunter und nicht selten ist Übergewicht die Folge. Auch die Gefahr an chronische Krankheiten, wie Diabetes und Bluthochdruck, zu erkranken steigt. Mit zunehmendem Alter fehlt zudem die muskuläre Basis für den Erhalt der Mobilität und Selbstständigkeit. Aber das muss nicht sein. Sagen Sie dem „sitzenden Lebensstil“ den Kampf an. Keine Angst! Der Aufwand ist geringer, als Sie denken! Beginnen Sie, die Alltagsaktivität fester in Ihren Tagesablauf zu integrieren. Lassen Sie den Aufzug links liegen und nehmen Sie die Treppe oder steigen Sie eine Bahnstation früher aus und bewältigen Sie den restlichen Weg zu Fuß. Auch auf der Arbeit bieten sich viele Möglichkeiten, um dem Bürostuhl zu entfliehen. Stellen Sie den Drucker außer Reichweite, sodass Sie zum Aufstehen "gezwungen" werden. Probieren Sie Telefonate im Stehen zu führen, und vielleicht können Sie Ihre Kollegen zu einer aktiven Mittagspause überreden. Gehen Sie zu einem Restaurant um die Ecke, anstatt die Kantine zu nutzen. Sich zwischendurch Bewegung zu verschaffen gilt auch daheim für die Tätigkeiten am PC. Die dauern zum Beispiel beim Surfen im Internet doch meist länger, als man(n)/frau zunächst vorhatte.
Fazit: Es ist selten zu früh, aber nie zu spät. Und da der Beginn eines neuen Jahres stets auch mit guten Vorsätzen gepflastert zu sein pflegt, ist es ein trefflicher Zeitpunkt, die geschilderten Dinge (und gerne auch mehr) in die Tat umzusetzen.

Lampis lässt im Konflikt wider das Germany-Trikot nicht locker

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 04. Januar 2015)
Offenbar haben wir mit der leidigen Trikot-Frage bei internationalen Starts von Senioren/innen eine Lawine losgetreten. Obwohl die meisten „zwischen den Jahren“ sicherlich Besseres und Wichtigeres vorhatten, als sich an PC oder Smartphone zu setzen und ihre Gedanken dazu mitzuteilen, war die Resonanz nicht nur überwältigend, sondern sehr konstruktiv und mit vielen interessanten Denkanstößen garniert. Dabei ist noch zu berücksichtigen, dass sich erfahrungsgemäß eher jene äußern, die sich beschwert fühlen. Da keine Antwort bekanntlich auch eine Antwort ist, gehen wir getrost davon aus, dass unsere im Durchschnitt 1.200 Besucher täglich ausnahmslos gegen die „kulturelle Selbstverleugung“ sind, wie es Wurf-Allrounder Torsten Lange formulierte, sich vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in ein Leibchen mit dem Schriftzug GERMANY auf der Brust nötigen zu lassen.
Wenn nicht wir, wer sonst, macht in der Sache selbstverständlich weiter und sich in Geschäftsführung ohne Auftrag zum Anwalt der starken Senioren-Fraktion?! Um es voraus zu schicken, sind auch wir gegen eine Trikot-Vielfalt. Das gibt schlichtweg ein schlechtes Gesamtbild ab, wenn beispielsweise vier Staffelläufer bei der Siegerehrung in vier verschiedenen Trikots auf dem Treppchen stehen. Allerdings sind wir mit der überwältigenden Mehrheit der Meinung, dass bei der vorgeschriebenen Neuorientierung mit dem Hinweis auf das internationale Regelwerk den Senioren/innen zu einem vernünftigen Preis ein Trikot mit der Aufschrift DEUTSCHLAND anzubieten ist. So heißt unsere Nation, das ist die überhaupt elementarste Eigenständigkeit im Innen- und Außenverhältnis, und soviel Identifikation mit dem eigenen, repräsentierten Land darf denn schon noch sein. Bei diesem Hintergrund bekommt das Zerreißen des Trikots durch Diskuswerfer Robert Harting eine ganz neue Dimension und Interpretation... 
Es war schließlich auch bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London so, ehe die bundesdeutsche Leichtathletik-Nationalmannschaft, vermutlich nach dem Diktat des neuen amerikanischen Ausrüstungssponsors (vorher Adidas), mit GERMANY auflief. Damals haben sich schon viele höchst verwundert die Augen gerieben, ob sie gerade einer Fata Morgana aufgesessen seien. Die Reaktion darauf waren etliche Kommentare von renommierten Publizisten wider dieses Schwachsinns. Darunter Jurist Rüdiger Nickel, der als ehrenamtliches Präsidiumsmitglied dem DLV immerhin mal sehr nahe stand (um zu diesem Beitrag zu gelangen, muss nach Anklicken der Verlinkung nach unten gescrollt werden).
Genützt hat es indes nix. Bei der WM 2013 und EM 2014 schlugen unsere Vorzeige(leicht)athleten männlich wie weiblich wieder in einträchtiger Selbstverleugung auf. Es muss auch sehr befremden, dass das Bundesministerium des Innern (BMI) eine derartige Verhohnepiepelung des Eigennamens zulässt. Der stolze Bundesadler in unmittelbarer Nachbarschaft des Logos des US-Sponsors und eben von GERMANY. Dazu muss man wissen, dass sich das BMI das Recht vorbehält, bei offiziellen Ländervertretungen im Sport den Bundesadler auf die Ausrüstung nehmen zu dürfen. Da muss wohl der zuständige Ministerial-Direktor oder wer auch immer Tomaten auf den Augen gehabt haben.
Je tiefer man in die Recherche einsteigt, umso mehr Ungeheuerlichkeiten treten zu Tage. Die Deutsche Leichtathletik-Marketing (DLM) ist die exklusive Vermarktungsagentur des DLV. Ein Gebiet davon: die Ausrüstung der Nationalmannschaften. Und nun wird’s interessant. Der Geschäftsführer ist seit 2009 Frank Lebert, der vorher bei dem besagten Sportartikelgiganten aus den Vereinigten Staaten Marketing-Direktor für Deutschland, Österreich, der Schweiz und Slowenien war. Noch Fragen, wie das Wort Germany auf die Ausrüstung kam? Es wäre doch geradezu absurd, wenn mit jedem Wechsel des Ausrüstungssponsors sich zugleich die Nationalitätenbezeichnung ändern würde. Das mit China und allgemein nicht zu identifizierenden Schriftzeichen hatten wir schon.
Bei näherem Hinsehen fällt weiter auf, dass der DLV bei gestellter und verkaufter Ausrüstung zweigleisig, also die Variante Original und Fälschung, fährt. Zu 1) wird sie seitenverkehrt von einem Bundesadler, zu 2) von einer kleinen Deutschland-Flagge oberhalb des ominösen, mehrfach genannten Nationen-Schriftzuges geziert. Die Ü-35-Generation ergo als Aktive zweiter Klasse. Der Fakt ist indes nicht neu. Unsere Nachbarn aus der Alpenrepublik sind da nicht so pingelig. Da ist der österreichische Bundesadler auf der Ausrüstung der Masters, wie wir unisono von unseren bevorzugt hammerwerfenden Mitgliedern Gottfried Gassenbauer (*1958) aus Wien, der muss es als mehrfacher Europa- und Weltmeister der Senioren wissen, und Albert Fichtner (*1944) aus München erfahren haben.
Was nun Lampis betrifft, werden wir viergleisig vorgehen: Unabhängig voneinander holen wir bei einem Richter a.d. und Oberstaatsanwalt a.d., beide ehemalige Leichtathleten, eine Expertise ein, ob mit dem Zwang in ein GERMANY-Trikot womöglich der (Straf-)Tatbestand der Nötigung gegeben ist. Darüber hinaus werden wir uns der politischen Schiene bedienen und eine Unterschriftenaktion initiieren. Da kann natürlich im Zuge der Solidaridität jede/r mitmachen. Müßig zu erwähnen, dass es potenziellen internationalen Startern unbenommen bleibt, ihrerseits diesbezüglich gegen den Dachverband eine Zivilklage anzustrengen.  
In diesem Sinne einen schönen Sonntag, eine ereignisreiche neue Woche und immer hübsch tapfer bleiben!

Statistiker der WMA läuft gnadenlos weit hinter der Musik her

(Krefeld, 02. Januar 2015) Erstmal: Prosit Neujahr! Mit Altlasten jeglicher Art sollte nicht in ein solches gegangen werden. Das brächte angeblich Unglück. Sicherlich aber in keinem Falle Glück. Den globalen Leichtathletik-Verband der Senioren/innen ficht das offenbar alles nicht an. Er läuft mit der Aktualisierung der Rekordlisten noch weiter hinter der Musik her, als der schon ziemlich lahme DLV. Kürzlich hatten wir erst berichtet, dass es geschlagene sechs Monate gedauert hat, bis der Zehnkampf-Weltrekord (8.123 Punkte) der M60 von Stabhochsprung-Spezialist Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen via Veröffentlichung auf der WMA-Netzseite dokumentiert wurde. Wenn es nach dem gleichen Muster abläuft, muss Wurf-Allrounderin Susanne Wissinger (*1934) vom TV Gelnhausen wohl noch ein bisschen warten. Die 80-jährige Hessin hatte im Rahmen der Deutschen Senioren-Meisterschaften im Wurf-Fünfkampf am 28.September 2014 in Baunatal jeweils die W-80-Weltrekorde der belgischen Ausnahmekönnerin Rachel Hanssens (*1929) im Fünfkampf von 4.831 auf formidable 5.039 Punkte und im Gewichtwurf von 10,56 auf 10.78m verbessert. Wo es da letztlich klemmt, vermögen wir nicht zu sagen. Doch wäre es ganz entzückend, wenn die WMA-Vizepräsidentin Margit Jungmann aus Rehlingen im Saarland dem zuständigen Statistiker mal ein wenig Feuer unter dem Allerwertesten machen würde. Denn so eine offizielle Rekordliste ist Arbeitsunterlage für alle möglichen Zwecke. Unter anderem für die Medien bei der Berichterstattung. Es ist höchst peinlich und fällt letztlich – unverschuldet – stets auf den Autor zurück, wenn mit falschen Zahlen jongliert wird.
Da wir gerade schon bei freundlichen Erinnerungen sind: Das Internetportal der von EVAA in EMA umbenannten kontinentalen Senioren-Dachorganisation firmiert auf seinem Logo immer noch ohne den Schriftzug „European Masters Athletics“ und in der Fußleiste mit „EVAA for clean sport an fair play“. Auch das entbehrt nicht einer gewissen Schludrigkeit. Es darf und soll in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, dass Kurt Kaschke aus Freudenstadt im Schwarzwald Präsident der EMA ist. Deutsche Wertarbeit sieht anders aus.
Gute Besserung, was jetzt ausdrücklich nicht gesundheitlich zu verstehen ist, an all jene Offiziellen, die es bitter nötig haben!