Statistiker der WMA läuft gnadenlos weit hinter der Musik her

(Krefeld, 02. Januar 2015) Erstmal: Prosit Neujahr! Mit Altlasten jeglicher Art sollte nicht in ein solches gegangen werden. Das brächte angeblich Unglück. Sicherlich aber in keinem Falle Glück. Den globalen Leichtathletik-Verband der Senioren/innen ficht das offenbar alles nicht an. Er läuft mit der Aktualisierung der Rekordlisten noch weiter hinter der Musik her, als der schon ziemlich lahme DLV. Kürzlich hatten wir erst berichtet, dass es geschlagene sechs Monate gedauert hat, bis der Zehnkampf-Weltrekord (8.123 Punkte) der M60 von Stabhochsprung-Spezialist Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen via Veröffentlichung auf der WMA-Netzseite dokumentiert wurde. Wenn es nach dem gleichen Muster abläuft, muss Wurf-Allrounderin Susanne Wissinger (*1934) vom TV Gelnhausen wohl noch ein bisschen warten. Die 80-jährige Hessin hatte im Rahmen der Deutschen Senioren-Meisterschaften im Wurf-Fünfkampf am 28.September 2014 in Baunatal jeweils die W-80-Weltrekorde der belgischen Ausnahmekönnerin Rachel Hanssens (*1929) im Fünfkampf von 4.831 auf formidable 5.039 Punkte und im Gewichtwurf von 10,56 auf 10.78m verbessert. Wo es da letztlich klemmt, vermögen wir nicht zu sagen. Doch wäre es ganz entzückend, wenn die WMA-Vizepräsidentin Margit Jungmann aus Rehlingen im Saarland dem zuständigen Statistiker mal ein wenig Feuer unter dem Allerwertesten machen würde. Denn so eine offizielle Rekordliste ist Arbeitsunterlage für alle möglichen Zwecke. Unter anderem für die Medien bei der Berichterstattung. Es ist höchst peinlich und fällt letztlich – unverschuldet – stets auf den Autor zurück, wenn mit falschen Zahlen jongliert wird.
Da wir gerade schon bei freundlichen Erinnerungen sind: Das Internetportal der von EVAA in EMA umbenannten kontinentalen Senioren-Dachorganisation firmiert auf seinem Logo immer noch ohne den Schriftzug „European Masters Athletics“ und in der Fußleiste mit „EVAA for clean sport an fair play“. Auch das entbehrt nicht einer gewissen Schludrigkeit. Es darf und soll in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, dass Kurt Kaschke aus Freudenstadt im Schwarzwald Präsident der EMA ist. Deutsche Wertarbeit sieht anders aus.
Gute Besserung, was jetzt ausdrücklich nicht gesundheitlich zu verstehen ist, an all jene Offiziellen, die es bitter nötig haben!

Lampis wünscht einen geschmeidigen Übergang und tolles neues Jahr!

(Krefeld, 31. Dezember 2014) Kinder, wie die Zeit vergeht. Nicht nur bei denen. Mit zunehmendem Alter scheint sie noch schneller zu verrinnen. Dabei hat der Tag unverändert 24 Stunden. Sei’s drum, sehen wir den Tatsachen ungeschminkt ins Auge. Das Jahr 2014 ist bald Historie. Wir sind zwar schon eine ganze Weile nicht mehr Papst (bis 28. Februar 2013), das sind jetzt die Argentinier, dafür aber seit 13.Juli 2014 Fußball-Weltmeister. Sagenhafte 34,65 Millionen Deutsche plus unzähliger Rudelgucker auf den Fanmeilen schauten sich das 120minütige Spektakel plus Nachspielzeit gegen Argentinien live im Fernsehen oder auf Großleinwänden an, bei dem sich der eingewechselte Mario Götze durch seinen 1:0-Siegtreffer in der 113. Minute einen Extraplatz im Kicker-Olymp sicherte. Belassen wir es bei dieser kleinen Reminiszenz. Das soll hier schließlich kein Jahresrückblick werden. Dazu noch auf einer artfremden Baustelle.
Kommen wir also zum dem heutigen Silvestertag angemessenen Anliegen. Lampis wünscht allen Mitgliedern, Stammbesuchern und Gelegenheitsgästen das Rundum-sorglos-Paket Anno Domini 2015 mit – in alphabetischer Reihenfolge von A bis Z – Ausdauer, Erfolg, Freude, Geduld, Gesundheit, Glück, Liebe,Schaffenskraft, Zufriedenheit und, und, und! Kurzum auch für alles, was womöglich noch übersehen wurde. Daher ja die ausbaubare Und-Trilogie. Schicken wir entsprechend unserem Standort noch etwas Rheinisches hinterher: Macht et jot! Immer und überall.

Selbstverleugnung: Jetzt wäre der Seniorensprecher gefordert

(Krefeld, 29. Dezember 2014) Da sie so schöne hohe Wellen schlug, machen wir noch einen kleinen Nachdreher zu unserer gestrigen Kolumne. Die Argumentation war offenbar dermaßen stichhaltig, dass es in der Resonanz auf den Beitrag ausnahmslos Zustimmung gab. Das kann ohnehin keiner nachprüfen, stimmt ab trotzdem. Einen ganz konkreten Vorschlag machte der ehemalige Bundestagsabgeordnete Torsten Lange aus Bonn, der sich dem Wurf verschrieben und gelegentlich bei uns als Gastautor geschrieben hat. Er meint, dass der „kulturellen Selbstverleugnung“, eben GERMANY statt Deutschland, mit einer Unterschriften-Aktion begegnet werden sollte, die den DLV zu einer Alternativmöglichkeit auffordert. Notfalls würde ein EM-/WM-Boykott ins Auge gefasst.
Das wäre eigentlich einmal eine dankbare und sinnvolle Aufgabe für den Sprecher der Seniorensprecher Alfred Hermes (im Bild). Aber da er mehr so als verlängerter Arm des Verbandes fungiert und international selber im - vermutlich gesponserten -  Germany-Leibchen neuester Bauart startet, ist wohl von ihm keine Unterstützung zu erwarten. Also sind wieder einmal andere gefordert.

Trikot-Zwang durch DLV: Richter möge Tatbestand der Nötigung prüfen

(Krefeld, 30. Dezember 2014) Bekanntlich muss das Eisen geschmiedet werden, solange es noch heiß ist. Also haben wir in der angeheizten Trikot-Frage GERMANY oder Deutschland ein paar Kohlen nachgelegt und den Schauplatz auf die Gruppe Senioren-Leichtathletik bei Facebook (418 Mitglieder, zehn mehr als bei uns, jedoch teilweise identisch) ausgedehnt. Die Reaktionen tröpfeln zwar bislang nur teelöffelweise herein (nicht jede/r ruft schließlich täglich diese Seite auf). Aber die Resonanz auf unsere Kolumne und die dort dargestellte Haltung sich vom DLV nicht Germany aufzwingen zu lassen, ist durchgängig positiv. Ferner wird da und in weiteren Mails direkt an uns eine Unterschriften-Aktion allgemein begrüßt. Die muss sich übrigens nicht auf die potenziellen deutschen Starter bei Europa- und Weltmeisterschaften der Senioren/innen beschränken. Wer sich solidarisch erklären möchte, kann dies selbstverständlich herzlich gerne tun.
Beispielhaft nur eine Stimme im gleichen Tenor, die des weithin bekannten und erfolgreichen Sprinters Arno Hamaekers (*1940) von der LAG Obere Murg: „Den Vorschlag von Torsten Lange für eine Unterschriftenaktion begrüße ich sehr. Ich werde nicht mit ,Germany’ auf dem Trikot bei einer internationalen Meisterschaft starten. Den etwaigen Konsequenzen sehe ich gelassen entgegen.“ Das ließe sich in diesem Stile beliebig fortsetzen. Jedoch noch sehr interessant ein anderer Punkt: Gerhard Paech, ehemaliger Geschäftsführer (1970 – ’99) des LV Rheinland, beabsichtigt die Stellungnahme eines befreundeten Richters zum von uns ins Spiel gebrachten etwaigen Straftatbestands der Nötigung einzuholen. Die leidige Angelegenheit nimmt Fahrt auf. Und was macht Seniorensprecher Alfred Hermes? Er schweigt sich zu diesem brisanten Thema aus, als habe er keine Meinung, und es ginge ihn alles nichts an! Das bewerte jede/r selber.
Allerdings noch zu guter Letzt ein (weiterer) externer Aspekt, den Lampis-Mitglied Rolf Griesberg (*1952) vom Pulheimer SC zur Debatte beitrug. Wie er mit x-Millionen anderen Zuschauern vor dem Pantoffelkino sehen konnte, treten die Mensch gewordenen deutschen (Bundes-)Adler sowie alle Trainer und Betreuer bei der prestigeträchtigen Vierschanzen-Tournee im Skispringen alle hübsch einheitlich in einem Trainingsanzug mit dem großen rückseitigen Schriftzug DEUTSCHLAND auf. Geht doch! Nicht ohne Pikanterie, dass ihn auch Bundestrainer Werner Schuster und sein „Co“ Stefan Horngacher tragen. Beide besitzen nämlich die österreichische Staatsangehörigkeit. Das hat was und nennt sich Identifikation mit der Aufgabe, der sie sich verschrieben haben.

DLV nötigt EM- und WM-Starter in ein Trikot mit "GERMANY"

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 28. Dezember 2014)
Gebetsmühlenartig predigen Referatsleiter Jörg Erdmann vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt, der profillose Senioren(ver)sprecher Alfred Hermes aus Jülich und die BA-Vorsitzende Margit Jungmann aus Rehlingen, dass deutsche Senioren-Leichtathleten den internationalen Regeln entsprechend künftig bei Europa- und Weltmeisterschaften in aktueller, einheitlicher Nationalmannschaftsbekleidung an den Start zu gehen haben. Als Verkaufsargument für die nur exklusiv über den DLV von dessen amerikanischen Ausrüstungssponsor zu erwerbenden, hoffnungslos überteuerten Textilien wurde gewissermaßen mit erhobenem drohenden Zeigefinger angeführt, dass bei Zuwiderhandlung sogar die Disqualifikation drohen könnte.
Aber was, wenn sich Athleten/innen aus tiefer innerer Überzeugung weigern, mit dem Schriftzug „GERMANY“ auf der Trikotbrust und wo sonst noch durch die Hallen und Stadien dieser Leichtathletik-Welt zu laufen, springen und/oder werfen? Erinnern wir uns daran, dass unsere Nation Deutschland und nicht Germany heißt und wir Deutsche und keine Germanen (mehr) sind. Nun soll besagter Personenkreis jedoch fortan mit „sanftem“ Druck in ein Leibchen und Trainingsanzugjacke aus den beiden letzten Kollektionen mit der Aufschrift GERMANY gezwungen werden. Dafür gibt es im Strafrecht einen Begriff der da Nötigung lautet. Ja, ehrlich, so einfach ist das: Der DLV will seine international starten wollenden Athleten nötigen. Wenn er, der Dachverband, wegen seines überpointierten Hanges, eigentlich ist es schon eine Phobie, zu Anglizismen seine Identität aufgibt, berechtigt ihn das noch lange nicht dazu, dies auch von seinen Aktiven zu verlangen. Dann hat er ihnen gefälligst eine adäquate Bekleidung anzubieten. Soviel Patriotismus, National-Bewusstsein und –Stolz darf schon noch sein, ohne gleich in die falsche Ecke gestellt zu werden. Gegen andere Länder sind wir in dieser Hinsicht geradezu Waisenknaben. Das gilt natürlich auch für das schönere Geschlecht.
Der 38-fache Stabhochsprung-Weltrekordler Wolfgang Ritte (*1953) aus Moers, der international übrigens noch mit dem Bundesadler auf der Brust aufschlägt, hat einen britischen Sportkameraden einmal gefragt, was er davon hielte, wenn er wegen eines etwaigen deutschen Sportausrüsters (käme Adidas oder Puma in Frage, die Redaktion) künftig mit Großbritannien statt Great Britain seine Königreich repräsentieren müsse. Der hat ihn völlig entgeistert angeschaut und geantwortet: „You are crazy?!“ Das muss jetzt sicherlich nicht übersetzt werden.
Unser hammerwerfender Gastautor Albert Fichtner (*1944) aus München formulierte es bei früherer Gelegenheit in einem Kommentar auf Lampis drastisch-sarkastisch sinngemäß mal so: „Sind wir froh, dass der DLV keinen chinesischen Sponsor hat. Sonst liefen wir mit asiatischen Schriftzeichen auf der Brust herum und keiner würde uns zumindest daran mehr erkennen.“ Die Beispiele könnten beliebig fortgesetzt werden, dass sich andere wegen einer handvoll Dollar nicht bevormunden und unterjochen lassen. Es ist im Übrigen auch nicht erforderlich, wie Dachorganisationen in anderen Sportarten, womöglich mit gleichem Sponsor, vormachen. Die erst gestern „Auf Schalke“ zu sehenden deutschen Biathleten/innen liefen treu und brav mit dem Schriftzug „DEUTSCHLAND“ durch den aus der Skihalle Neuss angekarrten Kunstschnee.
Es darf zudem füglich bezweifelt werden, dass die EMA oder WMA den Eklat wagen würde, einen Europa- oder Weltmeister deutscher Nationalität wegen eines Trikots mit „DEUTSCHLAND“ auf der stolz geschwellten Brust, egal ob mit oder ohne Körbchen verpackt, disqualifiziert. Ein Hinweis, allenfalls ein Verweis – das wär’s. Denn im  Eventualfalle ließe sich genau die gerade genannte Begründung ins Feld führen. Den Schwarzen Peter hat der DLV. Da hilft kein Pudern und kein Schminken. Punkt! Aus! Basta!
In diesem Sinne noch einen schönen letzten Sonntag anno 2014 und eine entspannte, jahresübergreifende neue Woche!