Zeitgeschichte: Fall der Mauer feiert heute ihr 25-jähriges Jubiläum

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Berlin/Krefeld, 09. November 2014)
Welch glückliche Fügung, dass das 25-jährige Jubiläum des Falls der Mauer auf einen Sonntag fällt. Das erleichtert die Feierlichkeiten ungemein, insbesondere am damaligen Ort der Handlung in Berlin, werden sie die Massen mobilisieren und elektrisieren. Wie damals 1989 – selbst am Bildschirm im heimischen Pantoffelkino. An das Gänsehaut-Erlebnis und Pipi in den Augen kann ich mich sehr gut erinnern. Genau wie an das andere „nine eleven“ (das ist jetzt eine kleine Beugung des Datums im Zusammenhang mit der Schreibweise im englisch-amerikanischen Sprachraum), was freilich auch erst 13 Jahre zurück liegt. Gemeint ist der perfide, heimtückische und hinterhältige Terroranschlag am 11.9.2001 auf die Twin Towers des World Trade Centers in New York, der mindestens 2.970 Menschen aus aller Herren Länder das Leben kostete. Da lag ich nahezu bewegungsunfähig mit einem tief sitzenden Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule im Bett und habe den Einschlag des zweiten Passagierflugzeugs „live“ auf dem Nachrichtensender n-tv gesehen. Erst habe ich gedacht, ich träume. Ein Alp- oder ein Albtraum. Eher beides zugleich.
Doch zurück zu dem schönen, wahr gewordenen Traum. Vielleicht nicht für alle 80,8 Millionen Bundesbürger, die Kinder davon abgezogen. Ewig Gestrige gibt es leider hüben wie drüben immer noch oder wieder. Bis in höchste, intellektuelle Kreise hinein, von denen es am wenigsten erwartet würde. Der Arbeiter-, Bauern- und Unrechtsstaat wird in der verklärten, indes völlig unrealistischen Rückschau nostalgisch verbrämt verniedlicht. Der aus der DDR zwangsweise ausgebürgerte Liedermacher Wolf Biermann machte es bei seinem spektakulären Auftritt vergangenen Freitag in der Gedenkstunde des Bundestages zum Mauerfall-Jubliläum deutlich. Die SED-Nachfolgepartie „Die Linke“ bekam gehörig ihr Fett weg. Das muss jetzt nicht alles wiederholt werden, zumal es in dem unter Biermann verlinkten Video zu sehen und hören ist. Was indes offenbart, dass 25 Jahre einig Vaterland 40 Jahre Diktatur, Bespitzelung, Gängelung und Einsperrung der Bevölkerung nicht aufwiegen konnten. Schlimmer noch: In Thüringen sind die altvorderen Betonköppe auf dem Weg das Bundesland in einer rot-rot-grünen Koalition zu regieren. Unglaublich, doch in diesem Falle leider auch wahr. Die „Bunte“ fordert den linientreuen „Vorzeige“-Linken Gregor Gysi, ein Wolf im Schafspelz, in ihrer Rubrik „Verlierer“ unmissverständlich auf: „Mensch Gysi, irgendwann ist Schluss mit dem Stuss, die DDR nicht als Unrechtsstaat zu bezeichnen.“ Der Mann scheint sehr vergesslich oder ungekrönter Weltmeister des Verdrängens zu sein. Da kann es sich mit der unverbesserlichen Margret Honecker die Hand geben. Wenngleich das hier kein grauseliger Wettbewerb werden soll, wird die Zahl der Grenz- und Mauertoten sowie die in DDR-Gefängnissen seelisch, moralisch und körperlich gebrochenen Freiheitskämpfer/innen die Opfer der genannten Terroranschläge in „Big Apple“  locker übersteigen.
Nicht, dass in der alten Bundesrepublik nur weiße Schafe unterwegs gewesen wären, ist mit dem jähen, glücklicherweise friedlichen Ende der bankrotten „Deutschen Dopingopfer Republik“ auch das flächendeckende, von Staats wegen verordnete Doping an insgesamt 15.000 (!) Athleten gestoppt worden. Für viele kam es zu spät. Erst kürzlich verstarb der Gewichtheber Gerd Bonk gerade mal 63-jährig an den Spätfolgen. Wiewohl auch das zur Aufarbeitung gehört, wollen wir kein allzu düsteres Bild zeichnen. Es sei allerdings noch erwähnt, dass die frühere DDR-Sprinterin Ines Geipel (*1960), selber ein Opfer, und heutige Professorin für Schauspielkunst in Berlin eine Beratungsstelle für Dopingopfer gegründet hat. 700 Ex-Sportler/innen haben sich bislang dort gemeldet.
Kommen wir zum versöhnlichen Schluss zu den unzählig vielen schönen Seiten der Wiedervereinigung. Unserem selbst gestellten Auftrag gemäß vor allem den Sport betreffend. Es gibt vordergründig kein gegeneinander mehr, sondern ein miteinander. Keinen Kampf der Systeme. Die gemeinsamen Leichtathletik-Meisterschaften in allen Altersklassen finden mal in den alten und mal in den so genannten neuen Bundesländern statt. Und seien wir mal knapp ehrlich: Gäbe des den Stand-by-Veranstaltungsort Erfurt in der Landeshauptstadt von Thüringen nicht, hätten vermutlich so manche Titelkämpfe, Halle wie Freiluft, der Senioren/innen nicht statt gefunden.
In diesem Sinne einen schönen Sonntag und eine friedfertige Jubelfeier! Wo auch immer? Nicht und doch zuletzt eine schaffens- wie erfolgreiche 46. Kalenderwoche!

Auf Initiative von Rolf Griesberg plant Lampis Trainingstrip nach Südtirol

(Latsch/Auckland/Krefeld, 08. November 2014) Es wird häufig und sicherlich auch völlig zu Recht von Werfern/innen Klage geführt, dass so gut wie keine Fördermaßnahmen jedweder Art für die Ü-30-Generation angeboten werden. Wer gerne meckert, der muss auch handeln können, sagte sich unser Mitglied Rolf Griesberg (M60) vom Pulheimer SC. Er hat(te) die Idee, zunächst mal auf kleiner Flamme in Eigeninitiative einen - nennen wir ihn – Trainingsurlaub zur organisieren. Mittlerweile sind die Planungen in Zusammenarbeit mit Kugelstoßer und Lampis-Betreiber Axel Hermanns ein wenig weiter gediehen. Es soll mit neun Personen in einem Mini-Bus nach Ostern 2015 für sieben Tage vom 12. bis 19. April nach Latsch (Südtirol/Nord-Italien) gehen. Dort herrschen zu der Zeit gemeinhin günstige klimatische Voraussetzungen, und, nicht minder wichtig, die Trainingsbedingungen sowie das ganze Drumherum lassen keine Wünsche offen. Was für Doppel-Weltmeister David Storl (*1990) und Kugelstoß-Bundestrainer Sven Lang gut genug ist, sollte für Senioren zumindest knapp reichen.
Und noch eine gute Nachricht: Aufgrund über Jahrzehnte andauernde Kontakte und einem fast freundschaftlichen Verhältnis zu ihm konnte Hermanns den ehemaligen Weltklasse-Diskuswerfer Alwin Wagner (*1950) aus Melsungen als Coach für diese Maßnahme gewinnen. Der Olympiasechste von Los Angeles (Lebensbestleistung 67,80 m) kann aus einem reichen Fundus nicht nur als überragender einstiger Aktiver bis in den Seniorenbereich hinein, sondern auch als ehemaliger hessischer Landestrainer Wurf und aktueller Trainer „seines“ MT Melsungen mit sehr erfolgreichem Nachwuchs schöpfen. Noch sind einige freie Plätze an männliche Kugelstoßer/Werfer aus den Top Ten der deutschen Bestenliste zu vergeben. Bei Interesse einfach anrufen oder eine E-Mail senden (Daten siehe Fenster „Kontakt“).
Da wir gerade schon bei Alwin Wagner sind. Er ist wieder einmal auf der Suche nach einer bekannten Person in Ozeanien, was im Vorjahr mit Hilfe von Lampis bei dem von Hamburg nach Australien ausgewanderten Hammerwerfer Hans-Martin Lotz gelang. Diesmal wird der aus der Schweiz stammende Trainer Jean-Pierre Egger in friedlicher Absicht gesucht respektive seine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Egger dürfte sich vornehmlich in Auckland (Neuseeland) aufhalten, da er dort die Weltklasse-Kugelstoßer Valerie Adams (*1984) und Jacko Gill (*1994) unter seinen Fittichen hat.

NRW-Open im Winterwurf: 89 Gemeldete aus 57 Klubs mit 225 Starts

(Duisburg/Leichlingen/Krefeld, 06. November 2014) Noch schneller als wir damit gerechnet hatten stellte der Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) mit Sitz in Duisburg die gemeldeten Werfer/innen für die Offenen NRW-Seniorenmeisterschaften im Winterwurf am 15. November 2014 in Leichlingen ins Netz. Konkret: Gerade mal zwei Tage nach Meldeschluss (03.11.) gestern gegen 12.30 Uhr. Da kommt gleichermaßen Freude bei den Startwilligen und Liebhabern der Statistik auf. Aber auch beim gastgebenden LVN mit Wettkampfreferentin Petra Bous und Senioren-Wettkampfsportwartin Gisela Stecher. Für die erstmals externen, am 12. Januar 2014 im Rahmen der Westdeutschen Hallen-Meisterschaften in Düsseldorf ausgefallenen Titelkämpfe können sich 89 Gemeldete aus 57 Vereinen mit insgesamt 225 Starts mehr als sehen lassen. Immerhin 19 potenzielle Teilnehmer/innen wollen alle fünf Disziplinen für die inoffizielle Fünfkampf-Wertung (kein Meisterschaftswettbewerb wie auch Kugel und Gewichtwurf) bestreiten. Darunter außer Konkurrenz die Niederländer Jan Titulaer (*1947) und Frans Klep (*1948), beide von Swift Atletiek Roermond, die damit für einen Hauch von internationalem Flair sorgen werden. Später gehen wir in einer kleinen Vorschau noch etwas näher auf diese letzten Meisterschaften der Freiluftsaison 2014 ein.

Endlich erhielt die Deutsche Sportlotterie ausstehende Werbeerlaubnis

(Krefeld, 07. November 2014) Offenbar hat die bundesweit im bedruckten und digitalen Blätterwald öffentlich gemachte Mahnung ihre Wirkung nicht verfehlt. Die von Weltklasse-Diskuswerfer Robert Harting vom SCC Berlin und dem Krefelder Unternehmer Gerald Wagener ins Leben gerufene Deutsche Sportlotterie (DSL) mit Sitz in Krefeld hat nun auch die letzte Hürde genommen. Nach monatelanger Wartezeit wurde die noch ausstehende Werbeerlaubnis endlich erteilt. Die Lizenz nach dem deutschen Rennwett- und Lotteriegesetz lag bereits Anfang Juni vor, sind sinnlos fünf Monate durch den wieder einmal lahmen Amtsschimmel ins Land gegangen. Mit den entsprechenden vor zuschaltenden werberischen Maßnahmen auf „allen Kanälen“ will die DSL zum Beginn der Fußball-Rückrunde Ende Januar 2015 an den Start gehen. Das einzelne Los wird 2,50 Euro kosten. 31 Prozent der Einnahmen fließen an die Gewinner zurück, 30 Prozent in die Förderung der Top-Athleten aus allen Sportarten. Erklärtes hohes Ziel ist es, die derzeitige Grundförderung der Stiftung Deutsche Sporthilfe von 300 auf bis zu 1.000 Euro monatlich zu erhöhen. Das setzt allerdings voraus, dass das neue Glücksspiel mit gemeinnützigem Charakter auf breiter Front von der spiel- und spendenwilligen Bevölkerung angenommen wird, damit der plakative Slogan „Wir machen Sieger und Gewinner“ auch greifen kann.

Wintertraining: Anschauung zur Zauberformel Hilfe zur Selbsthilfe

(Bad Honnef/Nordhorn/Krefeld, 06. November 2014) Bekanntlich muss das Eisen geschmiedet werden, solange es noch heiß ist. Machen wir also den vorsorglich schon einmal angekündigten Nachdreher zu unserem gestrigen Beitrag zum Wintertraining. Da haben wir einige Anregungen bekommen, die sich unter der Zauberformel „Hilfe zur Selbsthilfe“ zusammenfassen lassen. Stellvertretend seien folgende erwähnt, da sich manches auch wiederholt: Kugelstoßer, Werfertag-Veranstalter, Lampis-Mitglied und Jung-Sechziger in Lauerstellung Roland Wattenbach (*1955) vom TV Eiche Bad Honnef hat(te) gleich mehrere praktische Angebote zum Kraft- und Techniktraining mit zum Teil wissenschaftlich fundierten Ansätzen im Köcher. Roland ist im richtigen Leben promovierter Physiker und als solcher Geheimnisträger. Glücklicherweise gilt das nicht für sein mit großer Passion ausgeübtes sportliches Hobby. Wurf-Allrounder Holger Gellink (*1970) vom LC Nordhron wies uns auf vier Trainingsvideos vom ehemaligen dreifachen Kugelstoß-Weltmeister Werner Günthör (*1961) aus der Schweiz hin. All dies haben wir im Fenster „Internetseiten“ als Linksammlung unter dem pauschalen Begriff „Trainingslehre“ hinterlegt. Das wird bei geeigneten Entdeckungen zur Thematik sukzessive ergänzt. Grundsätzlich kann jedoch konstatiert werden, dass sich im Netz einiges finden lässt. Da muss halt jede/r für sich selektieren, was für sie/ihn sinnvoll ist oder im Zweifelsfalle eben nicht.