10. Hallen-/Winterwurf-EM: Endlich ist der Fein-Zeitplan veröffentlicht

(Torun/Krefeld, 04. März 2015) Hurra, hurra, der Fein-Zeitplan für die 10. Hallen-Europameistersterschaften mit Winterwurf vom 23. bis 28. März 2015 im polnischen Torun ist endlich da! Wenn nicht wir, wer sonst sollte darauf plakativ hinweisen?! Eine entsprechende Anreißmeldung auf den einschlägigen offiziellen Seiten suchen die gemeldeten Startwilligen aus aller Herren Länder jedenfalls bislang vergeblich. Machen wir aber gerne und nährt unser Ansehen in des Wortes doppelter Bedeutung. Allerdings muss man über ein paar Brücken gehen, um zum Objekt der Begierde zu gelangen. Naheliegend, dass zunächst das Internet-Portal des Lokalen Organisationskomitees (LOC) geöffnet werden muss. Danach die deutsche Flagge anklicken, in der linken Spalte unter Nachrichten das Fenster Veranstaltungsprogramm (das ist ein wenig missverständlich und hieße besser Zeitplan) öffnen und schon ist man bei den Einsatzzeiten von Montag bis Samstag (von uns abgekürzt und bereits verlinkt).
Jetzt wäre es für den Einzelnen freilich sinnvoll zu wissen, an welchem Wochentag er auf- oder zuschlägt. Einfach haben es da die Vielstarter/innen, die eh in Endlosschleife dran sind und jeden Tag auf den Brettern stehen müssen, die ihnen die Leichtathletik-Welt bedeuten. Verraten wir schon einmal an dieser Stelle, dass zum Auftakt die Kugelstoßerinnen der W 35 bis 75+ unter dem Hallendach in den Ring müssen, auf dem Wurfplatz die Hammerwerfer der M35 – 50 und im Stadion die Speerwerfer der M50 bis 80+ an der Reihe sind. Das Plus (+) bedeutet schlicht und ergreifend, dass hier mehrere Altersklassen zusammengefasst werden. Hätten wir das zum Rund-um-sorglos-Paket auch erläutert.
Viel Spaß und Erfolg all’ jenen, die sich zum Abenteuerurlaub mit sportlicher Betätigung auf den beschwerlichen Weg (der nächstgelegene Flughafen zu Torun ist gesperrt) machen, so sie nicht mit dem eigenen PKW anreisen! Kann allerdings auch ein Risiko bergen, wie die Vergangenheit gelehrt hat. Einen solchen Bringservice bekommen die dort nicht alle Tage... 

Unterentwickeltes Demokratieverständnis von Jungmann und Kaschke

(Erfurt/Krefeld, 03. März 2015) Nicht zum letzten Mal SENGIDA (= Senioren/innen gegen Internationalsierung der Altersklassentrikots). Auch wenn es einigen gehörig gegen den Strich geht. Der nicht nur dem Namen nach kecke, in der Szene bestens bekannte und wegen seiner humorigen Art beliebte Heinz Keck (*1941) von der LG Alster Nord berichtete uns von einem besonderen Erlebnis im genannten Zusammenhang. Als er sich gerade in die auf einem Bistrotisch im Foyer der Steigerwaldhalle ausliegende Liste verewigt hatte, kam die Multi-Kulti-Funktionärin Margit Jungmann (Rehlingen) neugierig des Weges. „Hast du das denn nötig?!“, meinte die Jungmännin mit unüberhörbar vorwurfsvollem Unterton. Das zeugte nicht gerade von einem besonders ausgeprägten Demokratieverständnis. Nett formuliert. Worauf das nicht unterbelichtete Nordlicht schlagfertig „ich darf wohl noch meine eigene Meinung vertreten“ entgegnete.
Der mit der deutschstämmigen amerikanischen Ausnahme-Leichtathletin Phil Raschker (*1947) befreundete Wahl-Hanseat aus Osnabrück hatte eine weitere denkwürdige Begegnung mit einem hohen Würden- und Bürdenträger, der daran indes zu zerbrechen droht - an der Bürde. Normalerweise wäre es uns keine Extrameldung mehr wert gewesen, da sich der Mehrwert irgendwann gleichermaßen abnutzt wie das Zerreißen von Germany-Trikots durch Diskuswerfer Robert Harting. Aber mit der noch zu nennendem Attitüde erhielt der neuerliche Auftritt in kurzen Hosen des „Black Forrest Teachers“ und EMA-/EVAA-Präsidenten Kurt „Kuddel“ Kaschke (*1955) aus Freudenstadt im Schwarzwald bei „Jugend forscht“ (drei Sechziger in der M50) für die 4x200-m-Staffel des VfL Sindelfingen eine neue Dimension. Ohne es zu wissen, folgte Keck dem Vorschlag vom mit dem Diskus-Titel in der M50 gekrönten Christian Welke (Forchheim) den „Kuddelmuddel-Präses“ zu fragen, was denn der kontinentale Senioren-Verband in der strittigen Trikot- und Disqualifikationsfrage zu entscheiden gedenke. Seine verblüffende, völlig sinnfreie und denkbar knappste Antwort: „Nichts!“ Daraus folgern wir, dass auch in Müllsäcken gewandet bei der EM angetreten werden kann.
Allerdings sieht verantwortungsvolles Handeln fraglos anders aus, passt freilich irgendwie zu der Haltung von Jungmann. Gewissermaßen vereint als Bruder und (Verbands-)Schwester im Geiste. Aber gut, es bei der Gelegenheit zu erfahren. Dann braucht die Initiatorengruppe SENGIDA nicht weiterhin vergeblich auf seine seit 16.Februar 2015 überfällige Stellungnahme zu warten. Was uns nicht daran hindern wird, ihm eingedenk gütiger Mithilfe Dritter auch bei absoluter Windstille gehörigen Wind ins Gesicht zu blasen. Versprochen!
(Weitere Beiträge siehe Fenster Ergebnisse und Flurfunk.)

Andy Dittmar und Lothar Huchthausen stießen deutschen Rekord

(Erfurt/Krefeld, 01. März 2015) Einen absoluten Sahnetag erwischte Kugelstoß-Spezialist Andy Dittmar (*1974) von BIG Gotha. Der 40-jährige Thüringer verbesserte heute um die Mittagszeit bei den Deutschen Hallen- und Winterwurf-Meisterschaften auf seiner Heim- und Lieblingsanlage in der Erfurter Steigerwald-Arena seinen eigenen deutschen Rekord der M40 um drei Zentimeter auf 18,35m. Die alte Bestmarke hatte er just dort am 19. Januar 2014 anlässlich der Thüringer Landesmeisterschaften der Männer/Frauen aufgestellt und dabei den Uralt-Rekord (18,12m) von Fred Schladen (*1939) vom LC Bonn ausgelöscht. Neben der Rekordweite freute sich der 1,98 Meter große Big-Andy über seine makellose Serie mit allen sechs Versuchen praktisch auf einem Bierdeckel jenseits der 18-Meter-Marke, so es sie denn auf den blauen Gymnastikmatten überhaupt gab. „Die Ergebnisliste kann ich mir rahmen“, meinte er im Telefonat mit dem Chronisten. „Für eine derartige Konstanz auf aktuellem Niveau muss ich schon sehr weit zurück blättern.“ Obendrein bemerkt: ein Jahr mehr auf der Lebensuhr, aber die Vorjahresleistung gesteigert, kann auch kaum einer für sich reklamieren. Gut, Wolfgang Ritte noch, und der hat sogar zwei Jahrzehnte mehr auf dem Zeiger, um im Bilde zu bleiben.
Einen um drei Wochen verhinderten Kugelstoß-Weltrekord der M80 gab es bereits gestern zu notieren. Der 80-Jährige in Lauerstellung, Wurf-Allrounder Lothar Huchthausen (*1935) von der LG Altmark, übertraf mit 13,74m die globale Bestmarke (13,49m) des Finnen Leo Saarinen (*1929), aufgestellt im März 2010 in Jyväskylä und zunächst selbstverständlich weiterhin gültig. Aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Immerhin angelte sich der Fischer aus Sachsen-Anhalt den deutschen Rekord von Wilhelm Modersohn (*1929) von der LG Bielefeld, der seit der Hallen-EM 2009 in Ancona (Italien) bei 12,53m stand. Daran wird einmal mehr der hausgemachte Schwachsinn von national und international abweichenden Regelungen zwischen Jahr sowie Tag der Vollendung des neuen Lebensjahres deutlich. Wobei die zweite Regel Sinn macht. Es ist doch totaler Humbug, dass ein noch 79-Jähriger einen M-80-Rekord aufstellen kann. Müßig zu erwähnen, dass Huchthausen oder wer auch immer nix dafür können.
Weitere Berichte rund um die DM morgen in den Fenstern Ergebnisse und Flurfunk!

Einige unvorhersehbare Hindernisse um Unterschriften-Aktion SENGIDA

(Erfurt/Krefeld, 02. März 2015) So schnell schießen die Preußen nicht. Auch kein kugelstoßender Sportjournalist, dessen Wiege eh im westfälischen Bad Oeynhausen stand. Soll heißen, dass noch kein endgültiges Zahlenmaterial der von der Initiatorengruppe SENGIDA (= Senioren/innen gegen die Internationalisierung der Altersklassentrikots) bei den Deutschen Hallen- und Winterwurfmeisterschaften am vergangenen Wochenende in Erfurt durchgeführten Unterschriften-Aktion wider das GERMANY-Leibchen vorliegt. Sie firmierte ohnehin unter keinem günstigen Stern, da sie krankheitsbedingt (grippaler Infekt) vor Ort nicht von mir betreut werden konnte. Gewissermaßen anonym ausliegende Listen, flankiert von einem diesbezüglichen Artikel auf Lampis, waren fraglos nicht der ganz große Aufreißer. Als Erstes wurde der bereit liegende Kuli geklaut oder, netter formuliert, versehentlich eingesteckt. Dabei handelte es sich keineswegs um ein Schmuckstück aus den Nobelhäusern Mont Blanc oder Parker. Aber 500 Kugelschreiber wollten wir nicht neben die Liste(n) platzieren. Das hätte uns 1.) als aktive Bestechung ausgelegt werden können und 2.) mangelte es dafür an einem Sponsor.
Schlimmer noch, dass gestern gegen 10.30 Uhr die Liste nebst erwähntem Beitrag entwendet wurden. Ein Schuft, der Böses dabei denkt. Deshalb behalten wir den nahe liegenden Verdacht auch für uns. Und zu unguter Letzt gab es gestern Abend noch eine unliebsame Begleiterscheinung der dritten Art. Eine Werferin, den Namen behalten wir für uns, da wir niemanden öffentlich bloß stellen wollen, schickte dem Verfasser dieser Zeilen um 19:50 Uhr eine E-Mail. Anrede blablaba, und nun im Wortlaut: „Ich habe gestern auf Ihrer Unterschriften-Liste unterschrieben, wusste allerdings nicht, wer oder was dahinter steckt, bis ich heute darauf aufmerksam gemacht wurde. Da ich diesen ,Sengida’-Quatsch nicht unterstützen möchte, streichen Sie bitte meinen Namen von dieser Liste. Vielen Dank! ,Soundso’“
Hallo! Doch was lernen wir und vor allem sie daraus: Stets vor irgendeiner Handlung das Hirn einschalten. Und das auch der Mensch bisweilen nur ein armseliges Herdentier ist, der/das sich blindlings der Masse anschließt. Der Kopf der Liste enthielt übrigens in größerer Fettschrift den glasklaren Hinweis, um was es ging. Was sich wiederum mir absolut verschließt, dass die nicht nur mit Wettkampfgeräten um sich werfende Dame dem „Erdmännchen“ in Darmstadt geschilderte Mail in CC zusandte. Ob sie darum fürchtet, für die EM im polnischen Torun kein GERMANY-Trikot zu erhalten? Denn wir vermuten sie nach dem Vorgang nicht von ungefähr unter den „kulturellen Selbstverleugnern“.
Lassen wir es damit gut sein und nehmen sie nicht wichtiger, als sie ist. Eines noch: Die Idee von Speerwerfer Heinz Engels aus Mainz mit SENGIDA fand und finde ich weiterhin gut, originell, amüsant und treffend. Damit befinde ich mich in großer Gesellschaft. Andersgläubige wollen wir jedoch nicht missionieren.
Jede/r wie es ihr/ihm beliebt. Dennoch verleihen wir selbstverständlich unsere beliebte virtuelle Schlafmütze zum Ausdrucken und übers Bett hängen.

Silke Schmidt und Wolfgang Ritte empfingen die ideellen Weihen

(Erfurt/Krefeld, 01. März 2015) Eigentlich kommt ja das Vergnügen nach getaner „Arbeit“. Bei Stabhochsprung-Überflieger Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen war es diesmal umgekehrt. Der 62-jährige Ausnahmeathlet wurde gestern gegen etwa 13.45 Uhr im Rahmen der Deutschen Hallen- und Winterwurf-Meisterschaften der Ü-35-Generation in Erfurt vor der gut besetzten Haupttribüne der Steigerwald-Arena zum Deutschen Senioren-Leichtathleten des Jahres 2014 gekürt. Nicht zu vergessen sein weibliches Pendant Silke Schmidt (W55), höchst erfolgreiche Mittel- und Langstrecklerin von Sport Mettmann. Die beschauliche Kreisstadt (39.000 Einwohner) liegt zur besseren geografischen Einordnung in der Nähe von Düsseldorf. Margit Jungmann (Rehlingen), Vorsitzende des Bundesausschuss Senioren und WMA-Vizepräsidentin, und DLV-Vizepräsident Matthias Reick (Achim bei Bremen) nahmen die Ehrung vor. Neben einem warmen Händedruck der Bürden- und Würdenträger gab es für die beiden ausgezeichneten Ausgezeichneten eine Urkunde, einen Blumenstrauß und ein Nationaltrikot aus der Kaufkollektion mit dem durchweg verpönten Schriftzug GERMANY. Das durfte bei Ritte wohl auch als Anspielung darauf verstanden werden, dass er International immer noch mit dem Bundesadler auf der Brust auf- und zuschlägt (siehe diesen Link). Übrigens ein hochoffizielles Nationaltrikot vom damaligen Ausrüstungssponsor Adidas, den wir an dieser Stelle noch einmal gerne nennen. Denn das ist im Ursprung ein von Adolf (Adi) Dassler in Herzogenaurach gegründetes deutsches Unternehmen. Dessen „feindlicher“ Bruder Rudolf wurde derweil mit der Marke Puma bekannt, zu Hoch-Zeiten von Boris „Bum Bum“ Becker sogar berühmt. Die Aktien gingen damals bis in den vierstelligen DM-Bereich förmlich durch die Decke.
Zurück zu Ritte. Pikanterie, die Zweite: Er und sein gesamter aktiver Familienverbund haben unsere kleine Petition, SENGIDA (= Senioren/innen gegen die Internationalisierung der AK-Trikots) genannt, wider das GERMANY-Leibchen unterschrieben. Rund fünf Stunden nach der Ehrung durfte der „Stabi“ endlich sein Lieblingshandwerkszeug benutzen. Als seine Konkurrenten schon unter der Dusche standen, nahm der in Moers am Niederrhein wohnhafte Wahl-Uerdinger, das wiederum ist der größte Stadtteil von Krefeld, den Wettbewerb bei 3,50m auf. Nach letztlich übersprungenen 4,00 Metern wurde sein Höhenflug erst gestoppt, als die Latte bei 4,17 Meter auf Weltrekord (weiterhin 4,16m) lag. Durch den Anflug eines grippalen Infektes leicht geschwächt, scheiterte das Unternehmen bei drei ungültigen Versuchen diesmal noch. Heute ist er noch über 60 m Hürden und im Weitsprung im wonnevollen Einsatz. Weitere Titel nicht ausgeschlossen
Alle gestrigen Resultate in dieser Online-Ergebnisliste. Sie stammt vom Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV) und ist komplett, wogegen jene in der Servicewüste auf der DLV-Netzseite unvollständig ist. Jedenfalls bei Einstellung dieses Beitrages.