Viele deutsche Gaststarter bei den "Austrian Indoor Masters"

(Linz/Hanau/Krefeld, 02. Februar 2023) Strapazieren wir einmal mehr die geflügelten Worte „Felix Austria“ (Glückliches Österreich). Hat zwar, wie könnte es anders sein (?!), keine Allgemeingültigkeit, stimmt jedoch unstreitig auf die Senioren-Leichtathletik bezogen, die einen vielen höheren Stellenwert hat als beim Deutschen Leichtathletik-(„Verhinderungs“-)Verband. Alle gängigen Meisterschaften für die Ü35-Generation finden bei unseren Nachbarn statt, meist ein Jahr im Voraus mit jeweiligem Schauplatz terminiert.
So am kommenden Samstag in der Tipsarena in Linz unweit der Grenze zu Niederbayern die Österreichischen Masters-Meisterschaften in der Halle mit getrennter Wertung für willkommene ausländische Gäste aus erfahrungsgemäß bis zu 20 Nationen. Geradezu schon traditionell besonders beliebt bei vornehmlich männlichen deutschen Talenten von gestern und vorgestern. Die wettkampfaffinen reiselustigen Globetrotter, stellvertretend sei der sprintende Stammbesucher Winfried Heckner (*1950) vom STV Hünxe erwähnt, haben abermals einen Grund mehr dort zu starten. Denn hier zu Lande fällt bekannt die Hallen-DM zum dritten Mal in Serie aus. Obwohl es nicht oft genug wiederholt werden kann, wollen wir das leidige Thema nicht wieder aufwärmen, haben rauf und runter darüber berichtet, dass der DLV gegen den eigenen satzungsmäßigen Auftrag nach §2.3 verstößt.
Noch etwas Lokalkolorit
Made in Austria". Jung-Achtzigerin Marianne Maier (*26.12.1942; im Bild) vom TSC Höchst in Vorarlberg wird sicherlich einen neuen Weltrekordversuch im Kugelstoßen der W80 unternehmen. Der an Silvester 2022 scheiterte ziemlich klar unter ihren vorhandenen Möglichkeiten (wir berichteten).
Allerdings herrscht wenigstens eine Etage tiefer bei Landesmeisterschaften auch in der „Bunten Republik Deutschland“ (O-Ton Punkrocker Udo Lindenberg) an diesem Wochenende mit den Hessischen Senioren-Meisterschaften am Sonntag in Hanau ein bisschen Betrieb unter dem Hallendach. Wer es gerne mit Namen garniert sieht, dem empfehlen wir hier wie da die entsprechenden Meldelisten aus Linz (gar in alphabetischer Reihenfolge mit allen gemeldeten Disziplinen) und Hanau.

Offene Nordrhein-Seniorenmeisterschaften abermals vorverlegt worden

(Duisburg/Mönchengladbach/Essen/Krefeld, 31. Januar 2023) Auf Kriegsfuß mit dem Terminus „verschoben“ steht der Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) mit Sitz in Duisburg. Aber das hatten wir ja schon aus demselben Anlass in der verlinkten Glosse vom 17.November 2022. Kaprizieren wir uns also auf die puren Fakten: Die ursprünglich für den 13.August 2023 nahe dem Friedhof im Stadion „Am Hallo“ in Essen terminierten Offenen Nordrhein Meisterschaften der Ü30-Generation wurden zunächst auf den 06. oder 05.August vorverlegt. Nunmehr wurden sie an dieser Stelle endgültig zu Grabe getragen. Nach der neuesten und hoffentlich ultimativ letzten Verlautbarung des LVN in dieser Angelegenheit sollen sie jetzt aus durchaus nachvollziehbaren Gründen (siehe Link) am 03.Juni 2023 im Rheydter Grenzlandstadion in Mönchengladbach stattfinden. Übrigens dem Schauplatz der Deutschen Senioren-Meisterschaften am 12./13.August 2023. Und just für die wäre eine Normerfüllung eine Woche vorher bei bereits verstrichenem Meldeschluss zu spät gekommen.
Hätten wir bei der Gelegenheit die etwas nebulöse Aussage in besagter Mitteilung auch geklärt.

Es herrschte schon mehr Betrieb unterm Dach beim Traditionsmeeting

(Fürth/Krefeld, 28. Januar 2023)  Aller Anfang ist schwer. Eine Binsenweisheit. Aber auch wenn ein „Wieder“ davorsteht. Es war in Quantität und Qualität schon wesentlich mehr Betrieb unterm Dach bei der „Mutter aller Senioren-Hallensportfeste“, dem Traditionsmeeting des LAC Quelle Fürth. Das erlebt heute ab 10.30 bis etwa 16 Uhr seine 32. Auflage. Die durch Corona bedingte zweijährige Zwangspause fordert ihren Tribut. Allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass es nicht als Normenwettkampf dient, da die Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften bekanntlich nach langem Gezerre letztlich hausgemacht vom DLV zum dritten Male in Serie ausfallen (wir berichteten mehrfach). Nackt an Zahlen orientiert haben für das Festival der ewigen Talente für die nächsthöher Altersklasse in der klubeigenen Arena „Am Finkenschlag“ 164 potenzielle Teilnehmer/innen aus 92 Vereinen zu 329 Starts ihre Visitenkarten abgegeben (siehe Meldeliste).

Kugelstoßen der M65 mit „Melderekord“…

Dürftig bis zum Teil gar nicht besetzt die verschiedenen Disziplinen in den Eingangsstufen M/W30 bis 40. Insgesamt ausgesprochen übersichtlich die Beteiligung der mehr oder weniger fortgeschrittenen Mädels. Eher ungewöhnlich gegen die sonstige Dominanz des Sprints: Der von der Anzahl am stärksten besetzte Wettbewerb ist das Kugelstoßen der M65 mit zehn „Handwerkern“, die freilich auch ihre Beine zielorientiert einsetzen sollten.  

…und vielleicht eine nationale Bestzeit durch Jan Schindzielorz?

Eine interessante Personalie mit „drohendem Rekord-Alarm" gibt es noch mit Hürdensprinter Jan Schindzielorz (*08.08.1978) von der LG Forchheim. Der 44-jährige deutsche M40-Rekordhalter über 60m Hürden (7,94 sec.) darf aufgrund der unsinnigen nationalen Regel bereits seinen Einstand in der M45 feiern. Die hier zu knackende Marke steht bei 8,78 sec., gehalten von Markus Paquée von der LG Rhein-Wied, erzielt am 08.Februar 2020 beim LVP-Hallensportfest in Ludwigshafen.
Formulieren wir es dazu passend bajuwarisch: Schau‘n mer mal, dann sehn wir scho.

Jan Schindzielorz bestätigte unsere Prognose vom "Rekord-Alarm"

(Fürth/Düsseldorf/Krefeld, 29. Januar 2023) Diese Prognose war nicht allzu kühn und erforderte keine hellseherischen Fähigkeiten. In unserer Vorschau zum 32. Senioren-Hallensportfest in Fürth hatten wir vom „drohenden Rekord-Alarm" durch Hürdensprinter Jan Schindzielorz (*08.08.1978) von der LG Forchheim über 60m Hürden der M45 orakelt. Der noch eine ganze Weile 44-jährige Oberfranke legte gestern um 10:30 Uhr eingedenk der hirnrissigen, hausgemachten Regel des DLV (danach gilt das Jahr und nicht der Tag der Vollendung für die nächsthöhere Altersklasse) die nationale Bestmarke um 67 Hundertstel steigernd mit 8,11 Sekunden in Schutt und Asche. Die war zuvor seit Februar 2020 mit 8,78 sec. im Besitz von Markus Paquée (*1975) von der LG Rhein-Wied. Der mag derselbe Makel angehaftet gewesen sein (Geburtstag nicht bekannt). Schindzielorz nahm sich 45 Minuten später noch diese Kurzdistanz ohne Hürden unter die Spikes, rannte hier mit 7,27 sec. hinter den wirklichen 45-Jährigen  Alexander Kosenkow (7,04 sec.) vom TV Wattenscheid und Jochen Gippert (7,09 sec.) vom TV Herkenrath an die dritte Position der aktuellen DLV-Hallenbestenlisten der M45. – Alle Resultate aus Fürth in der bekannt kunterbunten Ergebnisliste nach SELTEC-(Un-)Art.

Markus Follmann mit Saisonbestweite an die Spitze der Hallen-Bestenliste

Für die insgesamt metrisch beste Leistung bei einem gemischten Kugelstoß-Wettbewerb des TV Angermund heute Vormittag in der Leichtathletikhalle im Arena-Sportpark in Düsseldorf sorgte Markus Follmann (*1971) vom LT DSHS Köln. Der sich erst seit dem Vorjahr der weitenträchtigeren Drehstoßtechnik widmende Domstädter stieß die 6-Kilo-Kugel mit 13,95m knapp an die in dauerhafter Farbmarkierung auf Kunststoffuntergrund tatsächlich vorhandene 14-m-Linie heran. Follmann steigerte seine bisherige Saisonbestweite (13,58m) immerhin um 37 Zentimeter und übernahm zudem vor den Jung-Fünfzigern Thomas Blech (13,85m) und Niels Depner (13,71m) die Spitze bei der M50. Dennoch keine Spur von Zufriedenheit bei dem promovierten Chemiker. „Momentan schaffe ich es einfach noch nicht, meine guten Trainingsergebnisse im Wettkampf umzusetzen“, haderte er mit sich und seiner Technik. Mit dem Problem befindet er sich so früh im Jahr allerdings in großer Gesellschaft.

Zwei heiße Tipps in kalter Jahreszeit für Kurzentschlossene

(Düsseldorf/Darmstadt/Frankfurt/Krefeld, 26. Januar 2023) Machen wir noch ein Minderheiten-Programm für Kurzentschlossene aus dem Einzugsgebiet der NRW-Landeshauptstadt, dem großen Dorf an Düssel und Vater Rhein. Ad hoc bietet der veranstaltungsfreudige TV Angermund mit seinem Frontmann Klaus Kirberg am kommenden Wochenende im Arena-Sportpark in Düsseldorf noch je ein Meeting unter freiem Himmel und dem Hallendach an. Zunächst am Samstag die 4.Winterwurfserie mit Diskus, Speer und Hammer von U16 bis Senioren. Der Zeitplan: 10:30 Uhr: Speer W, Diskus M; 12:30 Uhr: Speer M, Diskus W; 14:30 Uhr: Hammer W + M. Dem schließen sich Sonntag ab 10:30 Uhr in der Leichtathletikhalle Förderwettkämpfe im Stabhochsprung und Kugelstoßen in denselben Klassen an. Die zeitliche Abfolge: 10:30 Uhr: Stab ab 1,65m Anfangshöhe, ca. 13 Uhr: Stab ab 3,25m; 10:30 Uhr: Kugel M; 13 Uhr: Kugel W. – Meldungen an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .
Wichtiger Hinweis: Derzeit läuft gleich nebenan mit der „Boot“ die weltgrößte Messe dieser Art, die ihre Tore ab 10 Uhr für Besucher öffnet. Das gilt es bei der Anfahrt zum Parkplatz 2 (Rheinbad) zu berücksichtigen. Die Vorlage der Meldebestätigung befreit von der Gebührenpflicht.

Senioren-Leichtathleten des Jahres: Melitta Czerwenka-Nagel und Klemens Wittig

Und bei dieser Gelegenheit aus einigermaßen aktuellem Anlass noch etwas Allgemeinverbindliches für unsere treuen Stammbesucher und Gelegenheitsgäste. Ausnahmsweise hielt der DLV mal Wort, veröffentlichte gestern im Laufe des Vormittags auf seiner Netzseite die Ergebnisse zu den Wahlen/Ernennungen der Leichtathleten des Jahres 2022 in den sechs verschiedenen Kategorien. Bei der Ü35 hieß das Motto offenkundig „Alter forscht“, wogegen selbstverständlich nichts einzuwenden ist, machten die 92-jährige Melitta Czerwenka-Nagel (LAG Saarbrücken), von uns dereinst, auch zu ihrer Erheiterung, laufender Kaffeefilter genannt, und der ebenfalls der Spezies Lauf angehörende 85-jährige Klemens Wittig (LC Rapid Dortmund) das imaginäre Rennen einer Experten-Jury. Der gehörten zu großem Erstaunen immerhin auch die DLV-Seniorensprecher Jennifer Gartmann und Heiko Wendorf an. Endlich einmal ein Mitspracherecht mit Sitz und Stimme, das der mitgliederstärksten Fraktion im Verband (knapp über 50 Prozent) sonst nicht zugebilligt wird.  

Ein zur Nachahmung als Steilpass empfohlenes Beispiel von „König“ Fußball

Aprospos Diskriminierung noch ein Gedicht in Richtung des Deutschen Leichtathletik-(Verhinderungs-)Verbandes (DLV), den Senior*innen dringend zur Nachahmung empfohlen: Der ehemalige Fußball-Schiedsrichter Manuel Gräfe verklagte den Deutschen Fußball-Bund (DFB) wegen Altersdiskriminierung erfolgreich auf Schmerzensgeld. Nach einer Entscheidung des Landgerichts Frankfurt muss der DFB 48.500 Euro an den früheren Bundesliga-Referee zahlen. Der DLV hat entgegen dem Auftrag in §2.3 seiner Satzung zum dritten Mal in Serie (2021 – 2023) keine Senioren-Hallen-DM für Normerfüller veranstaltet. Wenn das keine Steilvorlage ist?!
Übrigens ist eine Beschwerde über jenen unsäglichen DLV von Jörg Hofmann (*1947) vom LAC Quelle Fürth beim Sportausschuss-Vorsitzenden des Bundestages, Frank Ullrich (SPD), anhängig, über die wir noch ausführlich berichten werden.