Heutiger vermeintlich "ominöser" Tag ist nix für Abergläubische

(Krefeld und überall, Freitag, der 13. Dezember 2019) Mitunter sieht man(n) vor lauter Bäumen den Wald nicht. Bei mir insofern noch einigermaßen erklärlich, da ich als „Rentier“ (auf die richtige Aussprache kommt’s an) im seligen (Un-)Ruhestand ohnehin stets Frei-tag habe. Die Datumszeile verheißt es jetzt jedoch unmissverständlich, dass wir explizit den Tag schreiben, der nix für Abergläubische und Feiglinge ist. Darum ranken sich allerlei Mythen, Märchen und Sagen. Freilich nicht ausgeschlossen, dass sich bisweilen tatsächlich bestimmte Anekdoten ereignet haben. Wer sucht, der findet.
Der Hinweis, nicht mit dem „falschen“ Bein zuerst aufzustehen oder sich die rechte vor der linken Socke (kann auch umgekehrt sein) anzuziehen, käme bei uns eh zu spät bei reichlich der Musik hinterherlaufender Online-Stellung dieses Beitrages um 12.15 Uhr. Allerdings noch vorsichtshalber aufgepasst, wenn einem 'ne schwarze Katze von links nach rechts über den Weg zu laufen versucht. Einfach umdrehen. Nicht den Vierbeiner, sondern sich selber.
Tragen wir für jene zart Besaiteten noch vor, dass sich nach verlässlichen statistischen Erhebungen an einem solch vermeintlich ominösen Freitag nicht mehr Unglücke ereignen als sonst wann. Das überprüfe jeder für sich. Denn der letzte zuvor war der 13.September. Der nächste ist übrigens am 13.März 2020, ein weiterer im November des kommenden Olympiajahres. Hätten wir das auch gleich mit geklärt.

Umfangreiche Senioren-Bestenlisten 2019 in Österreich bereits online

(Wien/Krefeld, 13. Dezember 2019) Wohl dem, der einen Gassenbauer hat. Anders als hier zu Lande, wo die Senioren-Jahresbestenliste irgendwann in antiquarischer Papierform gegen Bares von einem kommerziellen Anbieter (der sich im Ehrenamt DLV-Seniorenstatistiker nennen darf) im März des Folgejahres erscheint, geschieht das rings um uns herum einigermaßen zeitnah zur abgelaufenen Saison online. Eben auch bei unseren alpenländischen Nachbarn in Österreich. Strapazieren wir also mal wieder – und das in diesem Falle völlig zu Recht – den Begriff „Felix Austria“ (= Glückliches Österreich).
Der Sache hat sich bereits seit etlichen Jahren mit Gottfried Gassenbauer (*1958) aus Wien der mehrfache Europa- und Weltmeister im Hammerwurf der Masters angenommen. Da Frage vermutlich nicht nur ich mich, wo der gelernte Informatiker mit dem zeitaufwändigen Beruf als Leitender Direktor des riesigen Sportcenters Donau City und gefragter Event-Manager neben allem anderen noch die Nische für eine derart viel Akribie und Exaktheit erforderndes umfangreiches Zahlenwerk findet? Respekt und Kompliment!

Mehr als eine simple Statistik

Wobei sich G.G. aus W. nicht damit begnügt, eine herkömmliche Bestenliste nach Altersklassen und Disziplinen aufsteigend ab M/W35 zu erstellen. Da gibt es weitere Versionen mit dem „Age graded factor“ der Altersklasse und dem tatsächlichen Alter am Tag des Wettkampfes. Das bedingt so ganz
nebenbei" das genaue Geburtsdatum. So führt beispielsweise in der klassenübergreifenden Fassung die 76-jährige Siebenkampf-Weltrekordlerin Marianne Maier mit tatsächlich in der W75 erzielten 16,53 Sekunden mit heruntergerechneten 11,49 und 11,32 die 100-m-Bestenliste der Seniorinnen an. – Mehr zum Prozedere im verlinkten Beitrag auf der ÖLV-Netzseite.
Aber hier noch der Text zum Bild. Buchstäblich vom kraftstrotzenden fortgeschrittenen Wiener Gaudiburschen auf den Arm genommen: Simone Bereiter-Winsauer (links) und Fiona Schmid.

Hammerwurf-Urgestein Gerhold Wohlfahrt 82-jährig verstorben

(Leverkusen/Krefeld, 11. Dezember 2019) Egal wie alt ein Mensch wird, es ist stets für alle Angehörigen, Freunde und engere Bekannte zu früh, wenn er für immer von einem geht. Erst recht, wenn der Tod ihn plötzlich und demzufolge für alle direkt wie mittelbar Beteiligten unerwartet ereilt. So geschehen beim einstigen Hammerwerfer, Trainer und Sportwart Gerhold Wohlfahrt (*11.02.1937) vom TSV Bayer 04 Leverkusen. Das vor Kraft, Energie und unbändigem Lebenswillen strotzende Art Stehaufmännchen, der den 1992 ausgebrochenen Krebs besiegte und ihn 27 Jahre überlebte, verstarb vorigen Samstag 82-jährig im Krankenhaus vermeintlich an einer medizinischen Bagatelle mit noch ungeklärten Nebenursachen.

Eine medizinische Bagatelle mit fataler Auswirkung

„Wegen hohen Fiebers ist Gerhold vorige Mittwochnacht (04.Dez., die Redaktion) mit Verdacht auf eine Lungenentzündung ins Krankenhaus gefahren worden“, schildert seine 63-jährige Lebensgefährtin Ingrid Thissen, die Olympia-Sechste im Speerwurf von 1984. „Freitagnachmittag sah er wieder aus wie das blühende Leben. Doch in der Nacht zum Samstag veränderte sich sein Zustand dramatisch. Keiner weiß bisher aus welchem Grund. Eventuell eine Lungenembolie oder Sepsis. Er hatte eine Wunde am Schienbein.Tragisch und unbegreiflich!“
Ein ausführlicher Nachruf über das Leben und Wirken des Verstorbenen, versehen mit einem Foto, ist auf der LVN-Netzseite veröffentlicht. All' jene, die ihm die letzte Ehre erweisen möchten, haben dazu Gelegenheit bei der Trauerfeier am 18.Dezember (Beginn 11 Uhr) im
Bestattungshaus Friedrich auf der Mülheimer Straße 9 in 51375 Leverkusen.

Dachverband erhöht ab 2020 Startgebühren in exorbitanter Weise

(Darmstadt/Krefeld, 12. Dezember 2019) Wieder mal ein Bravourstück hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit seiner Gebührenordnung hingelegt. Ohne Maß und Ziel, vor allen Dingen ohne auch nur im Geringsten über die finanzielle Situation der meisten Leichtathletik-Vereine in Deutschland nachzudenken, wurden in geradezu unverschämter Weise die Startgebühren für seine nationalen Meisterschaften zum 1.Januar 2020 angehoben. Dabei gilt zu bedenken, dass diese Meldegelder für Titelkämpfe neben allen anderen Kosten für An-/Abreise, Unterkunft und Verpflegung entweder von den Klubs aus den Vereinsbeiträgen finanziert werden müssen oder gar von den Athleten/innen selber zu tragen sind.

Drei Gebührenordnungen zum Vergleich

Hier mal ein Vergleich von drei Gebührenordnungen (GBO), die der DLV im Jahr 2019 veröffentlicht hat.
 

GBO Stand 1.1.2019, Startgebühren für Deutsche Meisterschaften der erwachsenen Aktiven:
Einzel             16,50 Euro
Staffel             22,50 Euro
Mehrkampf      37,00 Euro
DAMM          125,00 Euro

Ob nun ein Irrtum vom „Amt“ aufgrund allzu großer Hitzeeinwirkung oder die erhellende Erkenntnis, den Bogen überspannt zu haben, fand eine sommerliche Absenkung statt.

GBO Stand 2.8.2019 (das war auch noch der Stand vom 12.10.2019):
Einzel             14,00 Euro
Staffel             20,00 Euro
Mehrkampf      32,00 Euro
DAMM          100,00 Euro

GBO Stand 1.1.2020
Einzel             19,00 Euro
Staffel             25,00 Euro
Mehrkampf      42,00 Euro
DAMM          150,00 Euro

Modernes Raubrittertum

Einmal von dem vermutlich unter Kokolores einzustufenden Zwischenspiel abgesehen, erhöhen sich die Startgebühren gegenüber dem 1.1.2019 in der oben angegebenen Reihenfolge um 17, 11, 13 und 20 Prozent. Hingegen steigen die allgemeinen Einkommen linear um zirka drei Prozent pro anno, die Vereinsbeiträge oftmals über Jahre hinweg gar nicht.
Da stellt sich dann schon die berechtigte Frage, ob die Gebühren in dieser an modernes Raubrittertum grenzenden Manier erhöht werden müssen? Und das obendrein mit unschöner Regelmäßigkeit.

Hallen- und Stadion-DM 2020 dürften nunmehr gesichert sein

(Darmstadt/Erfurt/Zittau, 10. Dezember 2019) Wofür gibt es eine „Senioren-Spielecke“ auf dem Internet-Portal des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV)? Das weiß er vermutlich selber nicht! Aber genau dahin hätte die Meldung gehört, die am Ende unter „Gehacktes“ in der News-Spalte auf der Startseite unter der Überschrift DLV-Präsidium vergibt Jugend-DM 2020 nach Ulm“ steht. Holen wir nach, was höchstwahrscheinlich die allermeisten interessierten Senioren/innen übersehen haben und zitieren den letzten Absatz: „Für die Senioren-Hallenmeisterschaften mit Winterwurf sowie die Senioren-Freiluftmeisterschaften gibt es Bewerbungszusagen. Nach Prüfung der Unterlagen sollen diese Veranstaltungen noch in diesem Jahr im Umlaufverfahren durch das DLV-Präsidium vergeben werden. Somit werden beide Veranstaltungen stattfinden.“

„Belastbare Absichtserklärungen“ für Erfurt und Zittau

Also handelt es sich ganz offenbar um „belastbare Absichtserklärungen“, wie es im Amtsdeutsch vom Senioren-Beauftragten David Deister heißt. Diesmal wird er in einer neuerlichen, uns netterweise von einem „Maulwurf“ zugespielten Rundmail konkreter. Entgegen allen vorherigen Bekundungen will die bewährte „Feuerwehr“ aus Thüringen einmal mehr einspringen, bewirbt sich mit Erfurt für die Hallen- und Winterwurf-DM am 28.Feburar/01.März 2020. Für die Stadion-DM hat Zittau in Sachsen seine Visitenkarte abgegeben. Diesmal jedoch komprimiert als Zwei-Tages-Veranstaltung, alternativ am 04./05. oder 11./12.Juli 2020.
Damit sind alle fünf großen nationalen Titelkämpfe der Ü35-Generation unter Dach und Fach (siehe auch zweiten Absatz in der DLV-Meldung und unsere Kolumne). Abwarten und Tee oder sonstwas trinken, bis es denn irgendwann im Rahmenterminplan, vielleicht als Weihnachtsgeschenk, offiziell festgezurrt wird. Auf einen plakativen Hinweis in der Senioren-Spielecke werden wir ohnehin vergeblich warten.