Russische Masters ab nächstem Jahr wieder international startberechtigt

(Tallinn/Ahlen/Berlin/Rehlingen/Krefeld, 01. Dezember 2021; 21 Uhr) Gebetsmühlenartig machen wir uns mit journalistischen Mitteln bereits seit Jahren immer wieder mal dafür stark, dass mit der zum Himmel schreienden Ungerechtigkeit aufgeräumt und die in Kollektivschuld über die russischen Senioren-Leichtathleten ausgesprochene Verbannung von internationalen Wettbewerben in einer „Lex specialis“ aufgehoben wird. Schließlich haben sie als lupenreine Amateure nicht an den mafiösen Strukturen eines flächendeckenden Staatsdopings teilgenommen. Erst zuletzt in dem Beitrag „Sippenhaftung für russische Masters muss eine Ende haben“ vom 19. vorigen Monats (siehe Link) haben wir die Tastaturfinger in diese Wunde gelegt.
Und nun kommt „Kommissar Zufall“ und Bewegung ins unselige Spiel. Valery Zhumandilov aus Tallinn in Estland, seines Zeichens in Dreifaltigkeit Masters-Athlet, Sportjournalist und „YouTuber“, verbreitete heute gegen 17 Uhr in kyrillischer Schrift an seine 1244 Abonnenten auf Facebook folgenden, sinngemäß übersetzten Inhalt (Nachricht inzwischen von ihm wieder gelöscht): „Soeben erhielt ich einen Anruf von Kurt Kaschke (der EMA-Präsident; die Redaktion), dass die russischen Masters 2022 wieder bei internationalen Meisterschaften unter eigener Flagge starten dürfen." Davon setzte mich EVAA-/EMA-Ehrenpräsident Dieter Massin aus Ahlen als glühender, Petitionen verbreitender Verfechter dieser Bewegung postwendend in Kenntnis.

Top-Meldung oder Zeitungsente des Tages?

Top-Meldung oder Zeitungsente des Tages? Dem wollte ich selbstverständlich nicht ohne saubere, gewissenhafte Recherche folgen. Denn schließlich ist es nicht opportun, wenngleich es zu der wichtigtuerischen, selbstgefälligen, unangemessenen und unseriösen Art von Kaschke passt wie der Deckel auf den Topf, einer offiziellen Verlautbarung vorzugreifen (eine derart elementare Entscheidung kann dieses kleine Lichtlein nicht von eigenen Gnaden treffen) und über einen ihm genehmen Mittelsmann, hier Zhumandilov, in die darob staunende Welt des Internets zu streuen. Also schrieb ich meinen Kollegen aus dem Baltikum an, woher denn K.K. seine Weisheit habe? Er antwortete mir recht zeitnah in englischer Sprache und übersetzt: „Ja, es gibt eine solche Nachricht. Noch warten wir auf eine offizielle Mitteilung.“

WMA-Präsidentin Margit Jungmann bestätigt die Richtigkeit

Das war nicht die Antwort auf meine Frage, mir daher immer noch zu dürftig und heikel, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Denn im Zweifelsfall wäre ich der Depp der Nation gewesen. Also wurden die imaginären Telefondrähte weiterhin bemüht, schaltete ich den gerade beruflich in Berlin weilenden DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf (im Bild) mit der Bitte ein, seine guten Kontakte zur Präsidentin des Senioren-Weltverbandes Margit Jungmann aus Rehlingen, die es am ehesten im Zusammenspiel mit der allein seligmachenden obersten Dachorganisation World Athletics (WA, vorher IAAF) wissen müsste, zu nutzen und bei ihr nachzufragen. Verkürzt auf den Punkt gebracht: Die 65-jährige „Saarperle“ bestätigte die Richtigkeit dieser Neuigkeit von großer Tragweite, war nicht amüsiert vom Vorgehen ihres europäischen Amtskollegen, und sie gerade dabei, eine Pressemitteilung anzufertigen. Da soll ich auch im Verteiler sein.
Klar, dass ich bei meinem ungebrochenen journalistischen Ehrgeiz darauf nicht warten wollte und ich nun meinerseits mit dieser Exklusivmeldung vorgeprescht bin. Sie dient der Sache und den Sportkameraden aus Putin-Land, für die sich LAMPIS, das sei nicht ohne Genugtuung wiederholt, in der viel zu langen, bis 2015 zurückgehenden Vergangenheit stets unverdrossen und vehement eingesetzt hat. Sicherlich haben wir mit unserer Beharrlichkeit auch einen kleinen Anteil daran. Soviel Eigenlob muss sein.

Sportsch(l)au: Oh Du - vermeintlich - besinnliche Vorweihnachtszeit

(Köln/Krefeld, 01. Dezember 2021) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ und anderen Publikationsmedien sowie seinem eigenen Internet-Portal an. Dank seiner freundlichen Genehmigung haben wir honorarfrei seit nunmehr über zehn Jahren in loser Folge bislang 107 Kapitel zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Kein Reservoir ist auf Dauer unerschöpflich, selbst wenn hin und wieder etwas Neues dazukommt. Deshalb werden wir gelegentlich frühere, allgemeinverbindliche und zeitlose Beiträge zur Auffrischung oder aber für im Laufe der Zeit hinzugekommene LAMPIS-Leser wiederbeleben. Allerdings ist zum ursprünglich erschienenen Beitrag jetzt im Jahr zwei von Corona so manches anders. Gleichwohl können ein paar stets verbindliche Anregungen zur Bewusstseinsschärfung nicht schaden.  As

Es gilt tunlichst kühlen Kopf zu bewahren

Mit dem ersten Advent startet auch die besinnliche Weihnachtszeit. Eigentlich. Denn in der Realität sieht es oft anders aus. Eine Weihnachtsfeier jagt die nächste, und in den überfüllten Geschäften ist ein entspanntes Einkaufen kaum möglich. Da können auch die weihnachtlichen Klänge und die strahlenden Lichter dem vorweihnachtlichen Stresspegel wenig entgegensetzen. In dieser vorweihnachtlichen Hektik einen kühlen Kopf zu bewahren ist daher Gold wert, aber gar nicht so einfach! Doch ein paar Tipps und Tricks können schon dabei helfen, gelassener zu bleiben.
Allem voran zerrt die Terminhast an der Substanz, und die Pausen zum Durchatmen werden kürzer. Nehmen Sie sich gerade jetzt bewusste Auszeiten! Entspannungsübungen von fünf bis zehn Minuten können bereits helfen mit bewusster Konzentration auf die eigene Atmung die Gedanken zur Seite zu schieben. Wer im Training ist, sollte trotz Kälte, insbesondere wenn es hektisch wird, nicht auf die Joggingrunde verzichten. Stresshormone werden somit abgebaut, Glückshormone gibt es frei Haus und der Körper kann auf diese Weise wesentlich schneller regenerieren und zu neuer Energie gelangen, als bei einem Abend auf der Couch.

Bewusst kleine Oasen zum Runterkommen schaffen

Aber verschieben Sie das Durchatmen nicht allein auf den Feierabend. Auch während des (Arbeits-)Tages können ein Spaziergang nach dem Mittagessen oder ein paar Treppenstufen extra dafür Sorge tragen, dass Sie sich aus ihrer verkrampften Haltung lösen. Gerade die Extraportion Frischluft und Licht füllen die Vitamin D-Reserven auf. Diese sind im Winter aufgrund der kurzen Tage oft Mangelware. Schaffen Sie sich also ganz bewusst kleine Oasen von den Turbulenzen der – vermeintlich – besinnlichen Vorweihnachtszeit und atmen Sie einmal mehr tief durch!

African Masters: Francis Kimei rannte M60-Weltrekord über 400 Meter

(Nairobi/Krefeld, 29. November 2021) Genügen wir aufgrund unserer Vorschau auf diese Titelkämpfe der selbst auferlegten Chronistenpflicht, lehnen uns gaaanz weit aus dem Fenster der Redaktionsstube und unternehmen einen Blitztransfer durch den Äther, der via Linienflug von Frankfurt zehn Stunden dauert. Nämlich zu den 13.Afrikanischen Masters-Meisterschaften in Kenias 4,4-Millionen-Metropole Nairobi, die offen ausgeschrieben waren und vorigen Samstag zu Ende gegangen sind.
Nehmen wir es vorweg: Die „Öffnung“ spielte eine völlig untergeordnete Rolle, es waren hauptsächlich Kenianische Meisterschaften mit ein bisschen internationaler Beteiligung.

Lediglich ein Europäer unter den Teilnehmern

Unter den Hauptdarstellern absolvierte mit dem Franzosen Zapha Thierry (M55) lediglich ein Europäer den weiten Weg, um mit und ohne Hürden zweimal die Stadionrunde zu drehen. Da wären wir jedoch gleich beim Stichwort und der wertvollsten Leistung der achttägigen Veranstaltung: Lokalmatador Francis Kimei stellte über 400m in famosen 52,28 Sekunden einen neuen M60-Weltrekord auf. Die bisherige Höchstmarke hielt seit 26 Jahren Ralph Romain aus Trinidad & Tobago in 53,88 Sekunden. Auf einer deutschen Netzseite eines Hobby-Schreiberlings wird diese Leistung in Zweifel gezogen, als würden in Kenia die Zeiten noch mit der Eieruhr gemessen. Perfides, unseriöses, rechthaberisches Gebaren eines Möchte-gern-Besserwissers!

WMA-Präsidentin Margit Jungmann in offizieller Mission vor Ort
 
Nicht vergessen wollen wir eine in offizieller Mission vor Ort weilende Vertreterin aus dem alten Kontinent. Margit Jungmann aus Rehlingen machte in ihrer Eigenschaft als Präsidentin des Senioren-Weltverbandes World Masters Athletics (WMA) die Honneurs, hielt die Eröffnungsansprache und mischte sich unter „ihr“ sportliches afrikanisches Volk. Bei den auf Facebook von Afrika-Masters-Präsidentin Léonie Etong veröffentlichten Fotos hinterließ die 65-jährige „Saarperle“ einen reichlich derangierten Eindruck. Ehe wir hier noch Kaffeesatzleserei betreiben: Mag sein, dass ihr die für Mitteleuropäer jahreszeitlich ungewöhnlichen Temperaturen bis zu 27 Grad im nicht vorhandenen Schatten arg zugesetzt haben.
Für eingefleischte Freunde der Statistik geht es mit der nachfolgenden Verlinkung zur Ergebnisliste.

Kandidaten-Bingo für die Präsidiumswahlen der EMA

(Braga/Krefeld, 30. November 2021) Recht hohe Wellen schlug unser von dritter Seite auf Facebook weiterverlinkter und zudem durch Mund-zu-Mund-Propaganda vielfach multiplizierter vorwöchiger Beitrag Einstige Weltklasse-Kugelstoßerin kandidiert für EMA-Präsidentschaft. Damit haben wir diese erklärte Absicht schon mal erreicht. Mehr noch: Es gab viele, teils hochinteressante Rückmeldungen unmittelbar bei uns. Darunter von einer weithin hervorragend vernetzten, ausgewiesenen, anerkannten und hoch angesehenen Insiderin der europäischen Szene in der Senioren-Leichtathletik (den Namen nennen wir aus Gründen des Vertrauensschutzes nicht). Das versetzt uns in die komfortable Lage, noch ein bisschen am Personalroulette zur Information unserer geschätzten Lesergemeinde zu drehen.

Kaschke wirkte bislang nicht am „Schattenkabinett“ mit

Wobei zunächst festzuhalten ist, dass entgegen unserer Annahme die beschriebene Kosmopolitin Valentina Fedjuschina beim Kandidaten-Bingo nicht vom noch präsidialen und glücklicherweise scheidenden Amtsinhaber Kurt Kaschke bei der Aufstellung eines „Schattenkabinetts“ für die Präsidiumswahlen der European Masters Athletics (EMA) am 28.Februar 2022 im portugiesichen Braga ins Spiel gebracht worden ist. Vielmehr hat die gebürtige Ukrainierin aus eigenem Antrieb, böse Zungen behaupten Geltungsbedürfnis, mit Unterstützung des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (ÖLV) symbolisch ihren Hut zur Bewerbung in den Ring geworfen und mit jener uns vorliegenden Rundmail nebst dekorativem Foto PR in eigener Sache betrieben.

Kandidaten sollten auf der EMA-Netzseite vorgestellt werden

Doch zurück in die Zukunft: Im Gespräch wären noch für die insgesamt zu besetzenden fünf Positionen Jerzy Krauze aus Polen, der bei der Generalversammlung 2017 in Aarhus (Dänemark) als damaliger Vizepräsident gegen Kaschke antrat und unterlag, ein Grieche nicht genannten Namens, der Rumäne Valeriu Rosetnic, der zuletzt bei seiner Kandidatur als Generalsekretär scheiterte, und Gianni Lolli aus Italien. Den beiden Letztgenannten soll ein nicht gerade auf Hochglanz polierter, zwiespältiger Ruf vorauseilen.
Für die meisten an der Senioren-Leichtathletik aufgrund eigener Hingabe interessierten Leser werden diese Namen ohnehin Schall und Rauch sein. Da schließe ich mich bis auf Krauze ein, der die Hallen-Veranstaltungen in Torun vortrefflich mitorganisiert und auch selber die Sportschuhe als Mehrkämpfer schnürt. Den künftigen Delegierten aus aller Herren Länder der insgesamt angeschlossenen 52 nationalen Verbände wird es ähnlich ergehen. Deshalb wäre die EMA bestens beraten, auf ihrer Netzseite die Kandidaten mit ihrem Konterfei und Wahlprogramm einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Ein allzu frommer Wunsch, ich weiß.

Heutige 1. Advent läutet offiziell die Vorweihnachtszeit ein

Kolumne

Das Wort zum Adventssonntag

(Krefeld und die Republik, 28. November 2021)
Wer es noch nicht bemerkt haben sollte: Heute schreiben wir den 1.Advent, der gewissermaßen offiziell die Vorweihnachtszeit einläutet. Nicht der ganz große Bringer in sich immer weiter steigernden apokalyptischen Zeiten wie diesen. Da bleibt einfach nur zu hoffen, dass der immer noch viel zu große Bodensatz in zwanzigfacher Millionenhöhe der bornierten Corona-Leugner, Impfmuffel und gegenüber der Allgemeinheit Rücksichtlosigkeit an den Tag legenden „Hirntoten“ passend zum Advent alsbald ein Lichtlein aufgehen möge. Und wir mehrheitlich verantwortungsvoll strukturierten Bürger sollten bis dahin dem taufrischen Rat unser aller Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier folgen und zur eigenen körperlichen Unversehrtheit Kontakte freiwillig auf das Notwendigste zu beschränken. Ansonsten werden wir unweigerlich erneut per Verordnung dazu gezwungen und schlittern schnurstracks wieder in eine Abriegelung (Neudeutsch: Lockdown) hinein.

Gemütlich-behaglich vor dem Pantoffelkino einrichten

Anstatt Weihnachtsmarkt oder verkaufsoffenem Sonntag sich bei ohnehin lausigem Wetter einfach gemütlich-behaglich vor dem eigenen Pantoffelkino einrichten und im ZDF (10.15 – 17 Uhr) bis zum Abwinken von Wintersport aller Couleur berieseln lassen. Da ist sogar ein bisschen was für bekennende Leichtathleten im Programm. Die gelernte Sprinterin Alexandra Burghardt gibt im Zweierbob von Olympiasiegerin Miriama Jamanka auf der Bahn von Innsbruck ihr Debüt als Anschieberin. Bremsen muss sie am Ende der rasanten Fahrt durch die Eisrinne auch. Das ist allerdings eher eine ziemlich leichte, beherrschbare Übung
In diesem Sinne einen heiter-besinnlichen Adventssonntag, eine vom Bewegungsradius 48.Kalenderwoche mit der größtmöglichen Zurückhaltung, und bleibt alle miteinander tapfer sowie gesundheitlich negativ! Das wünscht der geboosterte, mithin dreimal geimpfte Autor. Mehr Beispiel geht momentan in dieser Hinsicht nicht. Unnötige Kontakte vermeide ich allerdings zudem wie der Teufel das Weihwasser, suche nicht mal mehr die „Muckibude“ zum Fitnesstraining auf.