DLV-Bestenliste: Es läuft wieder auf Diskrimierung der Senioren hinaus

(Darmstadt/Krefeld, 25. November 2020) Einen Monat vor Heiligabend eröffnete der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) als vorweihnachtliche Bescherung gestern auf seiner Netzseite mit der W14 den Reigen seiner Veröffentlichungen der Online-Bestenlisten für das Jahr 2020. Schicken wir aus den – verbindlichen – Statistikrichtlinien unter dem Punkt „Allgemeines“ auszugsweise voraus: „DLV-Bestenlisten werden erstellt für die Altersklassen: Männer, Frauen… Senioren M30 bis M90, Seniorinnen W30 bis W90.“ Alle Athleten/innen der Ü30-Generation ist hinlänglich bekannt, dass es sich auf sie bezogen um eine fromme Lüge handelt. Seit Einführung des Internets im August 1991, spätestens aber seit der DLV sich der Errungenschaft dieser modernen Technik auch bei Bestenlisten bedient, werden die Talente von gestern und vorgestern mit unschöner Regelmäßigkeit ausgespart und diskriminiert. Ja, diskriminiert und anderem Maß gemessen! Wo, bitte sehr, bleibt hier der verbriefte Gleichheitsgrundsatz nach Artikel 3 des Grundgesetzes? Von eigenen Ungnaden zum Nachteil der Senioren*innen ausgehebelt und missachtet! Doch wo kein Kläger, da kein Richter.

Wehe dem, der seinerseits gegen Verordnungen des DLV verstößt?!

Aber wehe dem, der seinerseits aus freilich nicht vor Strafe schützender Unwissenheit gegen Verordnungen des DLV verstößt?! Das wird teuer. Da kann auch der zweimal als Veranstalter des LAMPIS-Werfermeetings auftretende Chronist ein traurig Lied von singen, der in einer Art Rache- und Willkürakt, ohne Wahrung des stets möglichen Ermessensspielraum, gnadenlos zur Kasse gebeten" worden ist. Mit dem Ergebnis, dass die Aktivitäten fortan eingestellt wurden. Irgendwie muss doch die Senioren-Leichtathletik kaputt zu kriegen sein.

Versprochen und vertröstet im steten Wechsel

Seit Jahren wird von der Dachorganisation versprochen und wieder vertröstet, dass auch ihre mit fast 50 Prozent an der Gesamtmitgliederzahl stärkste Fraktion in dieses kostenfreie Verfahren aufgenommen wird. Mit der neuen, angeblich die Informatik revolutionierenden Software des österreichischen Dienstleisters SELTEC, die allen 20 Landes-/Regionalverbänden „von Amts wegen“ aufoktroyiert worden ist, sollte angeblich alles besser werden. Es wurde gar von unterjährigen Bestenlisten auch für die verbandsseitig ungeliebten Leichtathleten mit teilweise ultralangem Haltbarkeitsdatum gefaselt. Nichts von alledem! Schall und Rauch, wie früher bei der Startpistole. Und es bedarf keines Hellsehers oder Wahrsagers, dass es für 2020 nicht anders sein wird.
Selbst wenn es dieses an allen Ecken und Enden hakende „Mickey-Mouse-Programm“ nicht hergibt (wir berichteten in Endlosschleife von den Unzulänglichkeiten) – wo soll das Problem liegen, die Online- Jahresbestenlisten der 20 regionalen Statistiker zu einer deutschen Bestenliste mit den überall Top Dreißig oder Fünfzig in den jeweiligen Disziplinen zusammenzufügen? Das bekommt ein mit der EDV aufgewachsener, einigermaßen begabter Viertklässler hin. Jede Wette!

Ü30-Generation muss für eine verbrieft kostenlose Dienstleistung zahlen

Nichts anderes macht schließlich auch in einer Form der Selbstbedienung für ein lausiges Belegexemplar als Honorar der ehrenamtliche (!) DLV-Seniorenstatistiker, der sanktioniert vom Verband die Bestenliste kommerziell zum Preis von zuletzt 18,90 Euro plus Porto mit der Lizenz zum Drucken in Buchform auf den überschaubaren Markt bringen darf. Welch ein Anachronismus! Obendrein ist es ökologisch wie ökonomisch unvertretbar und unverantwortlich, einen Schmöker von rund 700 Seiten mit all den überflüssigen Nebengeräuschen und Brimborium in antiquarischer Version an die Frau und den Mann zu bringen, für die paar Seiten, die für Einzelne von Interesse sind. Wer es unbedingt auf Papier sehen und haben will, kann sich auch die jeweilige Online-Bestenliste ausdrucken, sogar rahmen und an irgendeine Wand hängen. Das Buch verstaubt auf Jahre hinaus unbesehen im Regal.
Aber – nun kommt wieder der in der Darmstädter Kommandozentrale vorherrschende Generalgrundsatz – mit den kreuzbraven und willfährigen Senioren männlich wie weiblich kann man’s ja machen. Es muss davon ausgegangen werden, dass im Zuge der anstehenden Strukturreform noch weit mehr Ungemach droht. LAMPIS wird zu gegebener (Un-)Zeit darauf zurückkommen. Versprochen!