Friede, Freude, Eierkuchen beim Außerordentlichen Verbandstag des DLV

(Darmstadt/Krefeld, 29. November 2020) Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…
Das kommt für den Außerordentlichen Verbandstag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), der eingedenk der aktuellen Gemengelage gestern Vormittag in der Geschäftsstelle in Darmstadt digital abgehalten worden ist, ein wenig zu spät. Da wäre den zugeschalteten Delegierten vielleicht ein Licht aufgegangen. Bei eh kaum vorhandener Streitkultur, die eigentlich der Sache dienlich wäre, und der herrschenden Durchwink-Mentalität wurde weit weniger Zeit beansprucht als veranschlagt. Selbst die neue Satzung, deren Änderungen einer interessierten Öffentlichkeit (erst einmal?) vorenthalten werden, ist mit einer geradezu überwältigenden Mehrheit von 93.41 zu 6,59 Prozent verabschiedet worden. Getreu dem Motto: Augen zu und durch, bringen wir es so schnell wie möglich hinter uns. Schließlich wartete bei Muttern schon das Essen auf dem Herd.

Transparenz bleibt weiterhin ein Fremdwort

Der Haushalt 2020 schließt mit einem sechsstelligen Minus ab, und auch im Etat für 2021 wird aufgrund wegbrechender Einnahmen der durch Corona bedingten Situation mit einem Defizit von 199.000 Euro gerechnet. Im Zuge der schon mehrfach von uns erwähnten Strukturreform ist von einschneidenden Maßnahmen auszugehen, die insbesondere die demnächst Masters genannten Senioren*innen betreffen. Aber auch da heißt es: Nichts Genaues weiß oder richtiger: verrät man nicht. Das gilt auch für den neu installierten Aufsichtsrat, über dessen Zusammensetzung ebenfalls in dem Wischi-Waschi-Beitrag auf leichtathletik.de nichts ausgesagt wird. Mangelhafte Transparenz ist und bleibt bei diesem eine riesige Service- und Informationswüste darstellenden Verband unverändert ein Manko.
Möge spätestens bis zur Mitgliederversammlung im April 2021 mehr Licht ins Dunkel kommen und bei den Neuwahlen des Präsidiums eine Entrümpelung stattfinden, vor allem der blasse, fehlbesetzte, von Beginn an umstrittene Präsident Jürgen Kessing (im Bild) die Zeichen der Zeit erkennen und dem leuchtenden Beispiel von "Vize" Frank O.Hamm folgen (wir berichteten). Noch früher wäre freilich besser. Einer der sich in einem Interview öffentlich äußerte, dass bisschen DLV mache er noch nebenbei, gehört nicht an die Spitze einer Dachorganisation mit fast 800.000 Mitgliedern.