Rätselraten um Diskuswurf-Auftritt von Christina Schwanitz

(Großolbersdorf/Wendelstein/Weinstadt/Brandenburg a.d.H./Krefeld, 05. September 2021) Jene, die schon ungeduldig mit den Hufen scharren, was die in Tokio vom Olymp gestürzte einstige Weltklasse-Kugelstoßerin Christina Schwanitz (*1985) vom LV 90 Erzgebirge bei ihrem neuerlich angekündigten Ausflug zum Diskuswurf zustande gebracht hat, die müssen wir bitter enttäuschen. Unsererseits unverschuldet. Denn die Ergebnisse vom gestrigen 22. Werfer- und Springertag in Großolbersdorf (Sachsen) waren bei Online-Stellung dieses Beitrags noch nicht veröffentlicht. Mitunter scheint eine zügige Ergebnisübermittlung an Hexerei zu grenzen. Überhaupt ist der Internet-Auftritt des LV Sachsen ausgesprochen dürftig. Selber hat Schwanitz in ihrem großen Mitteilungsbedürfnis ihren 4.731 Abonnenten auf Facebook auch noch nichts „gepostet“. Weshalb auch immer? Also geht das Rätselraten erst mal weiter, ohne hier übermäßige Spannung erzeugen zu wollen. Aber insofern interessant, als sie um Schätzungen ihrer Leistung gebeten hatte (wir berichteten).

DAMM: Corona hat an der Form und Motivation genagt
 
Beziehen wir uns also darauf, was bekannt ist. Die Bayern sind von der schnelleren Eingreiftruppe, haben die Resultate vom Bayrischen Landesfinale in der Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM) gestern in Wendelstein bereits sehr zeitnah ins Netz gestellt. Wie freilich vorher absehbar, ging es dort sportlich an Klasse und Masse mit lediglich vier Teams, darunter ein Gast vom Nordrhein, sehr übersichtlich zu. Corona hat sichtlich an der Form und Motivation der Ü30-Generation genagt. Hinzu kommt, dass seit dem letzten DAMM-Geschehen in 2019 zwei Jahre ins seit März 2020 verseuchte Land gegangen sind und das es meist zur „Blutauffrischung“ keine Nachrücker gibt. Besonders augenfällig bei der gastierenden M70 der Stg Hünxe-Bedburg-Duisburg. Mit dem 82-jährigen Heinrich Wolters kam der „Stubenälteste“ mit 27,06m im Diskuswurf in die Wertung, war zudem Startläufer der 4x100-m-Staffel.

Für Klaus-Dieter Friese endete der 3.000m-Lauf im Krankenhaus

Das damalige Duell auf Augenhöhe um Silber beim Finale der Team-DM Ende September 2019 in München mit der Stg LAC Quelle Masters Bayern (7.145 zu 7.108 für LAC) endete diesmal klar mit unterbelichteten 6.965 zu 6.596 Punkten (übrigens dieselben Zahlen) zugunsten der Hausherren. Und wenn man schon kein Glück hat, kommt bisweilen noch Pech hinzu. Klaus-Dieter Friese (*1941) aus Hünxe stürzte 100 Meter vor dem Ziel des 3.000-m-Laufes aufs Gesicht, rappelte sich wieder auf, musste sich jedoch anschließend in stationäre Behandlung begeben. Nach zahlreichen Untersuchungen mit der Diagnose, dass er keinen Bruch davontrug, konnte der 80-Jährige heute Morgen um 01.30 Uhr das Krankenhaus wieder verlassen und gemeinsam mit seinen Sportkameraden nach dem Frühstück die rund 480 km lange Heimreise antreten. Dieses unliebsame Ereignis hat die Freude dieser gemixten Sport-, Jux- und Gaudi-Partie der sieben Nordrheiner mit dem abschließenden Bayrischen Abend im „Hexenhäusle“ in Fürth zwangsläufig gehörig getrübt. Von wegen feiern bis der Arzt kommt.

„Highländer“ Andreas Deuschle beim Vorauftakt BW-Meister mit der Kugel

Noch unvollendet am Ufer stehen an diesem Wochenende die jeweils zweitägigen Baden-Württembergischen Senioren-Meisterschaften in Weinstadt und die Norddeutschen Senioren-Meisterschaften in Brandenburg an der Havel (siehe Ergebnisse vom ersten Tag). Vorab haben wir aus Weinstadt erfahren, dass Andreas Deuschle (*1968) von der TG Nürtingen mit 14,85m den Titel im Kugelstoßen der M50 gewonnen hat. Heute startet er bei den 12.Highland Games in seiner Heimatstadt (LAMPIS berichtete) als großer Favorit bei den Masters 50. In dieser Klasse erstmals mit von der Partie sein Freund (sie nennen sich scherzhaft Zwillingsbrüder) und DLV-Senioren-Sprecher Heiko Wendorf (*1970) vom LV Eisenach in Thüringen.

Elke Herzig steigerte den deutschen Rekord im Wurf-Fünfkampf der W65

(Alzey/Bogen/Lübeck/Ventspils/Krefeld, 23. August 2021) Reger Sportbetrieb unter dem Himmelsdach. Bei einer Art „neuen Normalität“ gab es am vergangenen Wochenende auch für die Ü30-Generation eine Reihe von Veranstaltungen in nah und fern. Nachvollziehbar, dass wir das alles nicht mal auch nur ansatzweise Revue passieren lassen können. Also haben wir uns nach eigener Gewichtung ein paar Rosinen aus dem großen Wettkampf-Kuchen herausgepickt.
Die Top-Meldung schlichtweg kommt aus Alzey in Rheinhessen vom von Olympia-Teilnehmer Lutz Caspers im Wartburg-Stadion organisierten Vielseitigkeitswettbewerb im Wurf-Fünfkampf. Neben vielen guten Leistungen unter den insgesamt 72 Teilnehmern*innen ragte die von Elke Herzig (*1956) von der LG Kurpfalz in der W65 heraus. Die Klubkameradin von Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo verbesserte den ziemlich genau sechs Jahre alten deutschen Rekord von Eva Nohl (*1948) vom TSV Langenzenn mit bis auf den Speerwurf recht ausgewogenen Leistungen auf 4.360 Punkte (vorher 4.215).

Starke Resultate der Eheleute Fändrich

Das punktbeste Resultat blieb allerdings der fünf Jahre jüngeren Erika Fändrich-Meszaros (*1961) vom TV Heppenheim vorbehalten. Die gebürtige Ungarin häufte eingedenk herausragender Resultate im Hammer- und Gewichtwurf von 42,28m respektive 15,83m unter dem Strich 4.483 Zähler an. Mit diesen zwei Disziplinen holte sie fast 52 Prozent der Punkte. Für den dritten Viertausender bei den Seniorinnen zeichnete Margret Klein-Raber (*1964) vom LC Rehlingen in der W55 mit 4.005 Punkten verantwortlich. Dies gelang bei den Senioren allein dem noch 79-jährigen Günther Fändrich (*1941) vom TV Heppenheim mit 4.868 Punkten in der M80.

Betina Gabler knapp am deutschen Rekord vorbei

Um Titel- und Medaillenehren ging es bei den isolierten Bayerischen Senioren-Meisterschaften Stoß/Wurf in Bogen. Wie bereits in unserer Vorschau erwähnt, fehlten mit Wurf-Allrounder Norbert Demmel (M55) vom TSV Unterhaching und Diskuswurf-Spezialist Helmut Maryniak (*M50) vom LAC Passau zwei absolute Asse der Zunft. Das machte den Weg für andere frei, die sonst nicht mit Edelmetall verschiedener Couleur hätten rechnen dürfen. Die herausragende Leistung ging auf das Konto von Hammerwerferin Betina Gabler (*1971) von der LG Stadtwerke München, die mit 50,63m den zwei Jahre alten deutschen Rekord (50,84) von Gabriele Engelhardt vom LC Breisgau lediglich um 21 Zentimeter verfehlte. Bei einer Rasenkraftsport-Veranstaltung im Juni 2021 in Trauchgau war die Zwillingsmama mit 50,67m sogar noch ein bisschen näher dran. Mitunter ist es wie verhext. Alles Weitere in der etwas unübersichtlichen Ergebnisliste mit „Gemischten Wettbewerben“.

Ralf Mordhorst gewann mit Kugel und Diskus

Gemeinsame Landesmeisterschaften richteten die Verbände von Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern gestern in Lübeck aus. Stellvertretend sei hier Ralf Mordhorst (*1973) vom LC Lübeck erwähnt, der in der M45 überlegen das klassische Double von Kugel (13,46m) und Diskus (46,69m) gewann. Speziell mit seiner Kugelstoß-Weite dürfte der 48-Jährige indes nicht zufrieden gewesen sein, blieb er doch 1,02 Meter hinter dem Bestwert (14,48m) beim 5.Neustäder Kugel-Cup am 10.Juli zurück. Eine ziemlich große Streuung, wie sie freilich bei Quereinsteigern in die Drehstoßtechnik nicht ungewöhnlich zu sein pflegt.  Alle Resultate.

Zehnkampf-Weltrekordler Valdis Cela der Star im Stadion

Zu guter Letzt werden wir mit den 8. Baltischen Masters-Meisterschaften im lettischen Ventspils noch international. Mit Marion Ertl (W65) von der LG BEC, Martin Baranzke (M55) vom Team Voreifel aus Euskirchen und Winfried Heckner (M70) vom STV Hünxe befand sich ein deutsches Terzett unter den rund 300 Teilnehmern*innen aus sieben Nationen. Dekoriert mit insgesamt acht Medaillen traten sie zunächst mal via Flieger von Riga die heutige Heimreise an. Prominenz auf der Tribüne war mit EVVA-/EMA-Ehrenpräsident Dieter Massin aus Ahlen in Westfalen und dem mit ihm befreundeten, aus Ventspils stammenden Speerwurf-Olympiasieger (1980) Dainis Kūla vertreten.
Der nicht nur durch die heimische nationale Brille der Gastgeber betrachtet absolute Star im Stadion des Olympiazentrums der Hafenstadt an der Ostsee war der in einigen Disziplinen antretende Lokalmatador Valdis Cela (*1948). Der nunmehr 72-jährige Lette trug sich Ende Mai 2018 beim 6.Stendaler Hanse-Cup in die Leichtathletik-Geschichtsbücher ein. Er überbot als erster Zehnkämpfer der M70 mit 8.142 Punkten die begehrte 8.000er-Marke, verbesserte den Weltrekord (7.943) von Rolf Geese (*1944) von der LG Göttingen um beträchtliche 199 Zähler (siehe damaligen Beitrag). Nun feierte er bei dieser Gelegenheit ein Wiedersehen mit Heckner, die sich seinerzeit in der Altmark von Sachsen-Anhalt kennengelernt haben.

Großes Lob aus berufenem Mund

Ein Kurzfazit von Dieter Massin: „Eine stressfreie, liebevoll organisierte Meisterschaft in stimmungsvoller, freundschaftlicher Atmosphäre auf meisterschaftswürdigen Anlagen.“ Und Heckner: „Hier sollte ein Verantwortlicher des DLV mal hospitieren und sich ein Beispiel nehmen. Startgeld 15 Euro plus drei Euro für jede weitere Disziplin, darin enthalten Lunchgutscheine.“
Zeiten und Weiten der drei Deutschen: W65,100m: 2. Ertl 17,61, 200m: 1. Ertl 37,13sec., Kugel: 3. Ertl 6,82m; M55, Weit: 3. Baranzke 4,65m, Drei: 2. Baranzke 10,48m, Kugel: 4. Baranzke 10,18m, Hammer: 1. Baranzke 35,55m; M70, 100m: 3. Heckner 15,89, 200m: 1. Heckner 32,28sec.

Christian Zimmermann buchte "DM-Revanche" mit 19,95m klar für sich

(Gerstungen-Neustädt/Krefeld 13. Juli 2021) Mitunter lässt es sich bei aller schier grenzenlosen Bereitwilligkeit nicht vermeiden, mittendrin rein sinnbildlich das Messer gezwungenermaßen im Ferkel  stecken zu lassen. Und wenn man(n) schon kein Glück hat, kommt bisweilen noch Pech hinzu. Unsere Reportage vom 5.Neustädter Kugel-Cup blieb ein unvollendetes Opus, obwohl es dennoch opulent ausgefallen ist. Da in der Online-Ergebnisliste zunächst die Resultate des Männer-Wettbewerbs fehlten war Ende im Gelände angezeigt. Zu allem Überfluss im Überdruss ist der für gestern vorgesehene Nachdreher durch die schon im Fenster Nachrichten beschriebene Tücke des Objekts verhindert worden.
Nu‘ aber: Das verbliebene Quintett von ursprünglich acht angekündigten Kolossen (Bob Bertemes, Tobias Dahm und Jan Josef Jeuschede hatten sich aus verschiedenen Gründen vorher ordnungsgemäß abgemeldet) arbeitete sich vergeblich an der leider nicht ganz stimmigen abgekreideten 20-Meter-Marke (eines der ganz wenigen Mankos bei diesem Meeting) ab. Christian Zimmermann, DLV-Spitzenreiter mit 20,34m, vom Kirchheimer SC näherte sich ihr bei seinem finalen Versuch von 19,95m bis auf fünf Zentimeter. Knapp daneben ist halt leider auch vorbei. Immerhin ließ der bajuwarische 2,08-m-Hüne in einer Art DM-Revanche, die es logischerweise in Wirklichkeit nicht gibt, den amtierenden deutschen (Überraschungs-)Meister Dennis Lukas von der LG Idar-Oberstein hinter sich, der gleich zum Auftakt 19,68m stieß (siehe Ergebnisliste).

Käte Scheikowski und Carmen Hildebrandt haderten im Duett

Doch kommen wir nunmehr mit schmückendem Beiwerk zu unserer originären Klientel, den Senioren weiblich wie männlich. Wobei sich das gemeinhin schwächere Geschlecht (hier stimmt‘s ausnahmsweise) von der Anzahl her in vornehmer Zurückhaltung übte. Das im Alterssegment weit auseinander liegende Duett von „Mutter und Tochter“ war sich hinterher in der Beurteilung einig, nach jeweils sechs Versuchen den Ring nicht zufrieden verlassen zu haben. Die im Wettkampf stets nervöse, morgen 80 Jahre alt werdende Käte Scheikowski (*1941/W80) vom TSV Wehdel in Niedersachsen, verfehlte mit 7,64m ihre Einstoßweite um etwa einen satten Meter, und Dittmar-Schützling Carmen Hildebrandt (*1967/W50) vom Ohdrufer LV haderte bei ihren letztlich in die Wertung eingehenden 12,24m mit einem ungültigen Versuch von geschätzten 13 Metern. Ja, hätte, hätte Fahrradkette, wäre es eine neue persönliche Bestleistung gewesen. Schenken wir ihr und den Lesern weitere Plattitüden fürs Phrasenschwein.

Viele zahlten die freiwillige Startgebühr für ein guten Zweck nicht!

Denn aufgeschoben ist längst nicht immer aufgehoben. Wer wüsste das besser als ich mit 1.160 Wettkämpfen in 52 Jahren bis zum meiner Bypass-Operation im Oktober 2018. Das Fragezeichen am Satzende kann ich getrost weglassen. Übrigens habe auch ich mich, der aus lauter Jux und Dollerei als Aktiver eingeschrieben war, mein sinnfreies Vorhaben einsehend ordentlich abgemeldet und trotzdem die (freiwilligen) Startgebühren in Höhe von 20 Euro für einen guten Zweck, das Kinderhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz, selbstverständlich gezahlt. So selbstverständlich war das allerdings nicht, wie mir Initiator und Organisator Heiko Wendorf leidvoll berichtete. Deshalb sei auch nicht verschwiegen, dass es neben der Ermöglichung sportlicher Betätigung einen Gegenwert beinhaltete in Form eines T-Shirts, je zwei Getränke- und Essensmarken sowie zwei personalisierter „Startnummern“, eine davon als Andenken zum Einrahmen für eine Wand im Partykeller oder der heimischen „Folterkammer“. Asche und Schande über die Häupter all‘ jener mehrheitlichen Verweigerer! Wären sie mir bekannt, würde ich sie rotzfrech wider die DSGVO nennen.

„Wenn der Vater mit dem Sohne“ aus dem Hause Dittmar

Aber da ich wieder einmal zu lang in meinen Ausführungen zu werden drohe, richtiger: es bereits bin, noch zwei Rosinen herausgepickt. Erneut hieß es „Wenn der Vater mit dem Sohne“ wie anno dazumal bei den Schauspielern Willy und Thomas Fritsch. Der kugelstoßende deutsche Vorzeige-Senior Andy Dittmar (*05.07.1974) von BiG Gotha, erst wenige Tage zuvor 47 Lenze jung geworden, erzielte in der M45 formidable 17,44m. Dabei klagte Big- oder Kugel-Andy, dass er sich durch die am 06.Juli verabreichte zweite Biontech-Impfung „noch in narkotisierter Trägheit“ befinden würde. So schlapp wie er möchte manch einer gerne sein. Dittmars jüngster Spross Lenny (*2007), der sich zum extrem hohen Ziel gesetzt hat einmal Basketball-Professional zu werden, stieß als Solist in der U16 die 4-Kilo-Kugel auf 12,30m. Damit ist auch klar, weshalb er eine Vorliebe für das leichtere, flugtauglichere große runde Sportgerät hat, das ins Runde muss.
Alle Ergebnisse von U16 bis W80 unter dieser Verlinkung.

Ein ziemlich durchwachenes Spezial-Meeting bei Vetters "Reha"-Versuch

(Offenburg/Annen/Trier/Krefeld, 16. August 2021) Nicht immer halten Ankündigungen in Vorschauen zu Leichtathletik-Sportfesten, was versprochen worden ist. So auch das Speerwurf-Meeting in Offenburg. Bis auf die beiden Erstplatzierten Johannes Vetter und Anderson Peters im Wettbewerb der Männer (siehe auch Kommentar unter Nachrichten), ging es bereits auf Rang drei beim Letten Patriks Gailums mit 79,86m diesseits der 80-m-Meter-Markierung runter. Als Vierter legte Bernhard Seifert vom SC Potsdam gegenüber seinem desolaten Auftritt als 31. und Vorletzter der Qualifikation in Tokio mit 68,30m immerhin 10,20 Meter auf 78,50m zu. Eine Offenbarung war es für den Potsdamer dennoch nicht, der vor zwei Jahren an selber Stelle 89,06m geworfen hat. Wenigstens bewegte er sich in etwa im Rahmen seiner Jahresbestleistung von 81,28m, die ihn eigentlich nicht zu den Olympischen Spielen hätte bringen dürfen. Klägliches Ergebnis spätestens jetzt bekannt.
Es sei eingeräumt, dass wir bei der Konkurrenz der Frauen einer Fehlinterpretation aufgesessen sind. Die bei Olympia ebenfalls gescheiterte große Medaillenhoffnung Kristin Hussong vom LAZ Zweibrücken war nicht gemeldet und folgerichtig fehlte sie im lediglich fünfköpfigen Feld. Der Sieg ging an die Tschechin Nicola Ogrodnikova mit im letzten Versuch erzielten 60,40m. Alle Resultate.

Julia Ritter wurde einmal mehr ihrem Ruf gerecht

Einmal mehr wurde Julia Ritter vom TV Wattenscheid ihrem Ruf als personifizierte Zuverlässigkeit beim 12.Annener Werfertag vorigen Samstag im Wullenstadion in Witten gerecht. Bei der 23-jährigen Blondine ist die 18 vor dem Komma nahezu festzementiert. Diesmal waren es 18,04m, die sie selber so quittierte: „Es hat wieder geklappt: Ein weiterer 18-m-Stoß ist in den Büchern.“ Aber auch ansonsten konnte sich diese einmal mehr prächtig organsierte Veranstaltung mit meisterschaftswürdig präparierten Anlagen sehen lassen. Angefangen bei dem neuen Teilnehmer-Rekord von 124 Aktiven. Nicht zuletzt maßgeblich daran beteiligt waren wettkampfmäßig „unterzuckerte“ Senioren männlich wie weiblich. „Es war ein tolles Wurfmeeting bei herrlichem Wetter, reibungslosem Ablauf und sehr guter Beteiligung mit vielen guten Leistungen. Julia Ritter war natürlich die Krönung, und sehr eindrucksvoll ihr zuzusehen“, zog Sportwartin und Pressesprecherin Christine Wenzel für LAMPIS ein Kurzresümee. Den großen Rest überantworten wir für die vielen Freunde der Statistik zum Stöbern in der verlinkten Online-Ergebnisliste. Sicherlich mit größerem Wiedererkennungswert mancher Sportkameraden beiderlei Geschlechts.
Da wir ein wenig der Musik hinterherlaufen, wollen wir es so auch beim ebenfalls von der Ü30-Generation stark frequentierten Sommerwerfen des TV Germania Trier im dortigen Moselstadion handhaben. Siehe Link.

Sprinter Karl Dorschner bot in der M70 deutsche Spitzenklasse

(Herzogenaurach/Krefeld 12. Juli 2021) Bei den Bayerischen Senioren-Meisterschaften im Sprint/Lauf/Sprung in Herzogenaurach gab es vorigen Samstag vor allem im Laufbereich gute Leistungen. Ralph Kowitz von der LG Stadtwerke München war in der M35 über 100m in 11,65 und 200m in 23,41sec. flott unterwegs. Die Zeit von Michael Lang aus Amberg in 15:32,86 Minuten über 5.000 Meter stellt deutsche Spitzenklasse in der M40 dar. Dieter Heimstädt von der LAG Mittlere Isar war in der M50 gleich in vier Disziplinen vorn: 100m in 12,89,  200m in 25,81sec. Weitsprung mit 5,56m und 100m Hürden in 15,26sec. Eine Altersetage höher feierte Jürgen Gruber von der LG Landkreis Aschaffenburg  drei Laufsiege über 100 (12,45), 200 (25,21) und 400m (57,80sec.). Absolute  deutsche Spitzenleistungen bot Karl Dorschner vom TV 1848 Coburg mit 13,40 über 100 und  27,55sec. über 200m. Dazu entschied er mit ebenfalls großem Vorsprung auch die 400m in 66,06sec. für sich.

Weltrekord-Versuch über 4x100m der M80 gescheitert
 
Von den zwölf gemeldeten Sprint-Staffeln sind verletzungsbedingt lediglich sechs angetreten. Ein National-Quartett der M80 (Schmid – Seyerlein – Lange – Beckering) schrammte in 63,01sec über 4x100m nur um 1,18 Sekunden am Weltrekord vorbei. Da alle vier Starter bereits zuvor mindestens zwei Einzelwettbewerbe absolviert hatten, war das eine respektable Zeit. Sie wollen in dieser Saison einen weiteren Versuch unternehmen, die globale Bestmarke in deutschen Besitz zu bringen. Dann jedoch ganz gezielt ohne eine Vorbelastung.

Eine Hygienekonzept ist heutzutage überall Grundvoraussetzung

Als heutige Grundvoraussetzung hatte der örtliche Ausrichter Turnerschaft Herzogenaurach ein entsprechendes Hygienekonzept entwickelt. Somit konnten auch die Staffel-Konkurrenzen problemlos durchgeführt werden. Daran sollte sich der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mal ein Beispiel nehmen. Weshalb die Deutschen Senioren-Meisterschaften vom 10. bis 12.September 2021 im hessischen Baunatal keine Staffeln enthalten und darüber hinaus noch sieben Einzel-Disziplinen gekippt werden sollen, ist nicht plausibel zu erklären, bei dem was sonst so alles ringsherum machbar ist, ohne dabei Auswüchsen wie bei der Euro im Fußball das Wort zu reden. Nur ein Beispiel: Bei der U23-EM in der estnischen Hauptstadt Tallin waren insgesamt fast 80 Staffeln am Start.

Deutsche Senioren-Titelkämpfe sollen wohl nach und nach abgeschafft werden
 
Aber der von sich eingenommene DLV sieht sich außer Stande an drei (!) Veranstaltungstagen für etwa 1.000 bis maximal 1.200 Senioren-Leichtathleten alle normalerweise üblichen Wettbewerbe anzubieten. Noch weniger verständlich, dass die Dachorganisation die vorliegenden Bewerbungen des TSV Zella-Mehlis mit der von ihr stets verlangten und abgegebenen „belastbaren Absichtserklärung“ schlichtweg ignoriert. Die Senioren-DM im Mehrkampf und im Wurf-Fünfkampf an zwei verschiedenen Terminen im August 2021 wurden schon vor geraumer Zeit einfach in Bausch und Bogen abgesagt. Warum eigentlich?
Da ist allem Anschein nach Vorsatz im bösen Spiel, nationale Titelkämpfe nach und nach abschaffen zu wollen. Anders dürfte das schwerlich zu begründen sein. Aber öffentlich Stellung zu beziehen, ist nicht das Ding des DLV. Dabei ist lediglich seine Absegnung, jedoch nicht seine Mitwirkung erforderlich. Das stemmen viele bewährte Ausrichter im Zusammenspiel mit ihren Landesverbänden ganz alleine.
Alle Resultate aus Herzogenaurach unter dieser Verlinkung.