Titelkampf-Premiere für Österreichs Masters in neuer Oberbank Arena

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(Wien/Linz/Krefeld, 25. September 2021) Ein Herz für Senioren! Das lässt sich mit Fug und Recht vom Österreichischen Leichtathletik-Verband (ÖLV) mit Sitz in der Metropole Wien konstatieren. Für seine Masters, die mit Heinz Eidenberger einen für ihre Belange eigenen Präsidenten haben, ist dem ÖLV das Beste gerade gut genug. Die diesjährigen Titelkämpfe mit internationaler Beteiligung finden heute und morgen in der erst im Vorjahr eröffneten „Oberbank Arena“ in Linz statt. Ein lupenreines Leichtathletik-Stadion, das zugleich Leistungsstützpunkt für Oberösterreich ist (siehe Link). Dort also geht es – in getrennter Wertung – für die Ü35-Generation um Zeiten, Höhen, Weiten sowie nicht zuletzt um Titel und Medaillen. Geschenkt wird einem nichts. Sollte irgendwer in seiner Altersklasse und Disziplin „Solist wider Willen“ sein, darf er/sie sich nur Meister bei Erfüllung des Medaillenstandards nennen. Andere Länder, andere Sitten. Oftmals im Vergleich zu Deutschland bessere in der einstigen olympischen Kernsport.

Es ist gut vom Schnee geräumt worden...

Und die rührigen Organisatoren haben in ihrer unendlichen Für- und Vorsorge an wirklich alles gedacht, wie das von Sprinter Winfried Heckner (M70) vom STV Hünxe am Zaun in der Arena entdeckte, fotografierte und uns zur Verfügung gestellte Plakat (im Bild) beweist. „Es war gut geräumt“, fügte der Mann mit den flotten Beinen und der kessen Lippe noch textlich hinzu.
Haken wir es schmunzelnd als kleinen Lapsus der Stadionverwaltung unter dem Etikett Skurrilität ab, die so mancher Schilderwald hergibt. Es ist ja auch höchst lästig, das immer wieder Winter und Sommer anzubringen und zu entfernen. Arbeit gespart, und es kann nicht vergessen werden. Clever!

Helmut Maryniak herausragender deutscher Teilnehmer

Spaß beiseite! Rühren wir noch ein bisschen im Zahlensalat. 343 Athleten*innen aus 15 Nationen haben zu 832 Starts ihre Nennungen abgegeben. Dabei verzeichnen die beiden Sprintdistanzen mit 98 Gemeldeten über 100 und 96 über 200 Meter die größte Resonanz. Die Nummer drei dieser Hitliste ist mit 89 das Kugelstoßen, gefolgt von Speer (76) und Diskus (75). Unser originärer Bereich ist also von der Anzahl bestens repräsentiert. Aber auch von absoluter Weltklasse bei den Senioren. 55,72m-Diskuswerfer Helmut Maryniak (*1968/M50) vom LAC Passau  ist einer von ursprünglich 47 deutschen Startwilligen aus nah bis fern. Holger Knie (*1948) und Käte Scheikowski (*1941) vom TSV Wehdel in Niedersachsen mussten aufgrund Verletzung der Achtzigerin unter dem Ausdruck des Bedauerns kurzfristig absagen.  

Österreichs Aushängeschilder Marianne Mainer und Gottfried Gassenbauer

Vergessen wir die Gastgeber nicht. Selbstverständlich sind ihre nationalen und globalen Aushängeschilder Marianne Maier (*1942/W75) aus Vorarlberg und Gottfried Gassenbauer (*1958/M60; beide im Bild) aus Wien mit von der Partie. Die vielseitige „Maierin“, Ex-Weltrekordlerin im Siebenkampf, absolviert zum Schrecken der Mitbewerberinnen sechs Einzeldisziplinen.
„Gassi“, wie der lebenslustige und kommunikative Wiener von seinen vielen Sportfreunden genannt wird, macht das, was er sportlich am besten beherrscht: Hammerwerfen. Da wird allerdings interessant sein, ob und wie weit er nach heftiger Erkrankung in diesem Jahr an seine hohes Niveau anzuknüpfen vermag. Die Frage nach dem nationalen Sieger stellt sich dennoch nicht.
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